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09. August 2017 - 15:23Stiftung

Beitrag zum Bruttonationalglück

von Christina Heuft, Ilonka Rühle-Stern, Sparkassenstiftung

Iim Königreich Bhutan hat das Bruttonationalglück Verfassungsrang. Die Sparkassenstiftung ist im Land, um dem Glück mithilfe einer Mikrofinanzorganisation wirtschaftlich aufzuhelfen.

Alles begann bei einer Tasse Tee im Königspalast in Thimphu. 2010 bat die Königinmutter die Sparkassenstiftung für internationale Kooperation zu prüfen, ob eine Mikrofinanzinstitution den Frauen im ländlichen Bhutan helfen könnte. Thimphu – das ist die Hauptstadt des zwischen Indien und China gelegenen Königreichs Bhutan im Himalaya. Das Königreich ist etwa so groß wie die Schweiz, aber noch gebirgiger und mit nur wenig ausgebauten Straßen. Von West nach Ost führt nur eine einzige, weitgehend einspurige Straße. Das kleine Land steht seit einiger Zeit im Fokus der Öffentlichkeit – nicht nur durch seine einzigartigen landschaftlichen und kulturellen Schönheiten, sondern durch das Streben nach dem Bruttonationalglück.

Bernd Bähr, Langzeitexperte der Sparkassenstiftung in Bhutan, sieht das so: „Bhutan ist in vielerlei Hinsicht ein ganz besonderes Land, welches sehr stark durch den Buddhismus geprägt ist. Besonders faszinieren mich jedoch die Menschen mit ihrer Herzlichkeit, Offenheit und Gastfreundschaft. Das Bruttonationalglück kann man überall spüren, denn gerade die armen Menschen in den abgelegenen Gebieten führen mit dem wenigen, was sie besitzen, ein meist glückliches Leben.“

Die meisten Bhutaner sind in der Landwirtschaft tätig und arbeiten im Wesentlichen für den eigenen Bedarf. Exportiert wird aus Wasserkraft erzeugter Strom. Wichtige Einnahmequelle ist der Tourismus, den das Land ökologisch und sozial verträglich zu gestalten versucht. So ist das kleine Königreich, das sich erst seit den 1990iger-Jahren der Welt nach und nach geöffnet hat, auf Hilfe von außen angewiesen, um seine unvergleichliche Natur und die alten Traditionen zu erhalten.

Leben mit weniger als 1,25 Dollar am Tag

Bhutan zählt mit einem Pro-Kopf-Jahreseinkommen von umgerechnet etwas mehr als 2000 US-Dollar zu den ärmsten Entwicklungsländern der Welt; mehr als ein Viertel der Bevölkerung muss mit weniger als 1,25 US-Dollar am Tag auskommen. Diese schwierigen Lebensumstände treffen – wie so häufig – insbesondere Frauen und Kinder. Für die Nichtregierungsorganisation Renew (Respect, Educate, Nurture and Empower Women) ist daher der Name Programm: Die Rolle von benachteiligten Frauen in Bhutan soll gestärkt werden. Die Königinmutter von Bhutan wollte als Schirmherrin von Renew jedoch mehr: Frauen sollten gar nicht erst auf die Unterstützung von außen angewiesen sein. Eine Mikrofinanzinstitution, die die Sparkassenstiftung seit 2011 zusammen mit RENEW aufbaut, soll den Frauen im ländlichen Bhutan helfen, ihr Leben selbst in die Hand nehmen zu können.

Weite Wege bis zum Center Meeting

2011 nahm ein Experte der Sparkassenstiftung die Tätigkeit in Bhutan auf, schon ein Jahr später konnte dann die erste Filiale eröffnet werden. In Thimphu und mittlerweile sieben ländlichen Regionen Bhutans werden heute mehr als 10.000 Kundinnen bedient. Die Filialen in Samtse im Westen, Tsirang und Dagana im Süden, Punakha, Bumthang und Trongsa in Zentralbhutan und Trashigang im Osten bilden die Ausgangsbasis. Von dort aus fahren die Mitarbeiter zu ihren Kundinnen, um gemeinsam sogenannte Center Meetings abzuhalten. Bei diesen Treffen werden kleine und kleinste Ersparnisse eingesammelt, Kredite aus- und zurückgezahlt und nicht zuletzt Erfahrungen ausgetauscht. Die Center Meetings dienen außerdem der Vermittlung von Grundkenntnissen der finanziellen Bildung.

Aufgrund der wenig entwickelten Infrastruktur des Landes und der weit abgelegenen Dörfer stellt die Organisation der Center Meetings eine große Herausforderung für alle dar. Während es in dicht besiedelten Ländern wie Bangladesch möglich ist, bis zu acht solcher Meetings pro Tag zu bedienen, sind in Bhutan täglich nicht mehr als drei dieser Treffen möglich. Die Mitarbeiter der Mikrofinanzinstitution Renew MFI und ihre Kundinnen legen oftmals extrem weite Wege für ein Center Meeting zurück.

Das Kreditgeschäft von Renew MFI hat sich trotz aller Schwierigkeiten sehr positiv entwickelt, so dass die Erträge ausreichen, um die Kosten zu decken, die aus den großen infrastrukturellen Schwächen des Landes resultieren. Zum Abschluss des Geschäftsjahrs 2014/2015 konnte die Organisation erstmals schwarze Zahlen schreiben. Tradition trifft dabei auf Moderne – Renew setzt auf Technik, um die Kosten weiter zu senken und das Geschäftsgebiet stärker ausdehnen zu können.

Die Partnersparkasse Germersheim-Kandel unterstützt das Projekt durch den Aufbau eines Managementinformationssystems, durch die Implementierung effizienter Abläufe und durch die Vermittlung von zentralen Werten der Sparkassen. Dies ist insbesondere für die bhutanischen Nachwuchsführungskräfte von besonderer Bedeutung – sollen sie doch bald das Management der Institution selbstständig übernehmen.
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