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| SR-Mittelfristplanung Banksteuerung

Planungsgrundlage für künftige Banksteuerung

Die SR-Mittelfristplanung Banksteuerung ist Grundlage für die Planung der fachlichen Entwicklungsschwerpunkte der Sparkassen Rating und Risikosysteme (SR), die IT-Anwendungsplanung der Finanz Informatik (FI) und die Rollout-Planung der Verbände.

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Durch die SR-Mittelfristplanung Banksteuerung erhalten die Sparkassen eine große Planungssicherheit. © canjoena/fotolia
Durch die SR-Mittelfristplanung Banksteuerung (MFP) wird eine effiziente, zielgerichtete und synchronisierte Beauftragungslage zwischen Verbänden, FI und SR ermöglicht. Die MFP ist im Mai 2017 erstmals vom Fachrat Banksteuerung für 2018 bis 2020 zur Umsetzung empfohlen worden. Die MFP fokussiert auf die wesentlichen vier Risikoarten nach MaRisk sowie die Risikotragfähigkeit und Kapital­planung. Auf dieser Basis präzisieren und detaillieren Verbände, FI und SR die Zusammenarbeit der nächsten Jahre und stimmen ihre Termine für die Lieferung von Fachkonzepten sowie die Bereitstellung der neuen FI-Anwendungen ab. Dabei orientiert man sich am erfolgreichen Planungsvorgehen in den Themen Rating und Adressenrisiko der vergangenen Jahre.

Umsetzungsfahrplan in Abstimmung mit allen Beteiligten

Die SR-MFP Banksteuerung basiert auf den Anforderungen aus dem sogenannten Fachlichen Methoden-Zielbild des Fachrats Banksteuerung sowie den Anforderungen von Nutzern und Aufsicht. In Abstimmung aller am Umsetzungs- und Bereitstellungsprozess beteiligten Partner (Verbände, FI und SR) ist es gelungen, einen Umsetzungs­fahr­plan für die Zukunft der Banksteuerungs­anwendungen bei den Sparkassen zu entwickeln.

Künftig wird die MFP jedes Jahr überprüft und – wo nötig – jeweils für die folgenden drei Jahre justiert. Natürlich erfolgt eine laufende Anpassung an aktuelle regulatorische Entwicklungen wie die neuen MaRisk. Ebenso zeitnah berücksichtigt wird die aktuelle aufsichtliche Diskussion zum Thema Risikotragfähigkeit, aus der voraussichtlich eine Annäherung an europäische Standards erfolgen wird. Die SR-MFP-Banksteuerung ist im SR-Portal veröffentlicht, sodass jedes Institut sich im Detail über die Planungen für die Zukunft der Banksteuerung informieren und die eigene Planung auf die entsprechenden Umsetzungen anpassen kann.

Insgesamt wird mit der SR-MFP Banksteuerung 2018-2020 ein wichtiger Schritt in Richtung einer stärkeren Automatisierung der Prozesse, der Reduktion von Komplexität und der Überleitbarkeit von Daten und Methoden in der Banksteuerung und damit einer höheren Standardisierung der Produkte und Verfahren angestrebt.

Im Zentrum der Banksteuerung steht künftig stets der Integrierte Daten­haushalt (IDH), der sukzessive die Daten für das Meldewesen, das Interne Reporting sowie für die Risikomessung aufnimmt sowie verein­heitlicht und überleitbar ablegt. Die Risikoberechnungen sowie die Planungsfunktionen werden über geeignete Methoden-Mehrwertdienste an den IDH angebunden. Dabei steht die Reduktion des Aufwands in den Instituten im Fokus: Durch standardisierte Parametrisierungen und durchdachte Prozesse soll eine weitgehende Automatisierung ermöglicht werden.

Natürlich verlangt eine durchgehende Automatisierung der Risikomessprozesse und eine Standardisierung der operativen Systeme im Reporting eine hohe Datenqualität bei der Erfassung der Daten. Hier werden die Institute gefordert sein. Die MFP beinhaltet daher auch Maßnahmen, um die Datenqualität weiterzuentwickeln.

