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| Sparkasse Worms-Alzey-Ried

Sparkassenfiliale in Heimarbeit gebaut

Beratungscenter im Beratungscenter: Christiane Jäger hat "ihre" neue Geschäftsstelle detailliert als Playmobil-Modell nachgebaut. Nicht nur die Kunden freuen sich darüber.

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Die Sparkasse Worms-Alzey-Ried hat vor Kurzem ein neues Beratungscenter in Lampertheim eröffnet. Genaugenommen nicht eines, sondern gleich zwei: Als Überraschung wurde das „Beratungscenter im Beratungscenter“ präsentiert. Sparkassenmitarbeiterin Christiane Jäger hatte die Geschäftsstelle als Playmobil-Modell nachgebaut. Dabei achtete sie sehr genau auf die Details - bis hin zur Auswahl der Playmobil Figuren, die dem realen Team sehr nah kommen. Von der kreativen Idee profitieren auch die jungen Kunden. Sie wurden in der Aktionswoche nach der Eröffnung eingeladen, bei einem Gewinnspiel Einiges in der Miniaturgeschäftsstelle zu entdecken. Doch auch für die Kollegen macht die Playmobil-Geschäftsstelle viel Freude.

 
Die Dame am Empfang könnte die Playmobil-Bauherrin Christiane Jäger darstellen. © Sparkasse

Christiane Jäger arbeitet am Empfang des Beratungscenters Lampertheim im südhessischen Kreis Bergstraße. Sie erläutert die Entstehung der Playmobil-Geschäftsstelle, deren "Bauherrin" sie war.

Gebietsdirektor Marc Sittel berichtet über erste Erfahrungen mit dem "großen" Beratungscenter - denn nicht nur der äußere Rahmen der Beratungsgespräche hat sich verändert.

Frau Jäger, wie ist die Idee zur Playmobil-Geschäftsstelle entstanden?
Christiane Jäger: Sie entstand beim Spielen mit meinem Enkelkind. Mittlerweile gehört mein Enkelkind zur dritten Generation, die bei uns mit Playmobil spielt. Ich erinnere mich noch gut, wie ich selbst als Kind 1974 zum ersten Mal die damals ganz neuen Figuren geschenkt bekommen habe. Damals wie heute faszinieren mich vor allem die Vielfalt und die Details. Vor etwas mehr als zehn Jahren habe ich dann zufällig entdeckt, dass es einen Bankschalter gibt. Sogar mit einem Geldautomaten. In der kleinen „Zwei-Mann“-Geschäftsstelle, in der ich eingesetzt war, hatten wir zu diesem Zeitpunkt keinen Geldautomaten. Ich habe mir dann den Spaß gemacht und meinen Kollegen mit einem kleinen Geldautomaten überrascht. Wie sehr sich alles verändert hat bei der Ausstattung einer Geschäftsstelle ist mir bei der Suche für das Modell aufgefallen. So passt der klassische Bankschalter mit der Trennscheibe aus Panzerglas gar nicht mehr zum Erscheinungsbild einer modernen Filiale wie unser Beratungscenter.

 
Das Sparkassengebäude ist bei Playmobil eigentlich als Klinik gedacht gewesen. © Sparkasse

Wie ist sie bei den Kollegen angekommen?
Wie die Reaktionen bei den Kollegen sein würden, darüber war ich mir vor der offiziellen Vorstellung nach einer Teamsitzung tatsächlich etwas unsicher. Schließlich ist es ja Spielzeug. Gebaut habe ich es in meiner Freizeit zuhause. So hat niemand den Baufortschritt mitbekommen. Aber: Meine Teamkollegen fanden es super und haben sich total gefreut. Sie haben gleich ihre Handys gezückt und Fotos gemacht von den vielen Details. Und auch die ersten Vorschläge zu den einzelnen Figuren und Szenen gemacht. Besonders „mutig“ fand ich die Idee eines Kollegen, dass die kleine Chef-Figur doch einfach die Füße auf den Schreibtisch legen sollte. Unser Chef hat es mit Humor genommen. Geholfen hat mir, dass es von Playmobil extra für die Sparkasse angefertigte Figuren gibt. Davon sind natürlich auch welche als Kollegen und Kolleginnen im kleinen Beratungscenter vertreten. Der Spaß mit dem Modell hat manche Anstrengung während der langen Umbauphase vergessen lassen.

