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25. April 2018 - 12:29E-Government

Aufbruchstimmung bei den Kommunen

von Christoph Becker

Mit Bezahltechnik, Rechnungs- und Formularsoftware hat die Sparkassen-Finanzgruppe genau die Lösungen im Angebot, die Kommunen und ihre Rechenzentren dringend brauchen, sagt Girosolution-Geschäftsführer Markus Hild.

Altes und Neues Rathaus in Ingolstadt (links) und die örtliche Sparkasse (rechts). Im SB-Bereich der Hauptstelle steht seit mehr als zwei Jahren ein kommunales Bürgerterminal, an dem Bürger etwa Kfz-Zeichen beantragen können. Beim E-Government ist Bayern vergleichsweise weit vorangeschritten. Die Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern – eines der größten kommunalen Rechenzentren in Deutschland – ist ein Großkunde der Sparkassentochter Girosolution. (dpa)
Girosolution ist der zentrale Zahlungsdienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe für E-Government. Über die Multi-Bezahlplattform Girocheckout können kommunale Institutionen diverse Online-Bezahlverfahren, darunter Giropay, Paydirekt, Kreditkarten- oder Lastschriftzahlungen, in ihre Bürgerportale integrieren. Auch die Verwaltung der Zahlungen ist über Girocheckout möglich.

Neu im Portfolio ist der S-Rechnungsservice, ein Angebot, das Kommunen und Unternehmen die Umstellung auf elektronische Rechnungen erleichtert. Neben hohen Kosteneinsparungen beim Rechnungseingang und -ausgang ergeben sich Fehlerreduktion, Zeitersparnis und schlankere Verwaltungsprozesse. Ergänzend bietet die Girosolution mit S-Kompass eine Software zum Schuldenmanagement an. Damit können Kommunen ihr Schuldenportfolio steuern und haben jederzeit einen Überblick über ihre Zins- und Tilgungszahlungen.

Die Kommunen sind künftig gehalten, mehr Verwaltungsprozesse als bisher technisch abzubilden und digitale Services für die Bürger verfügbar zu machen. Girosolution-Geschäftsführer Markus Hild plant daher eine Ausweitung des Unternehmensportfolios für Kommunen. Das könne aber nur im Zusammenspiel mit anderen Dienstleistern in der Sparkassen-Finanzgruppe gelingen.
Markus Hild ist seit 2013 Prokurist und Leiter des Bereichs „DSV-Gruppensteuerung Öffentliche Auftraggeber“ im Deutschen Sparkassenverlag. Anfang 2017 übernahm er ergänzend die Geschäftsführung der Girosolution. Die hundertprozentige Tochtergesellschaft der DSV-Gruppe hat sich unter anderem auf kommunale Bezahllösungen spezialisiert. Von 2008 bis 2013 war Hild als Direktor und Leiter der Abteilung Marktstrategie beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband in Berlin tätig. Zuvor leitete er sieben Jahre den Bereich Vertrieb und Kommunikation im Sparkassenverband Bayern. Von 1995 bis 2002 war er Produktmanager und Sparkassen-Consultant in der Finanz-Informatik. Hild wurde nach einem Studium der Betriebswirtschaftslehre und Südostasienkunde an der Universität Passau berufsbegleitend an der Technischen Universität Kaiserslautern provomiert. Sein Thema war die systemtheoretische Untersuchung einer Sparkassenfusion. (Girosolution)
DSZ: Herr Hild, wie entwickelt sich das Geschäft von Girosolution mit den Kommunen?
Markus Hild: Unser Brot-und-Butter-Geschäft als technischer Verbunddienstleister und Tochter der DSV-Gruppe ist es, die Kommunen mit der Internetkasse Girocheckout und mit dem S-Rechnungsservice zu versorgen. Wir können auf enorme Wachstumsraten blicken und schreiben als Start-up seit dem vorigen Jahr eine schwarze Null. Ab 2020 rechnen wir mit einem hohen Return on Invest. Denn dann müssen die Kommunen laut Gesetz bestimmte Fachverfahren elektronisch anbieten. Gleiches gilt für den Empfang elektronischer Rechnungen. Der Markt ist mit 11000 Kommunen, 295 Landkreisen und 107 kreisfreien Städten zwar extrem kleinteilig, aber sehr groß. Mehr als fünf Millionen Menschen arbeiten im öffentlichen Dienst, das sind 13-mal so viele wie in der Sparkassen-Finanzgruppe.

DSZ: Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitales, hat angekündigt, in Technik für Kommunen zu investieren. Das müsste Girosolution in die Hände spielen.
Hild: Ja, es herrscht Aufbruchstimmung. Allerdings tun die Kommunen sich noch schwer mit dem Thema Digitalisierung. Das liegt vor allem an Kultur und Mentalität, weniger an den Kosten. Was ein Mittelständler als kostensparende Lösung erlebt, ist für Kommunen tendenziell ein Problem, denn die Frage nach den sogenannten Mitarbeiterkapazitäten ist für eine öffentliche Verwaltung nicht so leicht zu beantworten wie für ein Unternehmen.