Das Ziel einer bestmöglichen Automatisierung benötigt in der Umsetzung noch bis Anfang der 2020er-Jahre Zeit, da erst dann die vollständige Umsetzung der Risikoarten auf dem IDH abgeschlossen sein wird. Als Grundlage für die SR-MFP Banksteuerung sind die nachfolgenden sechs Prinzipien entwickelt worden, die auch für die Fortschreibung in den Folgejahren gelten:
  1. Der Integrierte Datenhaushalt steht im Zentrum: Alle Mehrwert­dienste der Banksteuerung nutzen die Daten aus dem IDH und spielen ihre Ergebnisse dorthin zurück.
  2. Umsetzung des Fachliche-Methoden-Zielbilds bis 2021: konsequente Umsetzung des beauftragten Weiterentwicklungs­bedarfs.
  3. Automatisierungsfähigkeit der Methoden: Berechnung von Risiko­kennzahlen im Standardangebot auf Basis von Standard­parame­tern in vollautomatisierten Batchläufen.
  4. Simulationsrechnungen performant und integrativ: Integrative Simulation aller wesentlichen regulatorischen und betriebswirt­schaft­lichen Kennzahlen unter Nutzung von Approximationen.
  5. Herstellerunabhängigkeit durch geeignete Fachkonzeption: Die Fachkonzeption der SR soll es der FI ermöglichen, in bestimmten Themen unabhängig von einzelnen Herstellern Make-or-Buy-Entscheidungen zu treffen.
  6. Qualität durch bewussten Einsatz von Vorversionen: Teilweise vor Flächen-Rollout Einsatz von Vorversionen, die in Pilotinstituten angewendet werden. 

CPV und Integrierter Datenhaushalt

Für Ende 2018 ist die Bereitstellung der ersten Stufe des IDH geplant. Davon wird neben dem Meldewesen das Risikomanagement profitieren. Zur Quantifizierung des Adressenrisikos werden zeitgleich CPV und CPV Light mit einem Release an den IDH angebunden. Wesentliches Ziel der Weiterentwicklung ist aus CPV-Sicht, prozessuale Aufwände und Fehlerpotenziale bei der Datenanlieferung zu reduzieren. Durch die Umstellung der IT-Architektur mit dem IDH und der damit verbundenen Ablösung der Zentralen Vorverarbeitung Adressenrisiko (ZVAdr) erfolgt die Datenbereitstellung über einen weitestgehend automatisierten Datentransferprozess.

Weiterhin wird das Zurückschreiben der CPV-Ergebnisse in den IDH zur weiteren Verwendung beispielsweise für die Risikotragfähigkeitsrech­nung und den Kreditrisikobericht aktuell konzipiert. Darüber hinaus werden fachliche Weiterentwicklungen vorgenommen. Diese sind zum einen nötig durch die erforderlichen Anpassungen für die technische Anbindung an den IDH und zum anderen durch die Anforderungen der Nutzer. Für die Datenlieferstrecke zu CPV und für CPV selbst bedeutet dies weitreichende Optimierungen. Zu diesen gehören unter anderem:
  • Gleiche IDH-Anbindung für CPV und CPV Light,
  • Wegfall ZVAdr (inkl. Erfassungshilfe Depot A, offene Schnittstellen),
  • keine Nutzung des AS0416 mehr für CPV Light,
  • Angleichung der Abbildung des Depot A in der periodischen Sicht in CPV Light an CPV,
  • automatisierte Anlieferung Fondsdaten für Fondsdurchschau,
  • automatisierte Anlieferung von S-Kreditbaskets,
  • Grundlegende Umstellung der Verbundabbildung,
  • Überarbeitung periodische Berechnung im Kundenkreditgeschäft,
  • Negativzinstauglichkeit,
  • Überarbeitung Neugeschäftsfunktion und Bereitstellung auch für CPV Light.

Ebenso können sich in Abhängigkeit von institutsinternen Prozessen aus der weiterentwickelten Datenhaltung und -anlieferung und dem damit verbundenen Datenqualitätsmanagement im Kontext des IDH Auswirkungen auf das Arbeiten mit CPV ergeben. Über die Details informiert die SR fortlaufend bis zum Rollout im kommenden Jahr, den sie gemeinsam mit den Regionalverbänden intensiv begleiten wird.

Risikotragfähigkeit und Kapitalplanung

 
© BBL
Rund um die Themen Risikotragfähigkeit und Kapitalplanung stehen mehrere Ziele für den Zeitraum bis 2020 im Fokus. Nach aktuellem Planungsstand ergeben sich drei Schwerpunkte (s. Abb. 1):