 
45 Jahre Playmobil-Erfahrung: Christiane Jäger. © Sparkasse

Und fanden die Kunden die Playmobil-Geschäftsstelle?
Auch unsere Kunden waren begeistert. Manche kamen aufgrund der Berichterstattung zur Eröffnung sogar extra, um sich das Modell anzusehen. Übrigens nicht nur zusammen mit Kindern. Auch hier wurde viel entdeckt von den Details bis hin zu Original-Formularen, die ich selbst im Miniaturformat erstellt habe. Gleichzeitig konnten wir bei den Besuchen das große Beratungscenter vorstellen. Eine ideale Möglichkeit, die Vorteile einer modernen Sparkasse in der Nachbarschaft so „spielerisch“ zeigen zu können.

 
Die Figuren kommen nach Angaben der Sparkasse den realen Filialmitarbeitern recht nahe. © Sparkasse

Haben Sie sich in der Bauphase der Miniaturfiliale intensiver mit dem Gesamtkonzept des Beratungscenters beschäftigt?
Ja, schließlich wollte ich alles so detailgetreu wie möglich nachbauen. Bei den Bildern in den Beratungsbüros und unseren Werbeplakaten habe ich mir mit Fotos beholfen, die ich dann verkleinert habe. Bei unserem neuen digitalen Ticketsystem für die Anmeldung im Servicebereich war das schwieriger. Wie das genau aussieht und was genau auf dem Bildschirm angezeigt wird, das habe ich mir dann erst am Abend vor der Eröffnung ansehen können. Die frühzeitige Beschäftigung mit den neuen Abläufen des Systems zum „gerechten Warten“ hat mir dennoch enorm geholfen, schnell damit arbeiten zu können. Ich habe mich dadurch viel sicherer gefühlt, unseren Kunden zu zeigen, wie es funktioniert und welche Vorteile sie davon haben.

 
Firmenkundenberatung in der Playmobil-Filiale. © Sparkasse

War es schwierig, alles für die Miniatur-Ausgabe des Beratungscenters bei Playmobil zu finden?
Es gibt zwar das spezielle Sparkassen-Sortiment, aber manches ist natürlich nicht mehr ganz zeitgemäß. Das hat mir aber auch nochmal bewusst gemacht, wieviel sich in der Finanzbranche getan hat in den letzten Jahren und wie topmodern wir hier mit unserem Beratungscenter sind. Ich musste mir also etwas einfallen lassen. Das Gebäude mit den vielen Räumen zum Beispiel ist eigentlich eine Klinik. Gebraucht wird der Platz, denn ich wollte unbedingt auch die Räume für das Immobilien-Center, für Firmenkunden sowie Privat-Banking zeigen. Dadurch kommt man dann leichter ins Gespräch darüber, was wir alles in der Geschäftsstelle bieten. Bei der Kundensafe-Anlage habe ich beim Sortiment für Hotels das Passende gefunden. Auch zum Befüllen der Tresore mit winzigen Goldbarren, Scheinen oder Münzen. Geholfen hat mir für solche Details der Ersatzteil-Bestell-Service von Playmobil.

Wie fühlen Sie sich in der neuen "realen" Arbeitsumgebung, und was sagen Ihre Kunden zu der neuen Raumgestaltung?
Es macht Spaß, hier zu arbeiten. Ich habe den ganzen Umbau miterlebt und das war teilweise auch anstrengend, denn der Geschäftsbetrieb ging während der ganzen Bauphase weiter. Wenn man aber jetzt sieht, was man aus den Räumen machen konnte, ist das schon toll und hat die Mühe gelohnt. Wenn dann auch noch Kunden hereinkommen und bewundernd staunen - da ist man dann auch ein bisschen stolz. Denn der Umbau zeigt ja auch die Wertschätzung gegenüber unseren Kunden. Den wenigen, die uns auf die Umbaukosten ansprechen, können wir ein gutes Argument liefern: Wer zuhause umbaut, entscheidet sich auch für eine moderne Gestaltung, in der man sich wohlfühlt.

Wenn Sie die Arbeitswelt zu Beginn Ihrer Ausbildung mit heute vergleichen, was ist für Sie der größte Unterschied?
Das ist die Digitalisierung. Vieles, was wir heute selbstverständlich einsetzen und vieles einfacher macht, gab es 1984 zu Beginn meiner Ausbildung noch nicht. Es war einfach noch nicht erfunden, zum Beispiel Großbildschirme oder Tablets. Beides setzen wir heute in der Beratung ein. Die neuen Erklär-Möglichkeiten kommen sehr gut bei unseren Kunden an. Gewandelt hat sich auch die Bedeutung der Beratung. Sie hat bereits in der Ausbildung einen sehr hohen Stellenwert - in der Theorie, aber vor allem in der Praxis. Und das in einer Tiefe, die mich regelmäßig in den Gesprächen mit unseren Auszubildenden beeindruckt. Ich erinnere mich noch, wie ich an Ultimo zusammen mit anderen Azubis Berge von Kontoauszügen wegsortiert habe. Eine Arbeit, die dank elektronischem Postfach schon lange weggefallen ist und die auch niemand vermisst.

