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| Sparkassen-Rangliste 2015

Anzeichen für weitere Fusionen

Die aktuelle Sparkassen-Rangliste, die die Betriebswirtschaftlichen Blätter veröffentlichen, basiert auf der Stichtagsbilanzsumme (Stand: 31. Dezember 2015). Darüber hinaus werden Fusionen, Kundeneinlagen und -kredite sowie die Zahl der Beschäftigten und Sparkassenfilialen aufgelistet.

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Wieder in die Top Ten der Sparkassen-Rangliste zurückgekehrt, ist auf Platz neun die Nassauische Sparkasse (Naspa) in Wiesbaden. Dank einer gestiegenen Bilanzsumme (gemäß Bilanzstatistik) von 10,95 auf 11,35 Milliarden Euro stieg das Institut um drei Plätze auf. Zeitgleich zu ihrem 175-jährigen Bestehen hat die Naspa im vergangenen Jahr das Corporate Design der Sparkassen-Finanzgruppe übernommen und sich auch in ihrem visuellen Erscheinungsbild konsequent als Sparkasse positioniert. Die baulichen Maßnahmen der Umstellung waren Ende März abgeschlossen. Herausgefallen aus den Top Ten ist die Stadtsparkasse Düsseldorf (jetzt Platz 14), deren Bilanzsumme von 11,84 auf 10,80 Milliarden Euro gesunken ist.

Die ersten sieben Positionen, gemessen an der Bilanzsumme, blieben in der Rangliste (siehe auch Abb. 1) dagegen unverändert. Weit vorn liegt im Ranking nach wie vor die Hamburger Sparkasse (Haspa). Das Institut hat gegenüber 2014 seine Bilanzsumme noch einmal von 42,36 auf rund 43,05 Milliarden Euro steigern können. Dahinter folgen: Sparkasse KölnBonn (26,70), Kreisssparkasse Köln (24,62), Frankfurter Sparkasse (18,04), Stadtsparkasse München (17,11), Sparkasse Hannover (13,70) sowie die Ostsächsische Sparkasse Dresden (12,31). Auf Platz acht rangiert die Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam (11,57), die Sparkasse Bremen belegt mit 11,14 Milliarden Euro Platz zehn.

Zahl der Institute/Fusionen
Insgesamt hat sich die Zahl der Institute per Jahresende 2015 durch Fusionen von 416 auf 413 reduziert. Aktuell (Stand: 15. März 2016) gibt es sogar nur noch 409 Sparkassen. Am 31. August 2015 wurde die Sparkasse Gronau rückwirkend zum 1. Januar 2015 von der Sparkasse Westmünsterland aufgenommen. Mit einer Bilanzsumme von mehr als sieben Milliarden Euro ist damit das drittgrößte Institut in Westfalen-Lippe entstanden. In Gronau wird die Sparkasse die Kundenberatung insgesamt ausbauen wie auch spezialisieren. Vorstandsvorsitzender Heinrich-Georg Krumme hat anlässlich der Fusion auf den großen Vorteil hingewiesen, den die neue Unternehmensgröße für Kunden vor allem im Kreditgeschäft hat: „Wir können deutlich höhere Kredite ,im Haus‘ entscheiden als es kleinen Instituten möglich ist.“

Die Sparkasse Siegen hat zum 1. Mai 2015 die Stadtsparkasse Freudenberg übernommen. Die Räte der betroffenen Gemeinden hatten diesen Plänen zuvor zugestimmt. Die Bilanzsumme des neuen Instituts liegt jetzt bei rund 3,47 Milliarden Euro. Am 1. Juni 2015 haben die Kreissparkassen Altenkirchen und Westerwald zur Sparkasse Westerwald-Sieg fusioniert. Nach Addition der beiden Bilanzsummen (jetzt rund 2,94 Milliarden Euro) steigt das neue Institut in Rheinland-Pfalz zur Nummer acht auf. „Wir sind damit keine kleine Sparkasse mehr, aber auch keine große“, hob der neue Vorstandsvorsitzende Andreas Reingen hervor.

