Anzeige
| Was macht ...

Der Marathon-Mann

... Thomas Plückebaum beim „Ironman“ in Frankfurt?

Anzeige

Der 51-jährige Hesse kennt die Langdistanz nicht nur durch seinen Sport. Schon seit 33 Jahren ist er seiner Kreissparkasse Limburg treu, in die er einst als 18-jähriger Azubi eintrat. Heute leitet er die Compliance-Abteilung und beweist auch in dieser Tätigkeit sein Talent zu langem Atem: „Viele Negativbeispiele insbesondere bei Geschäftsbanken und zuletzt in der Automobilindustrie zeigen, dass man Regel- und Gesetzestreue weder voraussetzen noch verordnen kann. Was man braucht, ist eine entsprechende Unternehmenskultur inklusive einer Denkhaltung, die den Regelverstoß klar ächtet statt ihn zu verharmlosen.“

Kulturveränderungen brauchten aber Zeit, sagt Plückebaum. „Bei der Kreissparkasse Limburg haben wir große Verfehlungen zwar ohnehin noch nicht gehabt, trotzdem gibt es gerade im Zahlungsverkehr auch bei uns immer wieder Vorgänge, die wir im Auge behalten müssen.“

Ausgleich für die Unregelmäßigkeiten

Das mühevolle Aufspüren von Unregelmäßigkeiten ist keine leichte Aufgabe, trotzdem hat sich Plückebaum einen Ausgleich gesucht, der auf den ersten Blick nicht unbedingt nach Spaß und Entspannung aussieht. Seit sieben Jahren heißt sein Sport Triathlon, wofür er den früheren Lieblingssport Fußball aufgab.

„Die TV-Berichte über den Ironman in Hawaii oder in Frankfurt haben mich fasziniert und ich fragte mich, ob ich das auch schaffen würde. So habe ich angefangen zu trainieren, am Anfang meistens im Schwimmbecken. Dann habe ich mich nach und nach an immer längere Teilstrecken gewagt. 2015 konnte ich dann zum ersten Mal eine Langdistanz absolvieren.“

Langdistanz, das sind 3,8 Kilometer im Wasser, 180 Kilometer auf dem Fahrrad und zum Schluss noch ein Marathon mit 42 Kilometern. Die Frage drängt sich auf: Warum tut man sich das an? „Das fragt man sich als Athlet oft selbst“, sagt Plückebaum lachend, „denn auf der Strecke gibt es oft sehr schwierige Phasen, in denen man glaubt, einfach nicht mehr weiter zu können. Genau genommen ist ein Triathlon ein stetiger Kampf zwischen Körper und Psyche. Wenn man diese Phasen aber überwindet und am Ende durchs Ziel geht, sind die Glücksgefühle unbeschreiblich. Ich brauche darum immer ein paar Tage, um nach dieser mentalen Berg-und-Tal-Fahrt wieder herunterzukommen. Der Muskelkater ist da oft schon längst wieder weg.“

Eine Stunde von der Qualifikation für Hawaii entfernt

Alleine ist er mit seiner Leidenschaft nicht. Schon seit einigen Jahren boomt der Triathlon in Deutschland, die Zahl der Vereine und Abteilungen steigt stetig. Plückebaums Heimatverein ist die Triathlon-Equipe Elz. Befeuert wird der Boom vermutlich auch durch die Erfolge deutscher Spitzenathleten bei den Top-Veranstaltungen. Erst vor wenigen Wochen gab es einen Doppelerfolg: Mit Jan Frodeno und Anne Haug gelang es erstmals gleich zwei deutschen Triathleten, beim Ironman in Hawaii die ersten Plätze zu belegen.

Auch Plückebaum wäre gerne mal dabei, in seiner Altersklasse, versteht sich. „Von der Qualifikation für Hawaii bin ich allerdings immer noch eine Stunde entfernt. Aber ich sehe das ohnehin nicht so verbissen. Triathlon hat zweifellos Suchtpotenzial, und mancher Sportler denkt irgendwann an nichts anderes mehr. Bei mir steht die Gesundheit an erster Stelle, und darum ist für mich auch beim Triathlon der Weg das eigentliche Ziel.“