DSZ: Bieten Kommunen schon heute Prozesse für Verbraucher elektronisch an?
Hild: Ja, etwa Müllmarken, Bewohnerparkausweise, Führungszeugnisse und Anglerscheine, um nur einige zu nennen. Verpflichtend müssen die Kommunen zurzeit aber nur ein Fachverfahren elektronisch anbieten: Man kann ein Auto elektronisch abmelden, wenn es nach 2015 zugelassen wurde und der Fahrzeughalter einen elektronischen Personalausweis hat. Allerdings ist das sogenannte I-Kfz in der Ausbaustufe 1 eher als Probelauf gedacht. Es wird ja kaum ein Auto abgemeldet, das erst zwei Jahre alt ist. Aber wenn perspektivisch alle 45 Millionen Autos in Deutschland an-, ab- und umgemeldet werden können, wird die Zahl der Transaktionen steigen. Autohändler, und -vermieter, Flottenbetreiber, wie die Deutsche Leasing, können das gesamte Kfz-Meldewesen über das Internet regeln und damit die Kosten enorm senken. Auch für den Bürger würde es einfacher.

DSZ: In Nordeuropa ist die Prozessautomatisierung in der Verwaltung schon weiter vorangeschritten. Herrscht dort höheres Kostenbewusstsein?
Hild: Zumindest herrscht dort höherer Kostendruck, denn beispielsweise Norwegen hat eine große Landesfläche bei geringer Bevölkerungsdichte. Das macht etwa die Bargeldversorgung viel teurer als bei uns. Das Entscheidende ist aber wohl, dass die Bürger skandinavischer Länder sehr großes Vertrauen in den Staat und seine Behörden haben. In Dänemark können die Steuerbehörden auf alle erwerbstechnisch relevanten Informationen und Daten der Bürger zugreifen. Das bedeutet, dass ein Däne nur etwa fünf Minuten braucht, um seine von den Behörden automatisch erstellte Steuererklärung auf sachliche Richtigkeit zu prüfen. Bis dahin ist es hierzulande sicher noch ein langer Weg.

DSZ: Welche Zielgruppe ist für Girosolution am wichtigsten?
Hild: Das sind im E-Government vor allem die Kassenverwalter und Kämmerer in den Rathäusern. Auf Fachtagungen, bei den kommunalen Rechenzentren und bei den Regionalverbänden bieten wir ein Gesamtpaket für diese Zielgruppe an. Paydirekt ist im kommunalen Umfeld sehr beliebt, insbesondere mit unseren hohen Datenschutzstandards können wir überzeugen. Nach unserer Kampagne im letzten Quartal 2017 haben wir aus dem Stegreif etwa 200 Kommunen mit Paydirekt versorgt. Es gab keinerlei Akzeptanzschwierigkeiten – im Gegenteil. Paydirekt ist ein von den Sparkassen vertriebenes Verfahren und unterstützt den lokalen Wirtschaftskreislauf – da haben wir beste Argumente. Als Verbundunternehmen hat die Girosolution einen enormen Vertrauensvorschuss. Es war für die Girosolution insofern wichtig, auch den S-Rechnungsservice unter der Sparkassenmarke anbieten zu können, denn das ist ein enormer Wettbewerbsvorteil. Für die kommunale Internetkasse Girocheckout haben wir bereits 1000 Kunden. Zudem bieten wir den S-Kompass an, eine Software, die Kassenverwaltern hilft, das kommunale Kreditportfolio zu optimieren.

DSZ: Bekommen Sie Unterstützung von der Regionalverbänden?
Hild: Girosolution ist in hohem Maße auf den Einsatz und das Mitwirken der Regionalverbände und des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands angewiesen. Die Unterstützung, die wir hier erhalten, ist enorm. Denn die Kommunen sind ähnlich föderal aufgestellt wie die Sparkassen. Auf allen Ebenen müssen wir mit den kommunalen Gremien in Kontakt bleiben. Das kann ein kleiner Verbunddienstleister wie wir ohne Unterstützung vor allem aus den Regionalverbänden nicht bewerkstelligen.

