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| Was machen . . . Nils Andresen und Pascal Schwarzmeier?

Kundenkontakt mit Pac-Man

Wenn sich Pascal Schwarzmeier und Nils Andresen auf den nächsten Sparkassen-Event vorbereiten, werden schon mal Videokonsolen angeschlossen, Joysticks ausprobiert und probeweise ein paar Moorhühner erlegt. Was ist da los?

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Videospiele sind populär, und das nicht nur bei der jüngeren Generation. Spätestens seit den 80er Jahren, als sich Pac-Man gierig durch Labyrinthe fraß und Super-Mario noch „Jumpman“ hieß, gehören sie zur Popkultur genauso wie zum täglichen Freizeitvergnügen. Sogar zu globalen Events haben sich Computerspiele entwickelt: Weltmeisterschaften und World Cups begeistern – besonders in Asien – Millionen Fans und füllen Stadien. Stars werden geboren und genießen beispielsweise in Japan den Status wie hierzulande Marco Reus oder Toni Kroos.

 
Experten für spielerische Verkaufsförderung: Pascal Schwarzmeier aus München. © privat

Um die Rettung entführter Jungfrauen aus Gorilla-Pranken geht es heute noch, allerdings ist der Wettstreit mit realen Gegnern für viele „Gamer“ die attraktivere Variante. Elektronischer Sport (kurz E-Sport) erobert gerade Europa, sogar einen E-Sport-Bund Deutschland gibt es bereits. Auch in Sparkassen tritt man immer öfter an der Spielkonsole gegeneinander an. „Junge Erwachsene haben oft nur wenig Kontakt zu ihrer Sparkasse“, sagt Nils Andresen aus der Verkaufsförderung der Sparkasse Bremen, „doch bei unseren Gaming-Events rennen sie uns
die Türen ein.“

Gespielt wird in Bremen elektronischer Fußball, die Sparkasse kooperiert dabei mit dem SV Werder. Der Bundesligist unterhält mittlerweile eine eigene E-Sport-Abteilung, die Spieler treten im Wettbewerb Fifa19 an (früher bekannt als Fifa Football). Die Sparkasse Bremen richtet hierfür Qualifikationsturniere aus. „Wir hatten Platz für 32 Teilnehmer, mitmachen wollten 200. E-Sport sehen wir darum als eine tolle Möglichkeit, gerade die Jüngeren für ihre Sparkasse zu interessieren“, so Andresen. Auch einige deutsche Stars gibt es schon, wenn sie auch noch nicht so gefeiert werden wie in Asien – das den elektronischen Sport sogar ins Programm seiner Kontinentalspiele 2022 aufnehmen will.

 
... und von der Sparkasse Bremen Stadtsparkassenberater Niels Andresen. © privat

Bei der Stadtsparkasse München kümmert sich unter anderem Pascal Schwarzmeier um die Gaming-Aktivitäten seines Arbeitgebers. Der 20-jährige gebürtige Münchner ist eigentlich Kundenberater, betreibt privat aber selbst leidenschaftlich E-Sport und ist darum gern genommener Experte für jene Dinge, die die computer-affine „Generation Z“ einfach besser weiß als die in Ehren ergrauende Generation Pac-Man. Trotzdem ist E-Sport keine Sache nur der Jugend. „Studien zeigen, dass fast ein Drittel der Gamer 50 Jahre und älter ist“, sagt Schwarzmeier.

Schmuddelkind wird Shooting-Star

Beim E-Fußball-Turnier der Münchner Stadtsparkasse im Februar dieses Jahres erwies sich zudem, dass nicht nur versierte Bildschirmsportler der Einladung folgten. Genauso viele Kunden nutzten die Gelegenheit, ein für sie völlig unbekanntes Spielfeld zu betreten, ließen sich die Funktion des Joysticks erklären und wollten ihn alsbald nicht mehr aus der Hand geben. Eine Woche lang dauerte das Turnier in der Kundenhalle, inklusive Begrüßung durch den Vorstand, bequemen Sesseln und farbloser Trend-Cola vom Getränke-Sponsor; Journalisten führten Interviews und am Ende wechselten wertvolle Preise die Besitzer.

Keine Frage: Auch in Deutschland treten E-Sport und Gaming gerade aus der „Nerd-Ecke“ heraus und werden, wie die Sportschau unlängst feststellte, „von Schmuddelkindern zu Shooting-Stars“. – Wer sich das Münchner Turnier in bewegten Bildern ansehen will, wird übrigens auf Youtube fündig.