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Handwerkszeug des „Happy Leaders“

Jede Sparkasse wünscht sich motiviertes, engagiertes, kompetentes, kommunikationsstarkes und dabei auch noch fröhliches Führungspersonal. Das sind oft keine selbstverständlichen, quasi angeborenen Fähigkeiten. Mit bewusster Selbst-Führung und modernen Management-Tools lassen sie sich heute aber gezielt fördern und trainieren – zum eigenen Nutzen und damit zum Nutzen des Instituts.

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Der Happy Leader, also ein Chef, der ausgeglichen, mit Freude und erfolgreich führt, der sich auf seine Leute verlassen kann und mit ihrer Unterstützung großartige Ergebnisse vorweisen kann, ist sich bewusst, dass er selbst, seine Gesundheit und Ausgeglichenheit sein wichtigstes Tool zur Erreichung herausragender Ziele ist. Er kennt sich selbst genau und kann sich auf sich verlassen, weiß aber auch, wann er Unterstützung von außen braucht, und holt sie sich. Er hat durch seine einfühlsame Kommunikation das Vertrauen seiner Mitarbeiter gewonnen und weiß simple und damit hoch effiziente Führungs-Tools wirkungsvoll einzusetzen. Das alles wiederum trägt nicht nur zu seinem eigenen Wohlbefinden bei, sondern auch zu dem seiner Mitarbeiter, die deshalb gern ihr Bestes geben.

Welche Schritte und Tools unterstützen Sie dabei, dies alles als Mensch und Führungskraft in der Sparkasse zu erreichen?

Ihr wichtigstes Tool: Sie selbst

Ohne einen gesunden Körper und ausgeglichenen Geist versagen die besten Führungsinstrumente und Methoden. Die drastischen Veränderungen in der Arbeitswelt, die wachsenden Anforderungen und die notwendigen kürzeren Reaktionszeiten verlangen Führungskräften heute Höchstleistungen ab, speziell in einem sich digitalisierenden Bankenbe­reich, in dem es auch darum geht, das Vertrauen der Menschen wieder­zugewinnen. Deshalb ist es wichtiger denn je, dass Sie als Mensch und in Ihrer Rolle als Führungskraft gesund, flexibel, ausgeglichen und im Idealfall glücklich sind, um Ihre Mitarbeiter mit Ihrer positiven Ausstrahlung, mit hoher Energie, Begeisterungsfähigkeit und intelligenten zeitgemäßen Tools und Methoden zum Erfolg begleiten zu können.

Das kostet viel körperliche und mentale Energie, die Sie nur dann auf­brin­gen können, wenn Sie für sich selbst, Ihre Gesundheit und seelische Aus­geglichenheit, Ihre Vitalität und Lebensfreude ebenso diszipliniert sorgen wie für die Erfüllung Ihrer Aufgaben in der Sparkasse. Das alles bedarf Ihrer besonderen Aufmerksamkeit und Disziplin. Das Ergebnis jedoch beschert Ihnen höhere Lebensqualität, mehr Freude am Leben und mehr Ausgeglichenheit und Erfolg am Arbeitsplatz.

Fragen Sie sich, ob Ihre beruflichen Aufgaben sinnvoll für Sie sind. Sie müssen sie nicht lieben, aber sie sollten Ihnen zumindest ein gutes Gefühl bereiten. Das Leben ist zu kurz, als dass Sie zirka 1.600 Stunden Lebenszeit pro Jahr in Ihre Arbeit investieren, die für Sie völlig „sinnfrei“ ist oder Sie verstimmt und Ihren Vorstellungen von Ihrem Leben nicht entspricht. Deshalb ist ein Abgleich zwischen dem, was Sie sich einmal für Ihr Leben vorgenommen haben, und dem, was Sie als Ihren Lebenssinn erkennen, wertvoll. Nur wenn Sie im Einklang mit Ihren Vorstellungen von Ihrem Leben und Ihren Träumen sind, fühlen Sie sich wohl und haben die positive Ausstrahlung, welche die Menschen, die Ihnen folgen, brauchen, um mit Leidenschaft dabei zu bleiben.

Finden Sie heraus, ob Sie in Ihrem Unternehmen die Werte wiederfinden, die Ihnen wichtig sind. Sollte es hier Werte geben, die Ihren eigenen vollkommen widersprechen, die Sie jedoch als Chef tagtäglich vertreten sollen, werden Sie nicht die Ausstrahlung und Begeisterungsfähigkeit haben, die Sie für erfolgreiches Arbeiten brauchen.