Zielbild Risikohandbuch
Unter dem Zielbild Risikohandbuch sind die Arbeitspakete Definitionen der Risikoarten und Vorgehensmodell Risikoinventur… bereits erfolgreich abgeschlossen worden. Der Rollout des standardisierten Vorgehens­modells zur Risikoinventur ist in KW 38 erfolgt. Durch diese Arbeitspakete ist der Grundstein für das Zielbild Risikohandbuch gelegt worden. Die Ausarbeitung des Risikohandbuchs hat ebenfalls bereits begonnen. Ein erster Entwurf soll Ende des Jahres vorliegen. Um die von der SR angebotene Anwendung S-RTF sowie die Methoden und Parameter der Risikotragfähigkeit und -inventur wie geplant zentral zu validieren, benötigt die SR künftig eine entsprechende Datenbasis. Sie soll zunächst auf Grundlage der per Ende 2016 von den Instituten an die Bundesbank abgegebenen RTF-Meldebögen aufgebaut werden. Der Startschuss für die Datenabfrage ist Ende Juni gefallen. Detaillierte Informationen zur Datenabfrage für die Validierung sind im SR-Portal unter der ID 15571 zu finden. 

Zielbild Risikotragfähigkeit
Im Zielbild Risikotragfähigkeit sind in diesem Jahr bereits zwei Releases der Anwendung S-RTF erfolgt. Das Zwischenrelease im Mai galt der Schnittstelle zum Financial Warehouse (FWH) und ist Grundlage für die Nutzung der RTF-Berichte des Standardisierten MaRisk-Reportings. Die Anwendung S-RTF soll weiterentwickelt bzw. Ende 2019 durch einen RTF-Mehrwertdienst am IDH abgelöst werden. Noch bis Jahresende soll ein Umsetzungsleitfaden der SR zum wert­orien­tierten Liquidationsansatz auf Grundlage der aktuellen Risikotrag­fähigkeitsansätze veröffentlicht werden. Die Konzeption erfolgt auch hier in enger Zusammenarbeit mit einem Projektteam. Daneben steht auch der periodische Fortführungsansatz als Arbeitspaket bis Ende des laufenden Jahres im Fokus. Neben der Weiterentwicklung der bisherigen Verfahren wird die Risikotragfähigkeit vor dem Hintergrund der aufsichtlichen Neuausrichtung fortlaufend angepasst. 

Zielbild Gesamtbanksimulation
Mit der Gesamtbanksimulation (GBS) wird es möglich sein, alle relevanten Kennziffern der Banksteuerung aus den Bereichen der Bilanz, der GuV-Rechnung, der Risikotragfähigkeit, der Solvabilität und der Liquidität integrativ und mehrperiodisch in verschiedenen Szenarien zu simulieren. Damit werden künftig die Kapital- und Risikoplanung, der turnusmäßige und anlassbezogene Stresstest und die Simulation einzelner Maßnahmen maschinell unterstützt. Die GBS wird maßgeschneidert für die Daten- und Systemlandschaft der Sparkassen und unter Berücksichtigung des typischen Sparkassengeschäftsmodells entwickelt. Geplant ist, GBS als OSPlus-Anwendung (inklusive Anbindung an den IDH) mit dem OSPlus-Release 20.0 zur Verfügung zu stellen. Simulationsergebnisse werden damit auch für das interne Reporting verfügbar. Gemäß der Sitzung des Fachrats Banksteuerung am 18. Oktober wird kein Rollout einer GBS-Brückenlösung umgesetzt werden. Sollten einige Sparkassen Anforderungen zu dem Thema vor dem geplanten Release 20.0 erhalten, wird die SR diese entsprechend unterstützen.

Zum Thema Stresstests soll Mitte 2018 ein Leitfaden einschließlich Standardszenarien mit abgeleiteten Stressparametern zum Einsatz in den derzeit vorhandenen Systemen bereitgestellt werden. Im Zielbild werden Stresstests mittels GBS durchgeführt, das heißt die Stresstest­konzeption wird sukzessive für den Einsatz in GBS weiterentwickelt. Der initiale Rollout der Stressparameter war in der Mittelfristplanung auf Ende 2017 entsprechend dem damaligen Zeitplan zur GBS terminiert, ist aber aufgrund zwischenzeitlicher Gremienentscheidungen verschoben worden. Alle Arbeitspakete der drei Zielbilder Risikohandbuch, Risikotragfähigkeit und Gesamtbanksimulation stehen natürlich untrennbar mit der Berücksichtigung der neuen regulatorischen und gesetzlichen Vorgaben zur Risikotragfähigkeit im Zusammenhang.

