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| Creditreform-Schuldneratlas

Trend zur Altersüberschuldung nimmt zu

Die Zahl überschuldeter Privatpersonen in Deutschland ist leicht zurückgegangen, erstmals seit 2013. Entspannung ist aber nicht zu erwarten, im Gegenteil.

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Mehr als 6,9 Millionen Bundesbürger im Erwachsenenalter sind überschuldet und weisen nachhaltige Zahlungsstörungen auf. Das sind rund 10.000 Personen weniger als im Vorjahr, wie das Wirtschaftsforschungsunternehmen Creditreform in seinem diesjährigen Schuldneratlas mitteilt.

Der Rückgang um 0,1 Prozent hängt laut Creditreform auch mit dem Bevölkerungszuwachs durch Zuwachs und Migration zusammen. Das Thema Altersüberschuldung habe hingegen nochmals an Bedeutung gewonnen. Creditreform stuft 381.000 Bundesbürger ab 70 Jahren als überschuldet ein. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich eine Zunahme um 118.000 Fälle oder 45 Prozent.

 
Ältere Bundesbürger veschulden sich vor allem bei Geldinstituten. © dpa

Die Überschuldungsquote der über 70-Jährigen bleibe allerdings weiterhin deutlich unter den Vergleichswerten der anderen Altersgruppen. Die Zahl überschuldeter Verbraucher, die älter als 50 Jahre alt sind, habe wiederum deutlich zugenommen,

Trend in Ost und West kehrt sich um

Die Zahl der Überschuldungsfälle ging in Ostdeutschland zum zweiten Mal in Folge um minus 11.000 Fälle zurück. Im Westen stieg sie weiter leicht an um 1000 Fälle. Damit habe sich der Grundtrend in Ost und West umgekehrt, schreibt Creditreform.

Bei den Bundesländern bilden die Schlusslichter wie in den Vorjahren Bremen mit einer Verschuldungsquote von mehr als 14 Prozent, Sachsen-Anhalt und Berlin mit mehr als zwölf Prozent.

Auch angesichts der konjunkturellen Eintrübung rechnet Creditreform kurzfristig mit einer Zunahme der Überschuldungszahlen und in naher Zukunft mit keiner nachhaltigen Entspannung.