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| Porträt

Alles, was zum großen Glück gehört

Sein Leben als Vorstandsvorsitzender der Salzlandsparkasse, vor allem aber als Familienvater, Naturmensch und Hobby-Landwirt füllt Hans-Michael Strube rundum aus. Der 52-Jährige ist ein glücklicher Mensch, der sein Leben nach einigen Schicksalsschlägen in vollen Zügen genießt.

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Eigentlich wollte Hans-Michael Strube Bauer werden, doch das Leben hatte andere Pläne. Ein schwerer Autounfall zwangen den damals Zwölfjährigen zum Umdenken. Der heute 52-Jährige überlegte sich Alternativen zu seinen beruflichen Plänen in seiner niedersächsischen Heimat. Strube erinnert sich: „Meine Eltern hatten einen kleinen Hof in Loccum am Steinhuder Meer. Dort hatte ich schon als Kind bei der Stallarbeit und auf den Feldern geholfen. Gleichzeitig haben mich die Arbeit mit Geld und die Welt der Finanzen immer schon fasziniert. Schon als Jugendlicher begann ich sehr früh, mit Aktien zu spekulieren. Mein Beruf war vorgezeichnet.“

Der damalige Niederlassungsleiter der Sparkasse in Loccum kontaktierte die Familie des jungen Abiturienten und erinnerte an die jährliche Bewerbungsfrist. Noch am gleichen Tag verschickte Hans-Michael Strube im Mai 1987 eilig kopierte Bewerbungsunterlagen und Zeugnisse. „Der Personalleiter war von der knappen Ausführung meiner Bewerbung vermutlich überrascht und beeindruckt“, schmunzelt der gebürtige Niedersachse, der die schicksalshafte Entwicklung und seinen Weg zur Sparkasse bis heute nicht bereut: „Meine beruflichen Ziele hatte ich schnell erkannt. Schon im Einstellungsgespräch hatte ich zum Ausdruck gebracht, dass ich einmal Vorstand werden wollte. So viel Entschlossenheit war für die Sparkasse seinerzeit vermutlich eine überraschende Wesensart.“

Gleich nach der Wende kam der Wechsel in den Osten

Seine sympathische Offenheit sowie seine Natürlichkeit hat sich der bodenständige Norddeutsche bis heute bewahrt. Ohne Koketterie betrachtet sich Hans-Michael Strube, der das Sparkassengeschäft von der Pike auf gelernt hat und seit 32 Jahren in der Organisation tätig ist, als eher ungewöhnlichen Vorstand. Strenges Hierarchiedenken lehnt der für den Marktbereich zuständige Vorsitzende bis heute ab: „Noch zu meiner Zeit als Auszubildender hatten selbst sehr fleißige Mitarbeiter schon beim Gedanken an den Vorstand Schweißausbrüche. Zwischenzeitlich hat bei den Banken und Sparkassen glücklicherweise ein echter Generationswechsel stattgefunden“, ergänzt der geborene Gifhorner, der Ende 1990 in seiner Heimatsparkasse kündigte, seiner Familie, den Freunden und dem Posaunenchor der Feuerwehrkapelle den Rücken kehrte und seinen Wohnsitz von der Weser in die neuen Bundesländer verlegte.

Der Wechsel zur Partnersparkasse Bernburg an der Saale sowie die Erfahrungen im Osten sind Hans-Michael Strube in einschneidender Erinnerung geblieben: „Die ‚Hurra-Zeiten‘ und die Euphorie in den ersten Jahren nach der Wende sind heute durchaus wieder spürbar, denn wir befinden uns in der Organisation aktuell gerade wieder in einer gravierenden Phase der Veränderung.“ Zudem sei die tägliche Arbeit nach Ansicht des Vorstands in früheren Jahren eher vom Passivdenken geprägt gewesen, nichts falsch zu machen. „Heute sind Sparkasse und Mitarbeiter nur dann wirklich erfolgreich, wenn alle Beteiligte ihre Arbeit gut machen. Was für mich und meine Mannschaft auch heißt, im Team aktiv zu powern, kreativ zu gestalten und lieber einmal um Entschuldigung zu bitten als neunmal um Erlaubnis zu fragen.“

Der Mitarbeiter soll pfeifend zur Arbeit kommen

 
Das Hauptgebäude in Schiffsform passt zum ehemaligen Norddeutschen. Auf insgesamt 15 000 Quadratmetern Bürofläche sowie in 46 Geschäftsstellen arbeiten insgesamt 540 Mitarbeiter der Salzlandsparkasse. © Sparkasse

Besonders die Nähe zu den Menschen ist es, die Strube bis heute am Herzen liegt. Heute noch geht gern er zum Kunden und untersucht darüber hinaus immer wieder mit viel Akribie die weichen Komponenten in der Beratung vor Ort. Sein Verständnis von Führung hat er klar definiert: „Wir legen großen Wert darauf, dass unsere Mitarbeiter pfeifend zur Arbeit kommen und auch wieder nach Hause gehen. Ich bin fest der Meinung, die meisten wollen ‚Gas geben‘ und ihre Kunden gut und umfassend beraten. Wenn Menschen Kompetenzen, Gestaltungsspielraum und Freiheiten bekommen, dann blühen sie auf. Diesen Spagat gilt es, konsequent im Alltag auch zu leben, was zweifelsfrei nicht einfach ist.“