 
© Sparkasse

Die Sparkasse Worms-Alzey-Ried gehörte bundesweit zu den ersten, die Business Casual als neuen Kleidungsstil eingeführt haben. Zurzeit läuft auf breiter Basis das Angebot für die Mitarbeiter zum mobilen Arbeiten auch von zu Hause aus. Wie empfinden Sie diesen Kulturwandel?
Ich denke, das passt alles sehr gut zusammen. Was mir besonders gut gefällt und ich früher so eigentlich kaum erlebt habe, ist die Einflussmöglichkeit als einzelner Mitarbeiter. So wurden wir beim Umbau mit einbezogen, als es beispielsweise um die Frage ging, welche Tapete in welchen der Beratungsräume passt. Das „Sportzimmer“ mit einer Fototapete eines Kletterers war eine Idee des Teams. Sie wurde umgesetzt und kommt in der Praxis bei den Kunden hervorragend an. Das motiviert, und wir identifizieren uns noch mehr mit unserem neuen Beratungscenter mit echter Wohnzimmeratmosphäre.

„Mit jeder neuen Erfahrung wächst die Kompetenz“

Das neue "große" Beratungscenter in Lampertheim ist seit drei Monaten im Einsatz - und hat auch den Mitarbeitern neue Erfahrungen beschert, denn digitale Medien spielen nun in der Beratung eine wichtigere Rolle. Drei Fragen an Gebietsdirektor Marc Sittel.

Die Nutzung der digitalen Möglichkeiten in der Beratung mit Großbildschirmen und Tablets ist nicht nur für die Kunden neu. Wie haben Sie sich im Beraterteam darauf vorbereitet?
 
Marc Sittel über die reale Filiale: "Mit jeder neuen Praxis-Erfahrung wächst unsere digitale Kompetenz." © Sparkasse

Marc Sittel: Wir haben uns intensiv darüber ausgetauscht und uns gefragt: Was benötigen wir? Wie wollen wir die Technik nutzen? Wie stellen wir uns die Beratung der Zukunft vor? Alle Erklärfilme, die wir auf den neuen Großbildschirmen zeigen, haben wir zum Beispiel gemeinsam ausgewählt. Wie die ankommen und wie es insgesamt läuft, dazu haben wir einen regen Erfahrungsaustausch. Kollegen machen sich dafür nach Terminen Notizen, über Erfahrung und Einsatz der digitalen Möglichkeiten. Um aus den Möglichkeiten und Erfahrungen das bestmögliche Ergebnis zur erzielen, werden wir Workshops zur optimalen Nutzung und den gezielten Einsatz der modernen Medien durchführen.

Wie weit fühlt sich das Team digital kompetent, um in dieser neuen Beratungsatmosphäre erfolgreich zu sein?
Bei dieser Reise in die moderne Beratung galt es bisher visionär unterwegs zu sein. "Was wäre richtig genial?" Wir haben versucht, dafür den Weg zu ebnen. Nun sammeln die Kollegen Praxiserfahrungen und fühlen sich dabei sichtlich wohl. Das tolle Feedback zu unserem neuen Beratungscenter hilft dabei, sich jetzt verstärkt mit der neuen Gestaltung der Beratungsgespräche zu beschäftigen. Finanzchecks werden stärker mittels iPad durchgeführt. Der Kunde wird aktiv eingebunden. Mit jeder unserer neuen Praxis-Erfahrungen wächst auch unsere digitale Kompetenz.

Hat sich die Teamarbeit, haben sich Abläufe insgesamt geändert?
Ja, denn es muss ja alles gut ineinandergreifen. Das Ticketsystem leistet große Hilfe. Kunden haben den neuen Ablauf sehr schnell verstanden und „genießen“ teilweise regelrecht die gemütliche Atmosphäre im Wartebereich. Für die Kollegen entspannt dies die Arbeit, da der gesamte Ablauf wesentlich ruhiger und geordneter möglich ist als früher. Wird der Kunde dann bedient, dann geschieht dies gleich fallabschließend. Dadurch kann der Vertriebsprozess immer besser umgesetzt werden. Kurze Wege vereinfachen die Zusammenarbeit. Vieles wird direkt geklärt, statt zu telefonieren oder Mails zu schreiben. Wir sind sicher, dass sich noch viele Möglichkeiten zur Optimierung der Abläufe ergeben. Ziel ist es, mehr vertriebsaktive Zeit zu haben für unsere Kunden.

Die Interviews führte Volker Rathay, Pressesprecher der Sparkasse Worms-Alzey-Ried, für die SparkassenZeitung.