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| Vermögensstatistik

Gut aufgeholt

Die wirtschaftliche Lage in Ost und West ist seit 1989 ähnlich geworden, teilt die Dekabank mit. Eine völlig gleiche Entwicklung werde es aber auch künftig nicht geben.

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Seit den Wendejahren hat sich die wirtschaftliche Lage in Ost- wie in Westdeutschland verbessert, trotz aller fortbestehenden Probleme.

Laut Berechnungen der Dekabank ist das Geldvermögen im Osten im Vergleich zum Wendejahr 1989 im Schnitt um 244 Prozent auf 40 000 Euro pro Haushalt angewachsen. Im gleichen Zeitraum habe es im Westen um 95 Prozent auf 63 000 Euro zugelegt.

Thüringen hat mit einem Geldvermögenszuwachs von 288 Prozent am stärksten aufgeholt, gefolgt von Brandenburg mit 251 Prozent und Sachsen-Anhalt mit 237 Prozent.

 
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Vor allem Thüringen und Berlin schließen zum Westen auf

„Der Angleichungsprozess zwischen Ost und West verlief besonders in den Anfangsjahren rasant“, erklärt Deka-Chefvolkswirt Ulrich Kater. Gerade mit Blick auf Thüringen (43 500 Euro Geldvermögen pro Haushalt) und Berlin (47 200 Euro) zeige sich, dass es Ost-Bundesländern gelungen sei, in Sachen Geldvermögen zum Westen aufzuschließen.

Und dennoch: „Obwohl im Osten der Vermögensanstieg deutlicher ausfällt, bleibt noch ein Unterschied von 36 Prozent bestehen“, sagt Kater.

Vermögensschere im Osten geringer

Zwischen dem ärmsten und dem reichsten Landkreis in Ostdeutschland liegen laut Dekabank 40 Prozent Differenz beim Pro-Kopf-Geldvermögen, im Westen sind es 67 Prozent.

Kater nennt hierfür zwei Gründe: „Das liegt zum einen an der gleichmäßigeren Verteilung der Einkommen in den neuen Ländern.“ Im Westen dagegen gebe es sehr hohe Vermögensunterschiede. Zum zweiten verstärke der Zinseszinseffekt ungleiche Vermögensverteilungen noch, besonders, wenn er wie im Westen viele Jahrzehnte wirken konnte.

Regionale Unterschiede im internationalen Vergleich gering

Der Unterschied zwischen Ost und West werde sich in Zukunft nicht mehr signifikant ändern, sagt Kater: „Ein weiteres Zusammenwachsen wird nur langsam vonstattengehen. Zumal auch bei der Wirtschaftsleistung, dem BIP pro Kopf, Ost und West 25 Prozent trennen. Regionale Unterschiede der Wirtschaftskraft sind aber durchaus normal. International zählt die Bundesrepublik sogar zu den Staaten mit einer eher gleichmäßigen regionalen Verteilung“, erklärt der Volkswirt.

In Deutschland liege das BIP pro Kopf des schwächsten Bundeslandes (ohne die Stadtstaaten) im Vergleich zum stärksten bei 58 Prozent. Zum Vergleich: In den USA ist die Relation bei lediglich 44 Prozent.

 
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Einigkeit beim Sparverhalten


Bei allen Unterschieden haben Ost und West eines gemeinsam: „Die Deutschen sparen am liebsten mit dem Sparbuch. Hier gibt es auch keinen deutlichen regionalen Unterschied“, sagt Kater. Durchschnittlich die Hälfte des Vermögens der Deutschen liege in Anlagen, die durch die extrem niedrigen Zinsen der Inflation schutzlos ausgesetzt sind.

Zwar bleibe der Wert auf dem Kontoauszug gleich, über die Jahre geht aber die Kaufkraft verloren. „Noch immer stoßen Wertpapiere hierzulande auf Skepsis“, sagt Kater. Das zeige sich an der insgesamt niedrigen Aktionärsquote von 5,2 Prozent in den neuen Bundesländern und 6,7 Prozent in den alten.