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| Management-Akademie und Hochschule

Bildungsarchitektur im Bau

Das Studienprogramm Lehrinstitut mit MBA kombiniert die Stärken von Lehrinstitut und Hochschulausbildung. Jetzt geht die Sparkassen-Finanzgruppe den nächsten Schritt: mit der geplanten Zusammenführung von Management-Akademie und Hochschule.

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Erfolgreich verbindet das neue Studienprogramm „Lehrinstitut mit MBA“ die Stärken von Lehrinstitut und Hochschulausbildung (wir berichteten). „Nach verhaltenem Start zieht die Nachfrage spürbar an“, sagt Frank Lorenz, Leiter Personalmanagement der Sparkassen-Finanzgruppe/Management-Akademie. Der erste Studienjahrgang startete 2018 mit 16 Teilnehmern, im Folgejahrgang seien bereits 24 Studierende eingeschrieben.

„Der Trend ist positiv, aber wir glauben, dass hier noch mehr Bedarf und Luft nach oben ist“, so Lorenz. Deshalb arbeite man daran, die Studierenden des ersten Jahrgangs zu überzeugten Multiplikatoren für den doppelten Abschluss zu entwickeln. Sie könnten die beste Werbung für den anspruchsvollen Studiengang machen.

„Wer dieses Studium durchläuft, ist besonders und auch ein wenig anders“, berichtet Lorenz. Die Teilnehmer besäßen eine hohe Eigenmotivation und Leistungsbereitschaft sowie eine ausgeprägte Karriere-Orientierung. Die Initiative zur Teilnahme ginge häufiger von ihnen selbst aus als von den Sparkassenvorständen. Und noch etwas zeichne die Teilnehmer aus: Sie seien jünger und besäßen teilweise weniger Berufs- und Führungserfahrung.

Karriereplanung soll Potenzialträger ans Institut binden

„Und sie sind ungeduldiger“, gab Lorenz den Personal-Experten mit. Akademie und Hochschule müssten den Sparkassen Wege aufzeigen, diese Potenzialträger mit einer verbindlichen Karriereplanung an ihr Institut zu binden, auch wenn sie das Studium „Lehrinstitut mit MBA“ nicht sofort nach dem Bachelor-Abschluss absolvieren könnten. „Sonst steigt das Risiko, diese Potenzialträger zu verlieren“, warnte Lorenz in Berlin.

Grundsätzlich begrüßten die Verantwortlichen in den Sparkassen das Studienprogramm „Lehrinstitut mit MBA“. „Es kommt gut an, dass es jetzt eine Klarheit in der Spitzenausbildung gibt“, erläuterte Lorenz. Immer mehr Institute reagierten positiv auf das Angebot, deshalb forciere man die Gespräche mit ihnen.

Natürlich gäbe es Fragen zum neuen Angebot: Reiche es nicht, wenn die Potenzialträger zum diplomierten Sparkasse-Betriebswirt oder zum Master of Business Administration ausgebildet würden? „Nein“, hält Lorenz klar entgegen. „Das Programm mit dem Doppelabschluss verknüpft optimal akademische und berufspraktische Studieninhalte vor dem Hintergrund der Sparakssenwerte.“

Doppelabschluss bereitet auf Spitzenpositionen vor

Dieser doppelte Abschluss bereite die Potenzialträger besonders gut auf die Übernahme von Spitzenpositionen in der Sparkassen-Finanzgruppe vor. Aufklärungsbedarf herrsche regelmäßig beim Thema Englischkenntnisse und Auslandsaufenthalt. Deshalb verwies Lorenz noch einmal darauf, dass es eine Reihe von Angeboten gibt, um eventuell fehlende Sprachnachweise rechtzeitig zu erlangen.

Kleinere Sparkassen fragen, welchen konkreten Vorteil sie im täglichen Geschäft vom Auslandsaufenthalt der Studierenden hätten. „Der Auslandsaufenthalt erhöht nicht die arbeitsplatzbezogene Handlungsfähigkeit, sondern er ist ein Stück verschärfte Persönlichkeitsentwicklung in einem anderen Kulturraum und fördert ein internationales Netzwerk“, hält Lorenz entgegen. Zudem sei Englisch zunehmend die Sprache der Bankaufsicht. Auch mittelständische Firmenkunden, die immer öfter international agieren, erwarteten in ihrer Sparkasse einen Ansprechpartner auf Augenhöhe.