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Körper gesund und energiegeladen ist. Lassen Sie Unverträglichkeiten und Allergien testen, ernähren Sie sich gesund, machen Sie Entgiftungskuren, achten Sie diszipliniert darauf, dass Sie sechs bis acht Stunden Schlaf pro Nacht bekommen und machen Sie Sport. Selbstdisziplin gehört dazu, um die physische und psychische Ge­sundheit zu erhalten. Der innere Schweinehund jedoch flüstert uns gern ein, dass wir uns nach einem anstrengenden Arbeitstag einen ‚faulen Fernsehabend’ mit Chips und einem guten Tropfen „verdient haben“. Allerdings: Für unsere Vorfahren war faul sein und viel essen nach tage­langem Jagen und Sammeln tatsächlich überlebenswichtig, da zusätzliche Anstrengungen eine tödliche Gefährdung ihrer Gesundheit bedeutet hätten. Unser Gehirn hat sich hier noch nicht an die Gegebenheiten des 21. Jahrhundert angepasst, in denen wir zu viel oder das Falsche essen, zu viel sitzen und uns zu wenig bewegen. Die gute Nachricht: Wir können unser Gehirn umprogrammieren, indem wir bewusst das tun, was unser Körper braucht.

Wenn Sie sich all dies nicht zutrauen, wenn Sie schon so resigniert sind, dass Sie gar nicht mehr die Kraft aufbringen können, all diese doch so nützlichen Veränderungen anzugehen, erlauben Sie sich, die Hilfe eines Coaches anzunehmen, der Sie darin unterstützt, Ihren persönlichen Weg zu mehr Ausgeglichenheit und Erfolg zu finden.

Tun Sie so oft wie möglich die Dinge, die Sie schon immer geliebt, aber wegen der Arbeitsbelastung vernachlässigt haben. Die Kraft, die Sie daraus schöpfen, und ein disziplinierter gesunder Lebensstil werden Ihnen die Energie geben, die Sie für Ihren herausfordernden Job brauchen.

„Kreislauf der Veränderung“ beachten

Das zweitwichtigste Tool des Happy Leaders ist die Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft seiner Mitarbeiter. Alle Happy Leader setzen auf die Partizipation der Mitarbeiter. Ein inspirierendes Unternehmensklima und eine wertschätzende Führung sind die Voraussetzung dafür, dass Mitar­beiter bereit sind, sich selbst in turbulenten Zeiten voll und ganz einzu­bringen und mit ihrem Potenzial zu innovativen Wegen und Lösungen beizutragen.

Wer verstanden hat, wie Menschen grundsätzlich auf Veränderung reagieren und weise mit den einhergehenden emotionalen Reaktionen umzugehen weiß, kann dazu beitragen, dass Change-Prozesse mit weniger Widerstand und weniger Hindernissen gelingen.

Der „Kreislauf der Veränderung“ nach Elisabeth Kübler-Ross ist ein unterstützendes Tool, das dazu beitragen kann, aus einem schlechten oder gar vergiftenden Klima ein förderliches zu machen. Es ist kein klassisches Management-Tool, sondern ist von der bekannten Psychiaterin ursprüng­lich als „Trauerzyklus“ für den Umgang mit Trauerprozessen entwickelt worden. Danach laufen bei jedem Menschen nach einem tragischen Verlust die folgenden wesentlichen emotionalen Prozesse ab:
  • Schock über den Verlust
  • Leugnung: „Das kann doch nicht wahr sein“
  • Ärger und Wut
  • Erinnerung an die guten alten Zeiten (als der Verstorbene noch gelebt hat)
  • Akzeptieren der neuen Situation
  • Loslassen der Trauer und die Bereitschaft, sich auf die neue Situation einzulassen.
Jede Veränderung in einem Unternehmen löst ebenfalls diese automa­ti­schen emotionalen Reaktionen bei den Mitarbeitern aus. Positive Verän­derungen ebenso wie solche, die Herausforderungen darstellen. Mit diesem Tool kann sehr schnell analysiert werden, wo die Mitarbeiter emotional zu verorten sind, wenn Veränderungsprozesse stattfinden, und je nachdem, in welcher Phase sie sich befinden, können unterschiedliche Interventionen stattfinden, um sie darin zu unterstützen, schneller durch die Trauerphasen zu kommen und wieder aktiv am Veränderungsprozess teilzunehmen.

Stecken die Mitarbeiter zum Beispiel in der Leugnung fest, sind die Kraft­reserven des Unternehmens, das Engagement, die Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter auf ein Minimum reduziert und paralysiert. Die Kraftreserven stehen dann nicht mehr zur Verfügung. Wenn Führungskräfte diese Verhaltensweisen ihrer Mitarbeiter in so einer Situation als Dickfälligkeit oder gar Widerstand fehldeuten, kommt es zu paradoxen und kontraproduktiven Verhaltensweisen, die lediglich eine gegenteilige Reaktion und Verlängerung der emotionalen Stadien bewirken. Das Wissen um diesen unvermeidbaren Zustand, Verständnis für die Mitarbeiter und Kenntnis der an dieser Stelle unterstützenden Maßnahmen helfen, diese Situation schneller zu überwinden.

