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| Rat und Tat

15 Tipps für Azubis

Kritik, Feedback, Gerüchteküche: Beim Start ins Berufsleben gibt es Fallstricke und viel zu lernen. 15 Regeln und Bemerkungen über den richtigen Umgang mit Kollegen und Chefs.

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Nicht immer leicht: um Entschuldigung bitten:

 
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Mein Fehler! Nur wer nichts macht, macht keine Fehler. Und dann hilft im Fall des Falles nur eine schnelle Entschuldigung beim Ausbilder, einem Mit-Azubi oder bei einem Kunden. So beweisen Sie Ihre Souveränität und erleichtern es anderen, Ihnen zu verzeihen. Um Entschuldigung zu bitten, ist kein Zeichen von Schwäche.

Bei einem Kollegen: Sind Sie jemandem auf die Füße getreten, mit dem Sie normalerweise ein freundschaftliches Verhältnis pflegen, reicht meist ein „’tschuldigung, das war von mir eben daneben“ oder noch lakonischer ein „Sorry“. Kennen Sie den Kollegen nicht so gut oder stehen Sie sich eher distanziert ­gegenüber, sollten Sie Ihren Fehler eingestehen und versichern: „Das kommt nicht wieder vor.“

Wenn es etwas mit dem Ausbilder oder dem Chef zu klären gibt: Nehmen Sie Fehler, die Sie gemacht haben, auf die eigene Kappe. Beschönigungen helfen niemandem. Eine ernst gemeinte Entschuldigung wird nicht als unterwürfige Geste verstanden. Ganz im Gegenteil, gilt sie als ein Zeichen für Selbstbewusstsein. Es kommt gut an, wenn Sie den Grund für den Fehler analysieren, ohne allerdings Ausreden zu bemühen. So zeigen Sie: Es ist Ihnen wichtig, und Sie wollen aus dem Fehler lernen.

Sich beim Kunden für Fehler anderer entschuldigen: Die Kür besteht darin, sich für andere oder einen Irrtum Ihres Arbeitgebers zu entschuldigen. Wenn Sie direkter Ansprechpartner für den Kunden sind, stehen Sie für das Unternehmen und von Ihnen wird für eine Panne oder Verkettung unglücklicher Umstände die Entschuldigung erwartet – auch wenn Sie nicht der Auslöser waren.

Ein paar Regeln für die Gerüchteküche

 
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„Hast du schon gehört?“ Per Flurfunk werden Klatsch und Tratsch weitergetragen, schnell und effektiv. Deshalb sollten Sie sich an ein paar Regeln halten.

Regel Nr. 1: Ziehen Sie nicht über Ihren Ausbilder, Vorgesetzte oder das Unternehmen her. Verbreiten Sie selbst keine Gerüchte, auch wenn Sie welche gehört haben. Egal, wie witzig die Story ist. Stimmen Sie dem Geschwätz zu, kann dies gegen Sie verwendet werden. Sind Sie dagegen, könnte man Ihnen unterstellen, Sie wollten sich irgendwo beliebt machen. Wie Sie sich entscheiden, Sie verlieren. Halten Sie sich besser raus.

Regel Nr. 2: Kein Wort über Drogen und Affären. Nicht alles, was Sie tun oder lassen, muss in den Flurfunk eingespeist werden. Ihr Privatleben sollte privat bleiben. Sonst landen Sie schnell in einer Schublade, in der Sie vielleicht nicht stecken möchten.

Regel Nr. 3: Über Geld und Politik spricht man besser nicht. Unter Beschäftigten ist es üblich, das Thema Gehalt zu vermeiden. Auch Politik ist kein Thema für die Kaffeeküche, weil es leicht polarisiert. Für Ihre Meinung machen Sie sich besser ­außerhalb des Unternehmens stark – nicht aus Feigheit, ­sondern weil es das Miteinander leichter macht.

Und wenn ein Gerücht einen selber trifft? Das kann ihnen schaden, dagegen sollten Sie sich zur Wehr setzen. Versuchen Sie herauszufinden, aus welcher Ecke die Bemerkungen kommen. Stellen Sie die Fakten bei den Kollegen richtig dar. Halten Sie dabei Ihre Gefühle im Zaum. Wenn Sie nicht weiter wissen, sollten sie sich an Ihren Ausbilder wenden. Er kann helfen, die Gerüchte einzudämmen.

Gut vorbereitet ins Feedback-Gespräch

 
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Keine Angst vor Kritik: Viele haben Bammel vor Feedback-Gesprächen. Dabei nützen sie Mitarbeitern und Unternehmen. Außerdem kommt ein Feedback-Gespräch selten aus dem Nichts, und beide Teilnehmer wissen, worum es geht.

Gute Vorbereitung ist also möglich – und die halbe Miete. Reflektieren Sie Ihre Stärken und Schwächen und suchen Sie nach Lösungsvorschlägen für mögliche Defizite. Dann sind Sie vorbereitet, wenn der Ausbilder nicht nur Lob äußert.

Was, Kritik? Jeder hat Schwächen und kann sich verbessern. Deshalb nicht mauern, sondern offen sein, wenn der andere auf einen Fehler verweist. Dann rutscht Ihnen auch keine impulsive Antwort heraus, die Sie später vielleicht bereuen.

Nicht persönlich werden. Das gilt für beide Seiten. Wenn Sie als Mensch kritisiert werden, sollten Sie Ihren Ausbilder darauf hinweisen. Bei dem Gespräch geht es um Ihre berufliche Leistung. Berufliches und Privates sollten nicht vermischt werden.

Das Feedback-Gespräch lebt vom Dialog. Sagen Sie, wie Sie Ihre berufliche Situation einschätzen und was Ihnen fehlt. Schließlich können Sie Ihre Stärken nur entfalten, wenn Sie dazu Gelegenheit haben. In der Regel werden übrigens die Vereinbarungen protokolliert. Achten Sie darauf, dass das Gespräch richtig wiedergegeben ist.

Was soll das Feedback-Gespräch? Der Ausbilder will mit Ihnen über Ihre fachlichen und sozialen Kompetenzen sprechen. Was leisten Sie, wo sollten Sie mehr Engagement zeigen? Nur wer weiß, wo er steht, kann sich weiterentwickeln.