Menschlichkeit ist für den dreifachen Vater daher keine Floskel. „Ich glaube wir haben es geschafft, uns wirklich auf die Mitarbeiter zu konzentrieren und sie mit viel Gestaltungsfreiheit stark zu machen. Das schafft eine große Identifikation mit der Sparkasse, was für uns ebenfalls eine unentbehrliche Stärke ist. Die Teams und die Abteilungsleiter sind aufeinander eingespielt, alles läuft fast wie ein Uhrwerk.“ Von der Perfektion der ‚persönlichen Schiene‘ soll letztlich der Kunde profitieren. Als wichtigsten vertrieblichen Leitspruch hat der Sparkassenvorstand daher die knappe Maxime geprägt: „Beraten Sie Ihren Kunden wie Ihren besten Freund“. Nach seiner festen Überzeugung soll dem Kunden nichts verkauft werden, was er nicht gebrauchen kann. Umgekehrt sei es natürlich notwendig, dass er das, was er braucht, in der Sparkasse kauft.

"Ich liebe die Welt, in der ich lebe"

Berufliche Erfolge lassen sich für ihn nicht auf den Punkt fixieren. Zu seinen größten Erfolgen im Leben zählt Hans-Michael Strube vor allem seine Ehefrau und seine Kinder: „Das ganze Paket passt einfach, das macht mich zu einem sehr zufriedenen Menschen. Ich liebe die Welt, in der ich lebe und möchte behaupten, den Umgang mit meinen Mit-Menschen dank eines anständigen Empathie-Vermögens gut zu meistern und Menschen begeistern zu können.“

Bis heute hat es Strube daher nicht bereut, seine norddeutsche Heimat hinter sich gelassen zu haben. Er ist in Sachsen-Anhalt zu Hause und darüber hinaus stolz und dankbar für den wertvollen Erfahrungsschatz, den seine Arbeit und die Veränderungen in den sehr unterschiedlichen Regionen mit sich gebracht haben: „Heimat ist für mich da, wo ich mich einbringe. Ich bin ein sehr glücklicher Mensch und fühle mich in meiner Heimat durch und durch wohl. Hier bin ich zu Hause, hier passe ich hin. Für das ‚Große Ganze‘ betrachte ich die Grenzöffnung bis heute als enorme Bereicherung, die für mich nie an Aktualität verliert.“

Zusammen mit seinen zwei Töchtern Klara und Emma und seinem Sohn Heinrich hat sich Hans-Michael Strube das dörfliche Leben bewahrt. Seit rund 14 Jahren lebt die Familie in der 1100-Einwohner-Gemeinde Meisdorf im Harz. Für Strube ist es ein wenig wie eine Rückbesinnung auf die eigene Vergangenheit: „In unserem kleinen Ort leben wir mit Hühnern, Hund und Katze, blicken jeden Morgen auf ein kleines Stück Land und arbeiten dort hin und wieder mit dem eigenen Traktor. Das genieße ich jeden Tag aufs Neue.“ Als wichtigster Ausgleich zur Arbeit zählen für den Familienvater zudem einmal in der Woche Zugposaune im selbst gegründeten Posaunenchor und vor allem Radeln und Wandern in der Natur.

Einfach mal losgehen, zu Fuß, ein paar Wochen lang

Körperlich fit hält sich der vielseitig interessierte Sportler seit fast vier Jahren mit rein pflanzlicher Kost: „Wenn möglich fahre ich so oft es geht mit dem Fahrrad. Darüber hinaus lieben wir Mountainbike-Touren durch die Alpen.“ Auch gelegentliche Pilgertouren gehören zum privaten Repertoire. Beispielsweise für zwei bis vier Wochen aufs Geratewohl per Pedes in die Natur. „Dann lasse ich mich einfach nur treiben, manchmal auch gar nicht weit entfernt von Daheim. Das ist immer wieder aufs Neue ein fantastisches Erlebnis.“

Sein Leben betrachtet der Hobby-Landwirt retrospektiv als rundum erfüllt, für das er keine großen Wünsche mehr in sich trägt. „Wenn ich jetzt sterben würde, hätte ich alles beisammen, was zum großen Glück im Leben gehört“, betont Strube mit einem Lächeln, „Natürlich habe ich noch große Lust, ein paar Jahrzehnte zu leben. Gleichzeitig gibt es nichts, was ich verpasst habe. Abgesehen von den besten Wünschen für meine Familie ist es mein wichtigstes Ziel, den positiven Blick auf für die Zukunft nie zu verlieren. Mehr kann und möchte ich mir für mein weiteres Leben nicht mehr erhoffen.“