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Weiterbildung
Erfolg vor Augen
Viele Beschäftigte nutzen die Fortbildungsangebote ihrer Sparkasse. So bringen sie ihre Karriere, ihren Arbeitgeber und ihre Persönlichkeit voran. Auch neue Lernformen helfen dabei.

Das Fazit fällt sehr klar aus, wenn Marianna Artemew über ihr Studium an der S-Hochschule spricht. „Ich habe während der sieben Semester gelernt“, sagt die Referentin Vertriebsmanagement Privatkunden bei der Sparkasse KölnBonn, „wie sehr man den Erfolg selbst in der Hand hat.“ Die heute 30-Jährige hat nach einem Assessmentcenter das Studienförderprogramm ihres Arbeitgebers genutzt und ist heute „Bachelor of Science“.

Während der dreieinhalb Jahre gefiel ihr besonders die Mischung aus Theorie an der Hochschule und Praxis in der Sparkasse: „Das ging Hand in Hand und ist für mich der wohl größte Lerneffekt gewesen.“ In dieser Zeit als Förderstudentin hat sie ihr Netzwerk ausgebaut: „Durch die vielen Gespräche mit Kommilitonen aus anderen Häusern habe ich meine Fühler in die Finanzgruppe hineingestreckt und gelernt, die eigene Sparkasse noch viel besser einzuschätzen.“ Heute hält sie die Kontakte über den Alumni-Verein der Hochschul-Absolventen aufrecht (unser Bild zeigt sie mit dem Vorstand des Vereins).

Fort- und Weiterbildungen sind hilfreich für die Karriere in der Sparkassen-Finanzgruppe und stärken die eigene Persönlichkeit. Institute wie die Sparkasse KölnBonn oder die Stadtsparkasse München bieten ihren Angestellten eine breite Auswahl. Neben klassischen Angeboten wie Lehrgängen zum Kundenberater oder Sparkassenbetriebswirt spielen neue Formate eine immer größere Rolle.

Webinare und E-Learning machen flexibel

Dazu zählen Webinare, die zu festen Zeiten online stattfinden und den direkten Austausch zwischen Referenten und Teilnehmern virtuell ermöglichen. Daneben hat sich E-Learning etabliert, mit dessen Hilfe es möglich ist, sich zeitlich ungebunden mit fachlichen Themen intensiv online zu beschäftigen. Unabhängig vom jeweils gewählten Format ist es wichtig, die Interessierten geschickt zu motivieren, sich mit dem neuen Stoff intensiv auseinanderzusetzen.

Die Stadtsparkasse München hat ihre Beschäftigten mit I-Pads ausgestattet. Entsprechend rechnet Robert Wegmann als Bereichsleiter für Ausbildung und Mitarbeiter-Qualifizierung mit einer Zunahme des mobilen und flexiblen Lernens. Dabei denkt er neben E-Learning und Webinaren auch an Erklärfilme und Tutorials: „Mit dem Videoformat über das I-Pad sind die Fachabteilungen in der Lage, sehr individuelle Lerninhalte einer großen Zielgruppe zur Verfügung zu stellen.“ Die Beschäftigten können Themen jederzeit aufrufen und sie sich auf Wunsch auch mehrmals ansehen.

Aus Wegmanns Erfahrung eignen sich Webinare vor allem, wenn ein aktuelles Thema kurzfristig einer größeren Zahl von Personen möglichst ressourcenschonend vermittelt werden soll: „So sparen sich die Betroffenen den Fahrweg ins Bildungszentrum.“ Damit die Lerninhalte auch ankommen, ist es ihm zufolge besonders wichtig, die Teilnehmer immer wieder live mit einzubeziehen und auf einzelne Fragen einzugehen – beispielsweise in Form von Chats oder Wortmeldungen der Teilnehmenden per Telefon.

Kleine Aktionen nehmen die Scheu vor dem Mikrofon

Je nach technischer Ausstattung des Webinars lassen sich auch kurze Umfragen zur Interaktion nutzen. Kleine Aufgaben, wie etwa eine Vorstellungsrunde bei überschaubarer Teilnehmerzahl, nehmen den Mitmachenden die Scheu vor der Technik. „Ist im Webinar erst einmal etwas gesagt“, so Wegmann, „traut man sich auch eher wieder ans Mikrofon ran.“

Die zeit- und ortsungebundene Form des E-Learnigs nutzt die Stadtsparkasse München demgegenüber beispielsweise, wenn es darum geht, wichtiges Detailwissen im Versicherungsbereich zu vermitteln. Auch eine Quizz-App hilft dabei, sich mit grundlegenden Informationen zu beschäftigen. „Wir haben beides im Einsatz und fahren recht gut damit“, sagt Wegmann. Interessierte können aus einem großen Angebot an Fachthemen ihren speziellen Wissensbedarf decken.

