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| Umsetzungsbaukasten 03/18

Tauziehen um beste Kräfte

Das DSGV-Projekt „Arbeitgeberattraktivität 2.0“ hat im vergangenen Monat die Zugriffszahlen im UBK deutlich gesteigert. Erarbeitet worden sind darin vor allem Konzepte und Maßnahmen, um erfolgreich Auszubildende zu gewinnen sowie Leistungs- und Potenzialträger emotional zu binden.

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Die Sparkassen-Finanzgruppe ist der größte Ausbilder im deutschen Kreditgewerbe und einer der größten Ausbilder bundesweit. Die Sparkassen sind – wie bereits im Vorjahr – der beliebteste Arbeit­geber für Berufseinsteiger unter allen Finanzdienstleistern. Die demo­grafische Entwicklung und der Trend zum Studium sorgen in den klassischen Ausbildungsberu-fen allerdings für einen Bewerbermangel und starken Wettbewerb um geeignete Nachwuchskräfte vonseiten der Sparkassen, Banken, Versicherungen und Hochschulen.

Der Beruf des Bankkaufmanns hat zudem bei jungen Menschen stark an Attraktivität verloren. Stand eine Ausbildung bei der Bank oder Spar­kas­se früher für viele Abiturienten für Sicherheit und eine solide Basis für die weitere berufliche Karriere, hat sich dieses Bild durch die Auswirkungen der Finanzkrise und damit einhergehender Restrukturierungen in der öffentlichen Meinung grundlegend geändert. Oder wie es unlängst in der Tageszeitung "Die Welt" zugespitzt zu lesen war: "Der einst so hoch ange­sehene und begehrte Beruf des Bankkaufmanns droht zum Auslauf­modell zu werden."

 
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Ein Blick auf die Zahl der weiterhin rückläufigen Neueinstellungen von Auszubildenden bei Sparkassen macht deutlich, wie bedenklich die Lage ist. Die Schere zwischen geplanten und realisierten Neuein-stel­lungen von Auszubildenden vergrößert sich seit Jahren. Im Ausbil­dungs­jahr 2016/17 betrug die Differenz bereits 11,1 Prozent. So konnten bei den Sparkassen von 4800 angebotenen Ausbildungsstellen nur 4200 besetzt werden (s. Abb. 1).

Nach wie vor ist die Bankaus-bildung der Hauptrekrutierungsweg für Sparkassen und Landesbanken. Den Instituten stehen jedoch durch diese Entwicklung sowohl quantitativ als auch qualitativ weniger Nachwuchskräfte zur Verfügung. Die demografische Entwicklung ist auch in der Belegschaft der Sparkassen und Landesbanken spürbar. Das Durchschnittsalter liegt derzeit bei zirka 45 Jahren – Tendenz steigend. In den nächsten fünf Jahren werden altersbedingt sieben Prozent der Beschäftigten ausscheiden, und diese Entwicklung wird sich in den nächsten Jahren noch verstärken: 32 Prozent sind zwischen 50 und 60 Jahre alt. Ohne qualifizierte Nachwuchskräfte führt dies zur Überalterung (s. Abb. 2).

Digitalisierung erfordert gute Ausbildung

Durch die altersbedingte Fluktuation und den Wandel von Tätigkeits­feldern besteht trotz oder gerade wegen der Digitalisierung auch in den nächsten Jahren Bedarf nach gut ausgebildeten und enga­gierten Beratern und Spezialisten. Schülermarketing und Mitarbeiter­bindung sind deshalb von großer personalstrategischer Relevanz für die Institute. Verstärkte Aktivitäten im Bereich des Personalmarketings, die Gewinnung von Auszubildenden und die emotionalen Bindung von Leistungs­trägern sind für die Institute der Sparkassen-Finanzgruppe daher elementar. Mit den nachfolgenden Projektergebnissen in den vier Handlungsfeldern unterstützt der DSGV in diesem Sinne von zentraler Stelle:
  • Gewinnung und Bindung von Auszubildenden,
  • Arbeitgeberpositionierung ,
  • Personal und Karriere im Internet und den sozialen Medien,
  • Bindung von Potenzial- und Leistungsträgern.
In der Praxis bedeutet das:
  • bundesweite Personalmarketingkampagne "Spannend ab dem ersten Tag",
  • Handreichungen zur Erleichterung der Mitarbeitergewinnung und -bindung,
  • inhaltlicher Ausbau und Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit des Karriereportals,
  • Kompetenzentwicklung über die Akademien und die S-Managementakademie.
Dazu kommen die vielfältigen Aktivitäten vor, während und nach der Ausbildung der Sparkassen vor Ort. Die unterschiedlichen Azubiprojekte sind dafür gute Beispiele. In den Sparkassen gibt es eine beeindruckende Bandbreite von Ansätzen, wie Eigenverant­wortlich­keit und Ideenreichtum der Auszubildenden gefördert und eingesetzt werden können: von selbstorganisierten Einführungswochen über gemeinnützige Projekte oder Social-Media-Redaktionen bis hin zu den Azubifilialen.

Neben diesen Anstrengungen wird auch das Thema "Neuordnung des Berufsbilds Bankkauffrau/-mann" angegangen und parallel dazu ein pädagogisch-organisatorisches Gesamtkonzept mit digitaler Infrastruktur als Grundlage für eine innovative Ausbildung in der Sparkassen-Finanzgruppe entwickelt. Eine vielseitige Aus­bildung, die auf Wertschätzung und Vertrauen basiert, Handlungsorien­tierung fördert und die Potenziale junger Menschen fordert, ist dabei das Ziel.

Fazit

Um weiterhin als Qualitätsanbieter im Markt zu überzeugen, muss die Sparkassen-Finanzgruppe mit überzeugenden Konzepten, die unter anderem im Projekt "Arbeitgeberattraktivität 2.0" erarbeitet worden sind, Auswahl, Ausbildung und Befähigung der nachwachsenden "Generation Sparkas­se" verbessern. Gelingt das, kann zusammen mit den Erfah­rungs­trägern in den Instituten der Wandel im Vertrieb und Betrieb gestaltet werden.

Zuständige Projektleiter: Ute Hennings, Dr. Michael Thaler 

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) unterstützt die Institute und Institutionen der Sparkassen-Finanzgruppe mit den im Rahmen der strategischen Planung gemeinsam erarbeiteten Projekt­ergebnissen. Das zentrale Medium in der Projektlandschaft, das gezielt Informationen über geplante, laufende und abgeschlossene Projekte bereitstellt, ist der Umsetzungsbaukasten (UBK).

Unter http://www.umsetzungsbaukasten.de  können autorisierte Nutzer neben dem Projektsteckbrief des DSGV regionale Projektinformationen aufrufen. Spätestens mit Abschluss des Projekts werden dessen Ergebnisse (z. B. Konzepte, Rollout-Leitfäden [Rolf], Kommunikations- und Schulungsunterlagen des DSGV) im Umsetzungsbaukasten (Rubrik: Ergebnisse/Umsetzungshilfen) eingestellt und stehen den Nutzern dort zum Download zur Verfügung.

In den Betriebswirtschaftlichen Blättern präsentieren wir Ihnen monatlich eine Liste mit Projekten, deren Nachfrage durch die Nutzer des UBK im Vergleich zum Vormonat deutlich gestiegen ist.