 
Frank Lorenz (links) und Prof. Bernd Heitzer auf der Bühne der Fachtagung Personal. © Himsel

Doch bei diesem gemeinsamen Studiengang von Management-Akademie und Hochschule werde es nicht bleiben, erläuterte Prof. Bernd Heitzer, Rektor der Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe – University of Applied Sciences. „Der Gesamtvorstand des DSGV hat beschlossen, dass wir beide Institutionen unter dem Namen Hochschule für Finanzwirtschaft und Management zusammenführen und das Leistungsangebot aufwerten.“ Geplanter Start ist am 1. Januar 2020.

Das Ziel sei es, die Arbeitgeberattraktivität der Sparkassen-Finanzgruppe zu verbessern. „Gemeinsam mit den regionalen Sparkassenakademien werden wir die Durchlässigkeit der Bildungswege erhöhen und damit auch die Attraktivität des gesamten Bildungsverbunds steigern,“ zeigt sich Prof. Heitzer überzeugt. Die Hochschule für Finanzwirtschaft und Management biete Instituten und Mitarbeitern deutliche Vorteile gegenüber externen Bildungsanbietern.

Das künftige Angebot werde in drei Leistungsbereichen zusammengefasst: Lehre und Forschung, Qualifizierung und Weiterbildung sowie curriculare Entwicklung und Medien. „Wir wollen die klassischen beruflichen Aufstiegs- und Fortbildungsangebote noch konsequenter mit der akademischen Ausbildung verknüpfen – und das auf allen Ebenen“, so Heitzer. Forschung und Transfer werden künftig einen höheren Stellenwert besitzen. Weitere Professoren sollen eingestellt werden. „Perspektivisch werden wir ein Forschungsinstitut gründen, in dem Sparkassen-relevante Themen bearbeitet werden.“

Frauen können sich für ein Vollstipendium bewerben

Zum Zweiten sollen Potenzialträger in den Sparkassen identifiziert und mit einem bundesweiten Stipendienprogramm unterstützt werden, um den Studiengang LI mit MBA zu absolvieren. Die zu vergebenden Stipendien decken jeweils grundsätzlich die Hälfte der Studiengebühren ab. „Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Frauenförderung“, so Heitzer. Frauen könnten sich für ein Vollstipendium bewerben.

Die dritte Säule curriculare Entwicklung und Medien werde die eigenen Lernmedien professionalisieren und ausbauen. Zudem wolle man die regionalen Sparkassenakademien bei einer Vereinheitlichung der Curricula unterstützen. Der Gesamtvorstand sowie die Mitgliederversammlung sollen im Dezember 2019 den endgültigen Einrichtungsbeschluss einschließlich der Bereitstellung der finanziellen Mittel bis zum Jahr 2024 fassen.

„Wir wollen mit diesen drei Leistungsbereichen die Themen aufgreifen, die die Organisation insgesamt bewegt“, sagt Heitzer. „Mit der Zusammenführung von Management-Akademie und Hochschule zur Hochschule für Finanzwirtschaft und Management werden wir das Beste zweier Welten verbinden.“

Zum Studienprogramm „Lehrinstitut mit MBA“:
An der Spitze der Bildungsarchitektur der Sparkassen-Finanzgruppe bereitet das Programm Potenzialträger auf die Übernahme von Spitzenpositionen in der Sparkasse-Finanzgruppe vor. Am Ende der zwei Studienjahre steht ein doppelter Abschluss: Absolvierende erwerben den Master of Business Administration und den Titel als diplomierter Sparkassenbetriebswirt. Zielgruppe sind Potenzialträger mit ersten Führungserfahrungen, die die Sparkassen mittel- und langfristig entwickeln und an ihr Haus binden wollen. Das Konstrukt ermöglicht eine Studienteilnahme unabhängig von der Vorbildung, Bewerber ohne ersten Hochschulabschluss können sich im Rahmen eines Propädeutikums vorbereiten und mit dem Bestehen einer Eignungsprüfung für den Studiengang Lehrinstitut mit MBA qualifizieren. Die Anmeldefrist für die Abschlussprüfung für das Propädeutikum ist der 29. Februar 2020, für das übrige Programm der 31. Mai 2020. Weitere Informationen finden Interessenten auf der Website.

Alle Beiträge zur Fachtagung Personal 2019 lesen Sie hier.