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| Porträt

Die Ökobilanz stets im Blick

Kevin Bröde kümmert sich bei der Förde Sparkasse um Nachhaltigkeit, ein facettenreiches Thema von Bausanierung bis Kreditgeschäft, von Strategie bis Wertpapiervertrieb.

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Wenn Kevin Bröde privat mit dem Flugzeug verreist, pocht jedes Mal sein Umweltgewissen. Er ruft dann Portale wie "Atmosfair" auf, um mit einer Spende an ein Klimaschutzprojekt die Schadstoffemission wieder auszugleichen: „Das ist mein persönlicher Beitrag, um den von mir hinterlassenen Co2-Fußabdruck zu verkleinern“, sagt Bröde.

Nicht nur privat lässt Bröde das Thema nicht los. Der 39-Jährige ist seit drei Jahren bei der Förde Sparkasse als Nachhaltigkeitsmanager tätig. „Ich habe in meinem Job eine koordinierende Funktion. Ich begleite und initiiere alle Nachhaltigkeitsprojekte in der Sparkasse“, so beschreibt der Fachmann sein Aufgabenfeld.

Die Herausforderung ist immens. Er soll dafür sorgen, die Nachhaltigkeitsbilanz des Instituts zu verbessern - und dies nicht nur ökologisch, sondern auch in sozialer und ökonomischer Hinsicht: „Da geht es nicht nur darum, unsere Gebäude ökologisch und energetisch zu sanieren“, sagt der gelernte Bankkaufmann. Auch Kredite, Versicherungen oder Fonds gehören dazu.

 
„Nachhaltigkeit umfasst bei uns viele Facetten", sagt Kevin Bröde, Jurist und Bankkaufmann mit besonderen Koordinationsaufgaben bei der Förde Sparkasse. © Förde Sparkasse

Der Jurist prüft deshalb die Finanzprodukte des Hauses, ob sie den vom Vorstand vergebenen Nachhaltigkeitszielen entsprechen. Vor allem bei der Krediten ist das nicht leicht. Denn laut Satzung ist auch die schleswig-holsteinische Sparkasse vor allem verpflichtet, die heimische Wirtschaft mit Geld zu versorgen. Zwar gibt es im Norden keinen Kohlebergbau, aber was, wenn ein Kunde aus einer anderen ökologisch bedenklichen Branche stammt?

Hier setzt die Nachhaltigkeitsstrategie der Förde Sparkasse auf einen gemeinsamen Weg mit dem Kunden: „Unser Ziel ist es noch mehr nachhaltige Kredite zu vergeben. Daher begleiten wir die Menschen und Unternehmen in unserer Region bei dem Übergang in eine ressourcenschonende Zukunft“, erklärt der Manager.

Vielseitige Qualifikationen für komplexe Aufgaben

Als typisches Eigengewächs absolviert der im wallonischen Braine-Le-Compte geborene Bröde 2001 bei der damaligen Sparkasse Kiel zunächst eine Ausbildung zum Bankkaufmann. Nach einer Station als Kundenberater zieht es ihn an die Universität. Er studiert Jura und absolviert beide Staatsexamen. Danach kehrt er zunächst für mehr als vier Jahre als juristischer Berater zur Förde Sparkasse zurück, bevor er Vorstandsreferent wird.

Heute gehört Bröde zu den wenigen Mitarbeitern in der Sparkassen-Finanzgruppe, die sich ausschließlich mit dem Thema Nachhaltigkeit befassen. Bröde sieht hier großes Zukunftspotenzial. Der jüngst verabschiedete Aktionsplan der EU-Kommission solle in Europa ein nachhaltiges Finanzwesen etablieren, und Geldinstituten komme bei der Projektfinanzierung eine Schlüsselrolle zu.

„Um die Pariser Klimaziele zu erreichen, sind allein im Energiesektor der EU zusätzliche Investitionen von 175 bis 290 Milliarden Euro erforderlich. Dies kann vom öffentlichen Sektor allein nicht bewältigt werden“ erläutert der Experte. Sparkassen könnten privates Kapital für nachhaltige Investitionen mobilisieren. Bröde: „Wir müssen als Sparkasse begreifen, dass nachhaltige Investments künftig ein großer Markt sein werden.“

EU-Aktionsplan mit Folgen für die Anlageberatung

Doch der EU-Aktionsplan hat noch mehr Aspekte, die Brödes Arbeitszeit beanspruchen. Anfang nächsten Jahres sind die Sparkassen aufgefordert, ihre Kunden auch über die ökologischen und sozialen Seiten von Geldanlagen zu beraten. Der Bankkaufmann ist deshalb dabei, hausintern die nötigen Prozesse anzuschieben. Unterstützung erhält er von den Sparkassenverbänden, die Schulungen für die Kundenberater konzipieren.

„Wir wollen, dass unsere Berater fit sind, um 2021 die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen“, sagt Bröde. Qualifikation sei auch insofern wichtig, als Nachhaltigkeit bereits ein Vertriebsthema geworden sei: „Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass sich immer mehr Kunden für nachhaltige Geldanlagen interessieren, wenn sie ihnen aktiv angeboten und erklärt werden“, sagt Bröde. Doch die Finanzwelt habe noch einen großen Nachholbedarf: „Die meisten Kreditinstitute befriedigen das Kundeninteresse an nachhaltigen Geldanlagen noch nicht ausreichend“, kritisiert Bröde.

"Moor-Futures" senken den CO2-Ausstoß in der Region

Selbstredend gehe es beim Nachhaltigkeitsmanagement auch um energetische Bausanierung, erläutert Bröde. Wärmedämmung und moderne Lichtkonzepte sollten ebenfalls dazu beitragen, dass die Förde Sparkasse ihre Position als Top 3 unter den nachhaltigen Instituten in Deutschland weiter verbessern könne.

Der Nachhaltigkeitsbeauftragte achtet zudem darauf, dass die Förde Sparkasse bei ihren vielfältigen Aktivitäten und Veranstaltungen selbst klimaneutral bleibt. Als Ausgleich erwerbe das Geldinstitut Kohlenstoffzertifikate einer heimischen Ausgleichsagentur. Mit den Mitteln könnten beispielsweise Moore wieder vernässt werden, so dass dem austrocknenden Sumpfboden keine schädlichen Treibhausgase mehr entweichen können. Bröde: „Durch die Moor-Futures leisten wir einen wesentlichen Beitrag, C02 in unserer Region einzusparen.“