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| Internationales Firmenkundengeschäft

„Betriebswirtschaftlich sinnvoller Austausch“

Die Mitglieder des DSGV-Arbeitskreises Auslandsgeschäft kommen ihrem Ziel schrittweise näher: Verbundweit einheitliche Produkte und Lösungen für Firmenkunden auf den internationalen Märkten. Ein Tagungsbericht.

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Der internationale Handel ist für die deutschen Exportweltmeister von höchster Bedeutung. Doch gemessen am hohen Marktanteil im inländischen Firmenkundengeschäft partizipieren die Institute der Sparkassen-Finanzgruppe in Summe noch zu wenig von den Auslandsaktivitäten ihrer Firmenkunden. In Dortmund fand jetzt eine Mitgliedersitzung des DSGV-Arbeitskreises Kompetenzcenter Auslandsgeschäft statt. Eingeladen hatte Markus Mues, Bereichsleiter des Kompetenz-Centers „S-International Westfalen“ der Sparkasse Dortmund.

Peter Orth, Vorstandsmitglied der Sparkasse Dortmund, stellte die unterschiedlichen Geschäftsansätze der teilnehmenden Institute vor und berichtete über den Stand des DSGV-Projekts „Neupositionierung der Sparkassen-Finanzgruppe im internationalen Firmenkundengeschäft“ (Neposia): „Wir müssen nun alle erdenklichen Anstrengungen unternehmen, um das Auslandsgeschäft in der Sparkassen-Finanzgruppe nach vorne zu bringen“, sagte Orth und sicherte seine Unterstützung zu. Die S-International Westfalen werde laufend weiterentwickelt. „Den sinnstiftenden Austausch der Fachverantwortlichen im Kompetenz-Center Auslandsgeschäft begrüße ich sehr“, sagte Orth.

 
Führungskräfte für das Auslandsgeschäft der Sparkassen beim Arbeitstreffen in Dortmund (von links): Patrick Beyer, DSGV-Experte und Leiter des Arbeitskreises; Markus Mues, Bereichsleiter des Kompetenz-Centers „S-International Westfalen“ der Sparkasse Dortmund; Peter Orth, Vorstandsmitglied der Sparkasse Dortmund. © DSGV

Ziel des Strategieprojekts Neposia ist es, deutschlandweit ein vollständiges Produkt- und Leistungsangebot im internationalen Firmenkundengeschäft für Firmenkunden der Sparkassen sicherzustellen. Die S-International-Gesellschaften und Kompetenz-Center nehmen bereits eine wichtige Rolle ein, die aber angepasst werden müsse, sagte Mues. Die Auslandsgesellschaften – mit oder ohne Rechtsform – stünden vor Herausforderungen. Ein Erfahrungsaustausch des Führungspersonals sei daher auch betriebswirtschaftlich sinnvoll: „Er ermöglicht uns, einheitliche Lösungen für die rund 120 angeschlossenen großen, mittleren und kleinen Sparkassen zu erarbeiten“, sagte Mues. Zurzeit nutzen 120 Sparkassen die Leistungen von mehr als 20 S-International-Gesellschaften und Kompetenzcentern. Ein Arbeitskreis unter Leitung von DSGV-Experte Patrick Beyer erarbeitet verbundweite Lösungen.

Probleme bei Ressourcen, Regulatorik, Compliance, Revision, Risikobewertung, Beratungs- und Abwicklungskompetenz stellen viele Sparkassen im internationalen Firmenkundengeschäft vor große Herausforderungen. Beim DSGV-Projekt „Neuausrichtung des Auslandsgeschäfts unter Rentabilitätsgesichtspunkten“ von 2004 wurde ein Zusammenschluss von Auslandsabteilungen benachbarter Sparkassen in Andocklösungen oder externen GmbH-Lösungen konzipiert und pilotiert, woraus sich die heutigen S-International-Gesellschaften entwickelt haben.

Ziele der Gesellschaften sind Stärkung des Vertriebs, Steigerung der Erträge und Erhöhung der Kundenzufriedenheit. Angeschlossene Sparkassen erhalten Unterstützung im Vertrieb, im Backoffice und Marktfolge sowie bei Regulatorik und Compliance. Die S-International-Gesellschaften stellen kompetente Mitarbeiter für diese Aufgaben zur Verfügung. Die Auslandseinheiten arbeiten intensiv mit den Fachabteilungen der Landesbanken zusammen. Bei einer DSGV-Befragung für das internationale Firmenkundengeschäft aus dem Jahr 2017 bewerteten die Sparkassen dieses Vertriebsmodell positiv mit der Note 1,9. Außerdem gibt es Überlegungen im Verbund, das Auslandsgeschäft in einem Zentralinstitut zu bündeln.

Mitglieder des Arbeitskreises Kompetenzcenter Auslandsgeschäft haben ihren Ansatz in Kurztexten erläutert. Die Selbstdarstellungen der Kompetenzcenter und International-Gesellschaften der Sparkassen sind im angehängten PDF-Dokument nachzulesen.