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Wenn das Tablet zum Gesprächskiller wird

Die Digitalisierung der Arbeitswelt bringt viele Vorteile. Doch es kann auch anders gehen, wie der Berater Dirk Wiebusch berichtet.

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Vor Kurzem habe er in seiner beratenden Funktion als Gründer und Geschäftsführer des Instituts „Für UnternehmerFamilien“ einen Familienunternehmer in einem Meeting mit zwei Bankberatern unterstützt, berichtet Wiebusch in seinem aktuellen Newsletter. Die Berater seien nicht mit Stift und Notizblock, sondern mit iPads ausgerüstet gewesen; was auch sinnvoll erschien, denn auf diese Weise konnten die digitalen Notizen sicher ihren Weg in die Kundenstruktur finden – ein Mehrwert sowohl für Unternehmer als auch Berater.

Allerdings habe der Einsatz der Technik einen „faden Beigeschmack“ hinterlassen, so Wiebusch. Zwar hätten beide Berater die Anliegen des Familienunternehmers verfolgt, doch während nur einer sprach, habe sich der jeweils andere ins Display seines iPads vertieft. Und hier seien wohl nicht nur Notizen gemacht worden: Anhand der Wischbewegungen habe sich erahnen lassen, dass er vielleicht auch die eine oder andere E-Mail gecheckt wurde.

Respektlosigkeit gegenüber den Besprechungsteilnehmern

Nach dem Beratungstermin habe der Unternehmer irritiert den Austausch mit Wiebusch gesucht. Die Berater hätten sich einander gegenüber respektlos verhalten, da sie sich augenscheinlich wenig für die Aussagen des Kollegen interessierten. Schwerer wiege noch eine weitere Frage, die aus diesem Verhalten resultiere, so Wiebusch: Wie fokussiert sind beide Bankberater in einer gemeinsamen, längerfristigen Kunden-Zusammenarbeit?

 
Nicht immer wird während einer Besprechung das iPad zur Visualisierung komplexer Sachverhalte genutzt – wie auf unserem Foto. Vielfach werden während einer Besprechung damit Mails gecheckt oder sogar beantwortet. © dpa

Begrüßenswert wäre gewesen, das iPad zur allgemeinen Visualisierung komplexer Sachverhalte heranzuziehen, folgert der Berater. So hätten Vertriebskompetenz und gegenseitige Wertschätzung bewiesen werden können. Die Erfahrung zeige, dass der EDV-Einsatz im Kundengespräch Sensibilität und die Fähigkeit zum Umgang mit der Technik benötige – sowohl gegenüber dem Kunden als auch den Kollegen.

Lesen Sie im vollständigen Beitrag weiterhin, wie viel Zeit im Berufsalltag durch den „unbewussten EDV-Einsatz“ draufgeht.