Für ihren Lernerfolg sind sie dabei jeweils selbst verantwortlich. Tests helfen ihnen, den eigenen Lernfortschritt zu erkennen. „Wenn es hingegen um regulatorische oder aufsichtsrechtliche Themen wie Datenschutz, Geldwäsche oder IT-Sicherheit geht“, ergänzt der Bereichsleiter, „dient uns die Prüfung als Nachweis der Qualifizierung des Mitarbeiters.“

Die Mehrzahl der Azubis will sich schnell fortbilden

Bei der Sparkasse KölnBonn sind sieben, wenn nicht gar acht von zehn Auszubildenden daran interessiert, nach ihrem Abschluss eine Fortbildung zu absolvieren, sagt Monica Cocco, Teamleiterin Personalberatung. „Den Weg zum Sparkassenbetriebswirt bieten wir all jenen an, die sich gerne intern fortbilden möchten“, sagt sie.

Während der Präsenzphasen, die insgesamt viereinhalb Monate an der Sparkassenakademie NRW dauern, sind die Studierenden mit vollen Bezügen freigestellt. „Das ist für uns einer der höchsten, anerkannten Abschlüsse“, sagt die Diplom-Betriebswirtin. Den solle und müsse man erreichen, um eine erste Führungsaufgabe übernehmen oder im Rahmen einer Fachkarriere eine Referentenposition in Stabs- oder Vertriebsbereichen einnehmen zu können.

Für Auszubildende, die im Anschluss ein Studium ins Auge fassen, bietet die Sparkasse KölnBonn ein Studentenförderprogramm. „Das stellt unser Haus insgesamt zwölf Personen pro Jahrgang zur Verfügung“, erläutert Cocco. Die können dann ein Vollzeitstudium an den klassischen Hochschulen – Uni oder TH Köln sowie Uni Bonn oder Hochschule Bonn-Rhein-Sieg – absolvieren. Als Alternative bietet sich beispielsweise auch die Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe an, die seinerzeit Marianna Artemew gewählt hat.

Teilzeitvertrag sichert Praxis und Einkommen

Den Vorteil des Programms beschreibt Beate Zimmermann als Teamleiterin Personalentwicklung der Sparkasse KölnBonn so: „Während des Studiums können sich die Betroffenen in jedem Semester wünschen, in welcher Abteilung sie eingesetzt werden wollen. Sie haben in dieser Phase einen Teilzeitvertrag und bekommen monatlich eine finanzielle Unterstützung von uns.“  Im Gegenzug erklären sie sich bereit, nach absolviertem Studium noch zumindest 24 Monate im Haus zu bleiben.

In jedem Fall bekommen die Geförderten eine ihrem Abschluss entsprechend qualifizierte Aufgabe. Als Studienfächer bieten sich Betriebs- und Volkswirtschaft an. Zimmermann ergänzt: „Wir fördern zudem Wirtschaftsinformatik wie auch -mathematik und sind offen für weitere Studiengänge, die beispielsweise in Richtung Digitalisierung gehen.“

Aus Sicht ihrer Kollegin Cocco wird der Sparkassenbetriebswirt in etwa mit dem Bachelor gleichgesetzt. Wer den Master noch draufsetze, ergänzt die Chefin des Teams Personalberatung, qualifiziere sich für ganz spezielle Aufgaben. „Insofern fördern wir den Master eher begrenzt, weil wir ihn nur auf wenigen, sehr spezialisierten Positionen benötigen“, sagt sie.

Wenn Marianna Artemew an ihre Zukunft denkt, kann sich die Referentin Vertriebsmanagement Privatkunden auf längere Sicht durchaus auch vorstellen, einmal eine Führungsposition zu übernehmen. „In jedem Fall“, sagt sie mit Blick auf ihr Studium, „würde ich es noch einmal genauso machen.“

Wofür sich einzelne Angebote besonders empfehlen

Webinare. Sie eignen sich vor allem fürs Vermitteln von besonders aktuellem Fachwissen, das einer größeren Anzahl von Beschäftigten innerhalb kürzester Zeit präsent sein soll. Die Vorteile dieses internetbasierten Formats, das zu verabredeten Zeiten stattfindet: Zeit- und Kostenersparnis wegen wegfallender Fahrtkosten zum Seminarraum. Zudem können die Referierenden auf die Teilnehmenden zum Beispiel via Chat eingehen.

E-Learning. Gerade für das Studium grundlegender Fachinformationen bietet sich diese zeit- und ortsunabhängige Lernform an – egal ob stationär am Rechner oder mobil via Notebook. Wissensfortschritte lassen sich dabei problemlos mithilfe von Tests online nachhalten.

Seminare. Falls es um Themen der Persönlichkeitsentwicklung etwa im Rahmen eines Führungskräftetrainings geht, ist es immer noch angebracht, ganz klassisch auf Präsenzangebote zu setzen. Denn in diesen Fällen ist der unmittelbare Austausch der beteiligten Personen untereinander ganz besonders wichtig.

 

 

Rudolf Kahlen
– 24. März 2020