Organisation einer effektiven Meeting-Kultur

Jeder weiß, wie viel Zeit und Geld in sinn- und planlosen Meetings „ver­plempert“ wird. Der Happy Leader pflegt deshalb eine Meeting-Kultur, in der Meetings interaktiv und partizipativ ausgerichtet sind und dazu beitra­gen, miteinander zu lernen. Dies gelingt mit den folgenden Grundsätzen:
  • Meetings werden nur dann einberufen, wenn die aktive Mitarbeit jedes Teilnehmers gebraucht wird.
  • Es gibt keine reinen Informations-Meetings. Information lässt sich heute ebenso schnell digital verbreiten.
  • Die Teilnehmerliste passt zum Thema.
  • Zu Beginn gibt es zwei Übungen:
    – Eine, die es jedem Teilnehmer ermöglicht, als ‚ganzer Mensch’, also körperlich und mental präsent zu sein.
    – Eine, in der die Teilnehmer ihre Hoffnungen und Befürchtungen ‚abladen’ können, damit diese das Meeting nicht als unausgesprochene Blockaden ‚aus dem Untergrund’ stören können.
  • Die Agenda ist allen Beteiligten vorher klar, so dass sie sich vorbereiten können.
  • Das Meeting-Design ist mit unterschiedlichen Sequenzen so konzipiert, dass sich alle unterschiedlichen Lerntypen einbringen können.
Diese Grundsätze gelten für Präsenz-Meetings ebenso wie für Online-Meetings. Diese Art der Meeting-Moderation nennt sich Holistische Moderation.

 
© privat/Collage: BBL

Mit partizipativen Methoden kollektive Intelligenz nutzen

Partizipative Methoden sind deshalb so wirkungsvoll, weil sie die kollektive Intelligenz, das abteilungsübergreifende Wissen und den Genius der Mitarbeiter sichtbar und nutzbar machen. Der Happy Leader nutzt dieses Wissen. Nicht jeder ist ein Steve Jobs mit seinen bahnbrechenden Ideen. Und selbst der hat einmal gesagt: „Es macht keinen Sinn, kluge Leute einzustellen und ihnen zu sagen, was zu tun ist. Wir stellen kluge Leute ein, damit sie uns sagen können, was zu tun ist.“

Vorbei sind die Zeiten, in denen die richtungweisenden Impulse aus­schließ­lich von der Führung kommen. Die Marktbedingungen sind heute so, dass ein Führungsteam oder ein Einzelner das nicht mehr leisten kann. Die Intelligenz des Systems, das Potenzial und die Genialität der Men­schen im Unternehmen – manchmal auch externer Spezialisten – sind notwendig, um erfolgreich zu sein.

Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Großgruppen-Interventionen, die je nach Ausgangssituation und gewünschtem Ergebnis mit bis zu 1.000 Mitarbeitern durchgeführt werden und herausragende Ergebnisse hervorbringen können. Der Happy Leader weiß sie für seine Ziele zu nutzen und holt sich zur Konzeption und Durchführung kompetente Berater von außen.

Austausch im Netzwerk suchen

Führungskräfte in Sparkassen haben es heute mit hochgradig komplexen Aufgabenstellungen zu tun. Ein hoher Innovationsbedarf, die zunehmende Digitalisierung, die viel gelobte Agilität und andere Dimensionen der neuen Arbeitswelt erfordern es, dass sie sich permanent auf Neues einstellen müssen. Einem Happy Leader ist bewusst, dass er das alles nicht allein bewältigen kann und auch gar nicht will. Er ist bestens vernetzt, besucht weiterführende Veranstaltungen, tauscht sich mit Kollegen auch anderer Unternehmen und Branchen aus, um aus ihren Erfahrungen zu lernen, und engagiert kompetente Coaches und Beratern. Er erhebt nicht den Anspruch, alles selbst zu wissen, sondern arbeitet mit den Besten zusammen und setzt mit ihrer Hilfe die richtigen Führungs-Tools an der richtigen Stelle ein.

Fazit

Ein Happy Leader ist selbst-bewusst, das heißt: Er ist sich seiner selbst als Mensch und in seiner Rolle als Führungskraft bewusst. Er kennt seine Stärken und Schwächen, weiß, was er braucht und erreichen will, und sorgt für sein körperliches und seelisches Gleichgewicht, um Energie und positive Ausstrahlung zu haben, mit der er begeistern und seine Mitarbeiter auf seinem Erfolgsweg mitnehmen kann. Er sorgt für ein gesundes Unternehmensklima, eine lebendige Meeting-Kultur und bezieht die kollektive Intelligenz seiner Mitarbeiter aktiv mit ein. Die Vorteile des Netzwerkens und des kollegialen Austausches schöpft er sinnvoll aus und holt sich da professionelle Unterstützung, wo er selbst an seine Grenzen kommt. Aufgrund seines Selbstbildes, seiner Menschlichkeit und der Gewissheit, dass kein Mensch alles wissen kann, kann er souverän mit seinen eigenen und den Stärken und Schwächen anderer umgehen.

Über das Buch
Sabine Bredemeyer: Happy Leaders – Happy People – Great Results. Über die Kunst, ausgeglichen und erfolgreich zu führen
BusinessVillage, Göttingen 2019, 270 Seiten, 29,95 Euro
ISBN: 978-3-86980-452-1

Autorin
Sabine Bredemeyer ist Mentorin, Coach und Beraterin für Unternehmer und Führungskräfte in Melle.