DSZ: Was macht den S-Rechnungsservice für Kommunen interessant?
Hild: Ab April 2020 müssen die Kommunen einen Workflow für das Empfangen und Verarbeiten elektronischer Rechnungen bereithalten. Mit Girocheckout haben wir für das Bezahlen auf kommunalen Bürgerportalen eine virtuelle Internetkasse für Kommunen entwickelt. Für die Verarbeitung von elektronischen Rechnungen haben wir den S-Rechnungsservice auf den Weg gebracht. Mit Girocheckout haben wir in den vergangenen drei Jahren jeweils eine Verdopplung der Zahl an Kommunalkunden erreicht, auch die Transaktionszahlen haben sich verdoppelt. Wir wachsen also, allerdings noch auf niedrigem Niveau.
DSZ: Auf Girocheckout läuft auch die Bezahllösung Paypal – warum ein Programm der Konkurrenz mit weniger strengen Datenschutzstandards?
Hild: Girocheckout akzeptiert als virtuelle Internetkasse alle gängigen Zahlverfahren. Die Kommune als unser Kunde entscheidet, welche Lösung sie haben möchte, und wenn es gewünscht ist, binden wir eben auch Paypal ein, allerdings nicht gern. Wir versuchen zu erklären, dass die deutschen Zahlverfahren den deutschen Datenschutzanforderungen am besten entsprechen, und bieten mit Paydirekt eine Alternative. In den allermeisten Fällen können wir die Kommunen von Paydirekt überzeugen.

DSZ: Was ändert sich, wenn eine Kommune den S-Rechnungsservice einsetzt?
Hild: Eine Kommune mit 150 000 Einwohnern kann etwa 600 000 Euro pro Jahr einsparen, wenn sie bei der Rechnungsbearbeitung von Papier auf elektronische Prozesse umstellt. Eigentlich ein schlagendes Argument, doch Effizienz ist nicht immer die zentrale Größe, die eine Kommune anstrebt, wie uns auch die Sparkassen immer wieder bestätigen. Der Grund ist das erwähnte Personalproblem. Wenn man in den Kommunen Personalkapazität einspart, muss man entweder die Mitarbeiter freisetzen – was kaum möglich ist – oder sie für höherwertige Aufgaben einsetzen, was sich in der Praxis zuweilen schwierig darstellen lässt.

DSZ: Der Bereich E-Government ist stark reguliert. Wie gehen Sie damit um?
Hild: Die Anforderungen in den Bundesländern sind unterschiedlich, und die politische Willensbildung dauert im deutschen föderalen System ziemlich lange. Das E-Government-Gesetz aus Brüssel wird erst in ein Bundesgesetz übernommen, das danach von jedem einzelnen Bundesland angepasst und verabschiedet werden muss. Zudem ist die kommunale Rechenzentrumslandschaft stark fragmentiert. Bundesweit gibt es heute noch mehr als 80 Rechenzentren, doch die Situation in den Bundesländern ist kaum vergleichbar. Bayern hat mit der Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung nur ein sehr großes Rechenzentrum. Nordrhein-Westfalen dagegen hat mehr als 50, von denen einige nur für ein paar Dutzend Kommunen zuständig sind. In Bayern sind die Voraussetzungen für die Nutzung unserer Lösungen also günstiger, denn wir brauchen hier nur eine Kampagne, einen Vertragspartner, eine Kostenstruktur und ein Preismodell. Diesen Vorteil spüren wir deutlich. Die Hälfte unserer kommunalen Kunden und die Hälfte der Transaktionen stammen aus Bayern.


DSZ: Planen Sie weitere Produkte für den kommunalen Markt?
Hild: Wir wollen unser kommunales Sortiment in enger Abstimmung mit dem DSGV und den Regionalverbänden ständig erweitern. Es geht um die Frage, inwieweit wir unser Geschäftsmodell gegenüber unseren Trägerkommunen ausweiten und die Girosolution perspektivisch als digitalen Infrastrukturdienstleister positionieren können. Dazu wäre es hilfreich, wenn es eine Übersicht über alle Lösungen und Dienstleistungen gäbe, die die Sparkassen-Finanzgruppe den Kommunen schon heute anbietet. Unsere Eigentümer im Aufsichtsrat haben im vergangenen Jahr beschlossen, dass die DSV-Gruppe das aktuelle kommunale Sortiment erweitert, etwa um das kommunale Formular- oder auch Softwaregeschäft. Der Deutsche Sparkassenverlag produziert 250 Millionen digitale und hochgradig standardisierte elektronische Formulare im Jahr. Technische Basis ist ein Adobe-Softwareprozess, auf dem Daten eingelesen, plausibilisiert und zurückgespielt werden. Die Kommunen brauchen das auch – die Formulare könnten der nächste Baustein des kommunalen Angebots der DSV-Gruppe sein.


DSZ: Wie können Kommunen von den Formularprozessen der Sparkassen profitieren?
Hild: Kommunen haben hier den gleichen Bedarf. Sie müssen softwarebasierte Formulare herstellen, archivieren und dabei bestimmte rechtliche Anforderungen erfüllen. Mit dem Landkreistag in einem Bundesland sind wir mit unserem Formularbaukasten bereits in der Probephase. Der Zusammenhang zwischen Formularwesen und Bezahlservice liegt auf der Hand, insofern passt das Angebot zu den Sparkassen.

