Team digital
Zurück
Arbeit 4.0
Im Arbeitsalltag digital fit werden
Social Collaborating, Cloud Computing, Social Networking – viele Mitarbeiter fühlen sich von der schönen neuen Arbeitswelt überfordert. Der Konzern Versicherungskammer führt die Beschäftigten schrittweise an neue Methoden heran.

Durch die zunehmende Digitalisierung ist unsere Arbeitsweise im Wandel und wird sich auch in Zukunft immer häufiger verändern. Beschäftigte sollen auf diese Herausforderungen flexibel reagieren, mitmachen und dabei auch neue Gestaltungsmöglichkeiten nutzen.

Doch schon heute können viele Beschäftigte nicht mehr mit der Entwicklung Schritt halten. Wie es schrittweise trotzdem funktionieren kann, zeigt das Projekt „Erfahrungsgeleiteter arbeitsintegrierter  Erwerb von digitalen Medienkompetenzen in der berufsbegleitenden Qualifizierung“ (Medea), das von der Europäischen Union gefördert wird.

Auf vorhandene Kenntnisse zurückgreifen

Bei diesem Projekt sollen die Beschäftigten während ihrer regulären Arbeit neue digitale Kompetenzen erwerben, indem sie auf ihre bisherigen digitalen Kenntnisse zurückgreifen und ihre tägliche Arbeit mit neuen digitalen Herangehensweisen ausführen.

Der Konzern Versicherungskammer hat sich mit dem Bereich Leistung Kranken als Unternehmenspartner ange­schlossen. Als Projektziel hatte sich das Team der Versicherungskammer vorgenommen, Abteilungs-Communitys im gerade eingeführten Social-Intranet „Connect“ aufzubauen.

Dabei konnten die Beteiligten individuell ihre einzelnen Lernprojekte selber aussuchen und umsetzen, da jede Abteilungs-Community unterschiedliche Anpassungen benötigte. Communitys sind Arbeitsbereiche innerhalb des Social-Intranets, die jede Abteilung individuell gestalten und nutzen kann.

 

Förderer Medea
Das Projekt „Erfahrungsgeleiteter arbeitsintegrierter Erwerb von digitalen Medienkompetenzen in der berufsbegleitenden Qualifizierung (MEDEA)“ wird im Rahmen des Programms „Digitale Medien in der beruflichen Bildung“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Europäischen Sozialfonds gefördert. 

 

„Medea“ soll Bewusstsein für digitale Medien schärfen

Die Bausteine des Projekts sind erstens Workshops, in denen die Mitarbeitenden ihre Lernprojekte de­finieren, und zweitens Praxisphasen zum Umsetzen der Lernprojekte. In den Workshops werden die Schritte der jeweils folgenden Praxisphase verbindlich festgelegt. Zwischen den Workshops treffen sich die Lernenden virtuell, zum Beispiel in einer Video- oder Webkonferenz, um sich auszutauschen und gegenseitig zu beraten.

Während des Projekts werden die Teilnehmer von Lernbegleitern der Gesellschaft für Ausbildungsforschung und Berufsentwicklung (GAB) in München unterstützt. Die GAB qualifiziert außerdem Teilnehmer vorheriger Projektrunden zu Lernbegleitern, damit sie im Projekt unter anderem organisatorische Aufgaben, etwa die Planung von Web- Meetings und die Verwaltung der Connect-Communitys, sowie die didaktische Begleitung der Lerngruppen übernehmen können.

Am Ende des Projekts erfolgt die Kompetenzbilanzierung, bei der das Lernergebnis individuell für jede Person validiert wird. Hier soll das Bewusstsein der Teilnehmer geschult werden, welche Medienkompetenzen erworben wurden, erklärt Tanja Doll, Lernbegleiterin von Medea.

Sie selbst habe beim Projekt ihre Handlungskompetenz „digitale Technologien bedarfsgerecht und kreativ anwenden“ stark verbessern können, da sie bei der Ausbildung zum Lernbegleiter mit verschiedenen digitalen Medien in Berührung kam und diese je nach Situation und Bedarf auswählen und einsetzen musste.

Eigene Medienkompetenzen realistisch einschätzen

Im Projekt im Bereich Leistung Kranken erleben die Mitarbeitenden, wie sie mit Connect einfacher und schneller zusammenarbeiten können. Gemeinsam können sie nun leichter an Dateien arbeiten und sich über ihre Arbeit austauschen.

Die Mitarbeitenden der Versicherungskammer lernen, ihre eigenen Medienkompetenzen realistisch einzuschätzen, digitale Medien sinnvoll und situationsangemessen zu nutzen sowie diese kritisch zu reflektieren und den Wissensaufbau gezielt zu steuern. So sind sie nachhaltig fit für künftige digitale Herausforderungen.

Nicht mehr nach Telefon- und Urlaubsplänen suchen

Jan Sommer, Teilnehmer beim Projekt, erzählt: „Vor Beginn des Projektes hatte ich mich noch nicht mit Connect auseinandergesetzt. Als ich dann als Connect-Multiplikator ausgewählt wurde, habe ich schnell gelernt, wie wir uns durch eine eigene Abteilungs-Community täglich Zeit sparen können. Wir müssen jetzt nicht mehr nach den Telefonplänen, Urlaubsplänen oder Arbeitsanweisungen suchen, sondern finden alles ganz einfach in unserer Community.

Mir hat besonders gut an dem Projekt gefallen, dass wir uns über Web-Konferenzen standortübergreifend ausgetauscht haben, so konnten wir auch sehen, wie die Abteilungen in München ihre Communitys aufgebaut haben.“

VKB
Die Teilnehmer am Projekt Medea mit ihren Lernbegleitern von der Gesellschaft für Ausbildungsforschung und Berufsentwicklung (GAB, von links): Stephanie Juraschek, GAB München; Versicherungskammer-Mitarbeitende Alexander Wimmer, Tom Singerl, Katrin Schommer, Tanja Doll, Jan Sommer, Melanie Moses, Gabriele Duchstein, Nicole Hemmer, Maximilian Birgmeier, und Slobodan Disic; Florian Gasch, GAB München, und Stephanie Zewe, VKB.

Im Vordergrund steht die Vernetzung

Im Vordergrund des Projekts steht die Vernetzung. Beschäftigte sollen voneinander lernen und neue Kollegen einlernen. Der Prozess des Lernens soll während der Arbeit stattfinden und keine Mehrbelastung für den Beschäftigten sein, sondern während des normalen Linienbetriebs ablaufen.

Die Leiterin der Personalentwicklung im Konzern Versicherungskammer erläutert: „Durch diese Form des arbeitsintegrierten Lernens kann der Einzelne während seiner regulären Arbeit erkennen, dass moderne Tools wie Connect die Arbeit deutlich effizienter gestalten können.“

Zudem beruht Medea auf erfahrungsgeleitetem Lernen, Mitarbeitende sollen sich mit ihren bisherigen digitalen Fähigkeiten und vorhandenen digitalen Geräten aktiv weiterbilden. Gerke: „Mit Medea hat der Bereich Leistung Kranken Pionierarbeit für den Konzern geleistet.“

 

Alexandra Düll, Versicherungskammer
– 11. März 2020