Wachstum der Bilanzsumme lag 2015 bei 1,6 Prozent

 
© BBL

Die Bilanzsumme aller deutschen Sparkassen betrug damit Ende 2015 etwas mehr als 1145 (2014: 1127,5) Milliarden Euro und hat sich damit um rund 1,6 Prozent (2014: 1,4) erhöht. Pro Institut betrug die Bilanzsumme 2015 damit im Mittel 2,77 (2014: 2,71) Milliarden Euro. 128 Sparkassen (2014: 129) und damit rund 31 Prozent aller Institute lagen bundesweit über dieser durchschnittlichen Betriebsgröße. 49 Sparkassen, davon drei ost­deutsche, übersprangen die Fünf-Milliarden-Euro-Marke. 95 Institute hatten eine Bilanzsumme zwischen 2,5 und fünf Milliarden Euro. 231 Institute wiesen eine Bilanzsumme zwischen 500 Millionen und 2,5 Milliarden Euro aus. Bundesweit hatten 29 Institute eine Bilanzsumme von 250 bis unter 500 Millionen Euro und neun Institute von unter 250 Millionen Euro.

Kundeneinlagen/-kredite
Die Kundeneinlagen sind 2015 ebenfalls weiter gewachsen und liegen jetzt bei 861,5 Milliarden Euro (2014: 836,7). Damit wurde erneut die 800-Milliarden-Grenze überschritten. Das entspricht einem Plus von drei Prozent und übertrifft noch einmal das Wachstum der Vorjahre. Im Durchschnitt verfügt ein Institut damit über 2,08 Milliarden Euro an Einlagen. Den Einlagen standen Kredite an Kunden in Höhe von 745,1 Milliarden Euro gegenüber (2014: 720,7). Der Zuwachs lag hier bei knapp 3,4 Prozent.

Beschäftigte
Zum Jahresende 2015 waren bei den bundesdeutschen Sparkassen 233.741 Mitarbeiter (2014: 240.146) beschäftigt. Rein rechnerisch betrachtet hatte ein Institut damit im bundesweiten Durchschnitt rund 566 Beschäftigte. Die höchste Zahl von Mitarbeitern meldet die Hamburger Sparkasse mit 5309, gefolgt von der Kreissparkasse Köln mit 4420 und der Sparkasse KölnBonn (4354).

Filialen
Zum Stichtag 31. Dezember 2015 gab es in Deutschland 14.451 (2014: 14.874) Sparkassenstellen (einschließlich SB). Die Zahl der Filialen ist damit bundesweit um 423 gesunken. Das Institut mit der höchsten Filialdichte ist zum ersten Mal die Haspa mit 196 Filialen. Die Nassauische Sparkasse, über viele Jahre Filialspitzenreiter, liegt mit 163 (2014: 215) nur noch auf Platz drei und damit hinter der Kreissparkasse Köln mit 179.

S-Bilanzmonitor 2015 ist online

Wie in jedem Jahr finden Sie nebenstehend wieder unsere traditionelle Sparkassen-Rangliste als Pdf-Datei. Sämtliche wichtigen Bilanzdaten aus 2015 gibt es aber auch online im landkartenbasierten, virtuellen S-Bilanzmonitor, den viele Leser seit nunmehr zwei Jahren nutzen. Er listet aktuell 414 Institute auf, da er bereits Daten der Berliner Sparkasse enthält (noch nicht vollständig kompatibel zur Sparkassen-Rangliste).

Im Gegensatz zur Pdf-Liste lassen sich hier die Daten nach eigenen Wünschen zusammenstellen und abrufen. Verfügbar sind: Bilanzsumme, Kundeneinlagen, Spareinlagen, Kundenkredite, Mitarbeiterzahl sowie Filialen einschließlich SB. Neben der interaktiven Karte gibt es für Interessierte eine Ausgabeliste. Je nach gewähltem Kartenausschnitt findet man dort alle Institute mit ihren Daten. Standardmäßig eingestellt ist die Bilanzsumme, absteigend sortiert. Über eine Menübox können auch die anderen Bilanzdaten, etwa Kundenkredite oder Zahl der Mitarbeiter, abgerufen werden. Eine umgekehrte Sortierung (aufsteigend) kann je nach Bedarf ebenfalls ausgewählt werden (roter Pfeil).

Durch einen Klick auf eine Einzelsparkasse öffnet sich zudem ein Fenster, das übersichtlich alle Daten zum jeweiligen Institut enthält. Über die integrierte URL kann auch zur Homepage der jeweiligen Sparkasse geklickt werden. Ebenfalls möglich ist eine Suche nach einem oder mehreren Verbandsgebieten. Eine bestimmte, vom Nutzer individuell einstellbare Region lässt sich mit allen Werten der dortigen Institute ebenfalls einstellen. Integriert worden ist im S-Bilanzmonitor auch eine Suchfunktion.

Autor
Jürgen Janik ist Redakteur der Betriebswirtschaftlichen Blätter in Mannheim.