Marktpreisrisiko und Liquidität

Im Rahmen des Fachliche-Methoden-Zielbildes Banksteuerung sind zahlreiche Projekte identifiziert worden, die nun in der SR durch das Team Marktpreisrisiko und Liquidität in Zusammenarbeit mit Sparkassen, Regionalverbänden, Prüfungsstellen, dem DSGV und der Finanz Informatik bearbeitet werden. Zum einen handelt es sich dabei um die Bereitstellung von Ad-hoc-Lösungen wie den Standardparametern für das periodische Marktpreisrisiko oder einer Web-Applikation zur kurzfristigen Steuerung der LCR. Andererseits geht es aber auch um langfristige strategische Entscheidungen, die die Prozesse und Datenflüsse in den Sparkassen nachhaltig verbessern sollen, besonders mit Fokus auf dem IDH.

Mit OSPlus-Release 18.1 wird eine Lösung zur einheitlichen, integrierten Cashflow-Generierung geschaffen, die aktuell bestehende, individuelle Lösungen zur Generierung von Cashflows in verschiedenen Systemen sukzessive ablöst. Auch die einheitliche Lieferung von Eingangsdaten im Eigengeschäft über ein standardisiertes System unterstützt den Aufbau einer einheitlichen, nachvollziehbaren Datenbasis und einer konsistenten Datenhaltung im Risikocontrolling. Dies wird im ersten Schritt für die Fondsdurchschau bereits zu 17.1 realisiert, und im Weiteren dann für das restliche Marktrisiko zu 19.1 umgesetzt.

Neben den bereits ausgerollten Standardparametern für die periodische Risikotragfähigkeit wird auch eine Lösung für die integrierte, wertorientierte Messung aller Marktpreisrisiken im Gesamtportfolio unter Berücksichtigung von Diversifikationseffekten geschaffen. Diese soll zu 19.1 in einer OSPlus-Vorversion am IDH umgesetzt werden. Darüber hinaus ist ein Leitfaden mit zentralen Vorgaben zur Quantifizierung des Immobilienrisikos im Jahr 2020 geplant.

Standardisierung der Liquiditätsrisikomessung

In einem ersten Schritt wird der LCR-Steuerer als Brückenlösung für die kurzfristige Prognose und Steuerung der LCR zur Verfügung gestellt. Die Mittelfristplanung sieht ein zeitlich gestaffeltes Vorgehen bei der Bereitstellung von Lösungen zur Messung und Steuerung des Zahlungsunfähigkeits- und Refinanzierungskostenrisikos bis zu einer vollständigen Abbildung des Liquiditätsrisikos im IDH und einem OSPlus-Flächen-Rollout im Jahr 2021 vor.  

Kurzfristig: Bereitstellung einer Lösung zur operativen Liquiditätssteuerung
Der LCR-Steuerer wird initial als webbasiertes Tool entwickelt und bietet die Möglichkeit, die LCR täglich für einen Prognosehorizont von bis zu 30 Tagen zu ermitteln und die Auswirkung verschiedener Treasury-Maßnahmen zu simulieren. Das Tool verwendet Daten aus dem Liquiditätsmeldewesen als Ausgangsbasis für die kurzfristige Vorschau der LCR-Entwicklung und stellt somit sicher, dass die aufsichtlichen Anforderungen erfüllt werden. Die Anwendung, die in der ersten Stufe ab Dezember 2017 ausgerollt wird, beinhaltet bereits die automatische Abbildung der Entwicklung des Liquiditätspuffers sowie der Wirkungen der wesentlichen LCR-Treiber auf die Nettozahlungsmittelabflüsse unter Stress. Eine Ausbaustufe des Tools, die für 2018 geplant ist, wird zusätzlich eine automatisierte Lösung für die Abbildung der Wirkungen aus dem Kundengeschäft und eine Analysemöglichkeit des Kundenverhaltens als Grundlage für die Schätzung der stochastischen Cashflows bieten. Als Weiterentwicklung wird – ebenfalls basierend auf den Daten aus dem Liquiditätsmeldewesen – die tägliche Berechnung der Survival Period umgesetzt.  

Mittelfristig: Vollständige Integration des Liquiditätsrisikos in die Standardsysteme der Sparkassen-Finanzgruppe
Neben dieser Anwendung zur kurzfristigen LCR-Steuerung ist im Rahmen der Gesamtbanksimulation eine Funktionalität zur längerfristigen LCR-Prognose auf einem Monatsraster für einen Planungshorizont von bis zu fünf Jahren vorgesehen. Die zentrale Konzeption zur Abbildung des Zahlungsunfähigkeitsrisikos im IDH ist für das Jahr 2018 geplant. Die Brückenlösungen zur Prognose der LCR und der Survival Period werden 2019 als OSPlus-Vorversion am IDH weiterentwickelt. Ein OSPlus-Flächen-Rollout ist für das Jahr 2021 vorgesehen. Als weiterer Schritt auf dem Weg zur vollständigen Standardisierung der Liquiditätsrisikomessung wird gemäß Mittelfristplanung im Jahr 2020 auch eine zentrale Konzeption für das Refinanzierungsrisiko angegan­gen. Im Rahmen der Gesamtbanksimulation ist im Zusammenhang mit der Abbildung des Refinanzierungsrisikos eine Funktionalität zur Planung und Steuerung der NSFR vorgesehen. Gegebenenfalls wird zusätzlich ein Mehrwertdienst am IDH bereitgestellt.