DSZ: Wird die DSV-Gruppe für das elektronische Formularwesen deutscher Kommunen auch Adobe-Software verwenden?
Hild: Ja, durch unsere kommunale Nähe und die Marktanteile in den heute schon angebotenen Lösungen werden wir für Adobe und andere US-amerikanische Software-Größen wie IBM, Citrix und Mc-Afee der Türöffner in den deutschen Kommunalmarkt. Für diese US-Unternehmen ist es vertrieblich gar nicht darstellbar, einzelne Kommunen in Deutschland anzusprechen. Doch eine Sparkasse kann das, denn sie hat im Schnitt 25 bis 30 Kommunen als Kunden und pflegt seit Jahrzehnten regelmäßig Kontakte zu den Kämmerern.

DSZ: Was verbindet die DSV-Gruppe mit IBM?
Hild: Wir kaufen heute auf Vertragsbasis IBM-Software und vermieten, verleasen oder verkaufen sie mit unterschiedlichen Lizenzmodellen an andere Nutzer weiter. Die DSV-Gruppe hat bereits in den 1990er-Jahren die ersten Verträge mit IBM geschlossen; damals ging es noch um Hardware, die heute aber keine Rolle mehr spielt. IBM ist für uns ein wichtiger strategischer Partner. Wir halten die IBM-Watson-Technologie für sehr ausgereift und denken darüber nach, wie wir das Internet of Things einsetzen könnten, um die digitalen regionalen Marktplätze weiterzuentwickeln. Es geht also um die Frage, wie Angebote von Kommunen und regionalen Unternehmen, die für die Bürger interessant und nützlich sind, beispielsweise in einer App verknüpft werden können. Praktische Anwendungsfelder eröffnet etwa der Einsatz von Sensortechnik, um den Verkehrsfluss besser steuern oder die Fahrten der Müllentsorger effizienter koordinieren zu können.

DSZ: Werden die Girosolution oder die DSV-Gruppe als Dienstleister für digitale Infrastruktur zu einem Wettbewerber der kommunalen Rechenzentren?
Hild: Nein, wir wollen mit den Rechenzentren kooperieren, wenn es um Bezahlvorgänge auf Bürgerportalen oder um Formularprozesse geht. Beim S-Rechnungsservice sind wir auf Schnittstel-len für die Workflow-Bearbeitung der Rechnungen angewiesen. Wir liefern elektronisch eine Rechnung im richtigen Format, der Workflow liegt beim Rechenzentrum. Technische und fachliche Kooperation ist für uns also sehr wichtig. Bis jetzt hat uns noch keine Kommune gekündigt, darauf sind wir sehr stolz.

DSZ: In der Sparkassen-Finanzgruppe gibt es den Innovation-Hub als zentrale Koordinations-einheit für neue Ideen. Kann die Girosolution solche neuen Strukturen zu ihrem Vorteil nutzen?
Hild: Ja, ich sehe die interne Entwicklung in der Gruppe beim Innovationsmanagement sehr positiv. Wir haben damit auch als kleines Unternehmen die Möglichkeit, mit einem soliden Konzept relativ unkompliziert ein Budget zu bekommen, ohne Gremienbeschlüsse und langwierige Probeläufe abzuwarten, das ist toll. Schon kleine Summen sind für uns unglaublich hilfreich.

DSZ: Welche Unterstützung aus dem Verbund wünschen Sie sich für die Zukunft?
Hild: Die Frage ist, ob wir digitale Prozesse und die daran geknüpfte Wertschöpfung künftig immer in der eigenen Gruppe vorhalten können. Bisher ist es in der Sparkassen-Finanzgruppe ex-trem aufwändig, Markenrechte für ein neues Produkt zu erhalten, auch für uns als Girosolution. Vielleicht wäre es sinnvoller, nach dem App-Store-Vorbild einen kommunalen Sparkassen-Store einzurichten und auch externe Anbieter zum Mitmachen einzuladen.
DSZ: Welche Themen im Sparkassen-Store würden zum Verbund passen?
Hild: Dazu gehört einerseits alles, was mit Geldflüssen und Zahlungsverkehr zu tun hat. Andererseits würden auch Themen aus der digitalen Agenda, also beispielsweise Sicherheit, Einfachheit, Stabilität und Kontinuität, zur Sparkassen-Finanzgruppe passen. Ein Sparkassen-Store würde die DSV-Gruppe in die Lage versetzen, den Kommunen über das aktuelle Angebot hinausgehende Standardpakete zu bestimmten Themen anzubieten. Ich denke hier etwa an unsere öffentlich-rechtlichen Versicherer und deren kommunalen Versicherungsschutz vor Cyberattacken.
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