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| Porträt

Türöffner in die junge Finanzwelt

Tobias Baumgarten ist bei der Hamburger Sparkasse Teamleiter Campus Zukunft. Privat betreibt er den Finanz-Blog Aboutfintech. Damit hat er sich zu einem bundesweit bekannten Influencer in der FinTech-Szene etabliert. Das färbt auch positiv auf seinen Arbeitgeber ab.

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Mobile Payment, Robo Advisory oder Blockchain - wenn sich Firmenkundenberater oder Kreditspezialisten der Hamburger Sparkasse auf die neuen Entwicklungen in der Finanzwelt vorbereiten, hilft Tobias Baumgarten gerne weiter. Der studierte Betriebswirt ist seit September 2018 Teamleiter des Campus Zukunft.

Die Einheit gehört zur Haspa Akademie, die sich um die betriebliche Weiterbildung kümmert. Zur Zeit befindet sie sich aber noch in der Konzeptphase. „Künstliche Intelligenz wird für Unternehmen immer wichtiger. Unser Ziel ist es, den Beratern das nötige Wissen zu vermitteln, damit sie sich mit den Kunden auf Augenhöhe bewegen können“, sagt Baumgarten.

 
Blogger Tobias Baumgarten leitet den Campus Zukunft der Hamburger Sparkasse. © Haspa

Doch das nicht alles. Obwohl es nicht seiner offiziellen Funktion entspricht, bereitet er gerne leicht verständlich die Zukunftsthemen der Branche für die gesamte Belegschaft auf, beispielsweise zu Mobile Payment: „Elektronische Zahlungsformen sind ein komplexes Thema. Das vermittele ich den Mitarbeitern mit Beiträgen im Intranet – möglichst klar und plakativ“, sagt er.

Auch privat nutzt der Sparkassen-Manager sein Schreibtalent. Seit mehr als dreieinhalb Jahren betreibt er in seiner Freizeit den Blog Aboutfintech. Ob Porträts von Fintechs, neue Finanzprodukte oder Berichte über Branchen-Events - hier kommentiert der Finanzexperte die jüngsten Entwicklungen. Dabei bemüht er sich unabhängig zu bleiben: „Ich habe nicht den Anspruch, vollständig objektiv zu sein. Ich bin kein Journalist, sondern ein Blogger. Ich schreibe hier meine Meinung“, sagt Baumgarten. Er ist einer von wenigen Influencern, die in der Sparkassen-Finanzgruppe mit eigenen Blogs präsent sind.

Für die Haspa ist er ein guter Multiplikator und Türöffner in die junge Finanzwelt. Unter Finanz-Bloggern und Influcencern wird seine Meinung gehört und geschätzt. „Ich habe mir in den vergangenen Jahren als Influencer einen guten Namen in der Finanzszene erarbeitet. Wenn ich Entwicklungen bewerte, dient das vielen als Diskussionsgrundlage“, sagt der Campus-Zukunft-Leiter. So kann er sein Netzwerk in die Fintech-Gilde weiter ausbauen.

Der gebürtige Lüneburger hat seine berufliche Laufbahn bei der Sparkasse Lüneburg begonnen. Hier macht er eine Ausbildung zum Bankkaufmann und studiert Betriebswirtschaft an der Fachhochschule Nordostniedersachsen. 2008 wechselt er zur Hamburger Sparkasse und steigt über verschiedene Stationen auf. Zu einer seiner wichtigsten Projekten gehört unter anderem der Aufbau des medialen Beratungscenters, das im vergangenen Jahr gestartet ist. Hier berät ein Team Haspa-Privatkunden per Video und Telefon.

Zum Bloggen kommt Baumgarten 2015. Damals wechselte er aus der Kreditanalyse in den digitalen Vertrieb. „Ich habe zu der Zeit viel geschrieben, um meine Erkenntnisse festzuhalten. Und dabei dachte ich: Wenn ich mir schon so viel Arbeit mache, warum sollte ich die nicht mit anderen Menschen teilen.“ Doch das war nur ein Auslöser. Denn der Digitalspezialist nutzt gern Twitter als Plattform, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Schnell merkt er jedoch, dass der Kurznachrichtendienst dafür kaum ausreicht. Er baut eine eigene Webplattform auf, um mehr Platz für seine Analysen zu finden.

Wenn er hier die Lage der Finanzbranche beschreibt, findet er kritische Worte: „Alle großen Banken-Gruppen denken eigentlich nur daran, wie man mit neuen Produkten schnell Geld macht - statt wirklich die Bedürfnisse des Kunden zu lösen“, schreibt er. Dies sei bei jungen Fintechs anders: „Die Gründer erfolgreicher Start-ups haben meist ein Grundproblem erkannt. Sie setzen dann ihre gesamte Energie darauf, um dies zu lösen.“ Ökonomische Ziele seien für sie nachrangig.

Als ein Beispiel hierfür nennt er die beiden Estländer Taveet Hinrikus und Kristo Kläärmann. Sie kamen vor einigen Jahren auf die Idee, ein Portal für Überweisungen aufzubauen. Die Wahl-Londoner hatten sich darüber geärgert, dass die Banken für die Geldtransfers in ihre Heimat hohe Gebühren verlangten. Heute gehören die beiden Gründer von Transferwise mit 1000 Beschäftigten zu den Stars der Londoner Finanzszene. Für Baumgarten ist das Erfolgs-Duo ein gutes Vorbild, um die tradierte Bankenbranche vielleicht zum Umdenken zu bewegen.