Integration von OpRisk in die Standardlösungen der Sparkassen-Finanzgruppe

Die Mittelfristplanung sieht für die weitere Integration der Verfahren zum Management operationeller Risiken in OSPlus zwei Stufen vor. Aktuell können Sparkassen bereits ihre aufgetretenen OpRisk-Schadensfälle ebenso wie künftig mögliche Risikoszenarien in OSPlus erfassen, an die SR im Rahmen des Pooling weiterleiten und von der Rückspielung der anonymisierten Schadensfälle und Szenarien profitieren.

Darüber hinaus soll bereits zum OSPlus-Release 18.1 das OpRisk-Schätzverfahren – also die standardisierte Lösung der Sparkassen-Finanzgruppe zur Ermittlung eines Risikowerts für das operationelle Risiko und für die Risikotragfähigkeit – ebenfalls in OSPlus integriert werden. So wird die aktuell eingesetzte Berechnungshilfe abgelöst. Diese wird derzeit noch außerhalb von OSPlus verwendet und erzeugt somit einen relativ hohen manuellen Aufwand, weil es nötig ist, Daten aus OSPlus einzuspielen. 

Automatisierte Berechnung der Risikowerte
Mit der Integration des OpRisk-Schätzverfahrens in OSPlus wird die Berechnung der Risikowerte für operationelle Risiken für die Risikotragfähigkeit vollständig automatisiert. Auch die Sicherstellung der Einheitlichkeit und Nachvollziehbarkeit der genutzten Daten und Ergebnisse wird so optimiert. Nach der Integration des OpRisk-Schätzverfahrens in OSPlus ist für 20.1 außerdem ein weiteres umfassenderes OpRisk-Release geplant, in dem die Überarbeitung und Verbesserung des Verfahrens im Fokus stehen sollen. Dabei wird es besonders um die fachliche Weiterentwicklung und Nachjustierung und die Optimierung des Handlings der Anwendung gehen. Des Weiteren sollen die Verfahren zur Szenarioschätzung hin zu einer einzelnen kombinierten Lösung der Szenarioschätzung überführt werden. 

Überarbeitung der Szenarioschätzung
Neben den OSPlus-Releases wird im Rahmen eines Steuerdaten-Updates die Szenarioschätzung mithilfe der Risikoinventur überarbeitet. Dabei sollen veraltete Szenarien sowie Fragen in der Risikoinventur angepasst und verschlankt werden, um die Sparkassen in einer sachgerechten realistischen Szenarioschätzung zu unterstützen. Ergänzend zu den Weiterentwicklungen in der OpRisk-Anwendung wird auch das OpRisk-Kompendium ebenso wie der Institutsleitfaden zum OpRisk-Schätzverfahren jährlich aktualisiert, sodass den Sparkassen zu jeder Zeit aktuelle Informationen rund um die Verfahren zum Management operationeller Risiken zur Verfügung stehen. Eine Anbindung der Verfahren zum Management operationeller Risiken an den IDH soll im Jahr 2019 erfolgen.

Ausblick und Umsetzung

Im Rahmen der Neustrukturierung der Großprojekte in der Finanz Informatik werden künftig unter anderem die von der SR verantworteten Themen aus bisher zwei Großprojekten im neuen Großprojekt "Steuerung" konzentriert. In diesem Zusammenhang werden für die anstehende Fortschreibung der SR-Mittelfristplanungen 2019 bis 2021 die bisher existierenden SR-Mittelfristplanungen "Rating und Adressenrisiko" und "Banksteuerung" harmonisiert und Planungsdimensionen wie die Rollout- und Kostensicht stärker betrachtet.

Autoren
Barbara Witte ist Bereichsleiterin Kundenmanagement bei der Sparkassen Rating und Risikosysteme GmbH in Berlin.
Michael Tobias ist Bereichsleiter Release- und Datenmanagement bei der Sparkassen Rating und Risikosysteme GmbH in Berlin.