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| SR-Mittelfristplanung

Banksteuerung neu justiert

Mit der Mittelfristplanung Banksteuerung 2019 bis 2021 geht die S-Rating und Risikosysteme (SR) einen weiteren Schritt in Richtung einer stärkeren Automatisierung der Prozesse in der Banksteuerung.

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Die SR-Mittelfristplanung Banksteuerung fokussiert sich auf die wesentlichen vier Risikoarten nach MaRisk sowie die Risikotragfähigkeit und Kapitalplanung. Natürlich ist dabei eine Anpassung an aktuelle regulatorische Entwicklungen wie die neuen MaRisk erfolgt. Ebenso berücksichtigt worden sind die aufsichtlichen Vorgaben zur Neuausrichtung der Risikotragfähigkeit. Der Rollout der neuen Gesamtbanksimulation (GBS) ist dabei ein zentraler Baustein der Mittelfristplanung. Ebenso bedeutend sind die Erst-Rollouts der neuen RTF-Anwendung in OSPlus, der neuen Marktpreisrisiko(MPR)- und der neuen Liquiditätsrisiko(LQR)-Anwendungen sowie die Weiterentwicklungen von CreditPortfolioView (CPV) und dem OpRisk-Schätzverfahren. Darüber hinaus hat die SR-Mittelfristplanung Banksteuerung zahlreiche weitere Themen im Blick. Für die Institute gibt es zusammenfassende Unterlagen im SR-Portal (unter der ID 15907), sodass sich jedes Haus im Detail über die Zukunft der Banksteuerung informieren und die eigene Planung entsprechend gestalten kann.

Was kommt wann 2019 bis 2021?

Auf Basis der Mittelfristplanung präzisieren und detaillieren Verbände, Finanz Informatik (FI) und SR die Zusammenarbeit der nächsten Jahre und stimmen ihre Termine für die Lieferung von Fachkonzepten sowie die Bereitstellung neuer FI-Anwendungen ab. Die Mittelfristplanung ist an dieser Stelle ein wichtiges Instrument, um eine effiziente, zielgerichtete und synchronisierte Beauftragungslage zwischen den Beteiligten zu ermöglichen. Erstmals zur Umsetzung empfohlen worden ist Mittelfristplanung für 2018 bis 2020 im Mai 2017 vom Fachrat Banksteuerung. Inzwischen hat die SR die Planung für die Jahre 2019 bis 2021 fortgeschrieben.

Planungsgrundlage für die Banksteuerung

Die Entwicklung des Integrierten Datenhaushaltes (IDH) steht im Zentrum der Banksteuerung und soll künftig sukzessive Daten für das Meldewesen, das Interne Reporting und die Risikomessung aufnehmen und für jedes einzelne Institut vereinheitlicht ablegen. In den folgenden Jahren werden die Mehrwertdienste für alle Risikoarten an den IDH angeschlossen. Parallel werden die Mehrwertdienste methodisch überarbeitet und die neue Gesamtbanksimulation eingeführt. In den jeweiligen Instituten wird das teilweise zu erheblichem Einführungsaufwand führen.

Um ihnen Planungssicherheit zu geben und eine Einschätzung des jeweiligen Einführungsaufwands zu ermöglichen, veröffentlicht die SR neben der Mittelfristplanung Banksteuerung auch eine Rollout-Planung. Ihr können die Sparkassen entnehmen, wann welche Rollouts geplant sind, wo deren Schwerpunkte liegen und wie hoch aktuell der Einführungsaufwand geschätzt wird. In einem ersten Schritt erfolgt zum Jahresende 2018 die Anbindung des OSPlus-Meldewesens und der Adressenrisikosteuerung an den Integrierten Datenhaushalt, anschließend die Anbindung von OpRisk sowie schließlich weiterer Risikoarten wie Marktpreis- und Liquiditätsrisiko.

Datenqualitätsmanagement in OSPlus

Natürlich ist für eine durchgehende Automatisierung der Risikomessprozesse und eine Standardisierung der operativen Systeme im Reporting eine hohe Datenqualität bei der Erfassung der Daten nötig. Daher hat die SR ein übergreifendes Datenqualitätsmanagement fachlich konzipiert – die zum OSPlus-Release 18.0 ausgerollte IDH-Datenqualitätsmanagement-Anwendung IDH-DQM. Dazu gehören unter anderem die Entwicklung zentraler Prüfregeln sowie aufbau- und ablauforganisatorische Maßnahmen, um mögliche Defizite in der Datenqualität zu identifizieren und zu beheben.

Blick in die Zukunft der Gesamtbanksimulation

 
© BBL
Die Aufsicht fordert in verschiedenen Vorgaben auf europäischer und nationaler Ebene eine integrierte und vorausschauende Sicht in der Banksteuerung. Die Gesamtbanksimulation hat die SR nicht zuletzt deshalb maßgeschneidert für die Daten- und Systemlandschaft der Sparkassen entwickelt. Mit den Anwendun­gen Gesamtbanksimulation (GBS) und Ergebnisvorschaurechnung (EVR) wird eine flexible, integrierte Simulation von Bilanz-, GuV- und diversen Profitabilitäts- (u. a. RoE, Cost-Income-Ratio) und regulatorischen Kennzahlen (u. a. Kapitalquoten, LCR, Zinsschock, Verschuldungsquote) ermöglicht. Damit werden künftig die Kapital- und Risikoplanung, der turnusmäßige und anlassbezogene Stresstest und die Simulation einzelner Maßnahmen maschinell unterstützt. In der Anwendung werden im ersten Schritt die normative Perspektive, danach die ökonomische Perspektive der neuen Risikotragfähigkeit umgesetzt.

Ganzheitlicher Ansatz: Gesamtbanksimulation/ Ergebnisvorschaurechnung
GBS wird als Eigenentwicklung der Finanz Informatik in OSPlus umgesetzt. Die Zukunft von EVR ist in den Gremien wie folgt beschlossen: EVR wird an den IDH angeschlossen, die Planung wird um den GBS-Umfang erweitert, ferner wurde das Zusammenspiel mit GBS präzisiert. In den vergangenen Monaten haben die Gremien der SR ferner eine Priorisierung der Funktionen sowie das weitere Vorgehen bezüglich GBS beschlossen. Dabei soll der fachliche Fokus zunächst auf der mehrperiodischen Simulation der Bilanz sowie GuV und der Abbildung der normativen Perspektive der Risikotragfähigkeit liegen. Sukzessive werden anschließend die weiteren Themenblöcke konzipiert und umgesetzt (vgl. dazu Abb. 1).

Funktionsweise der Gesamtbanksimulation
Die GBS entwickelt die SR unter Berücksichtigung des typischen Sparkassen-Geschäftsmodells. Grundsätzlich werden Ist-Daten und -Annahmen zu den verschiedenen Risiko- und Ergebnistreibern zusammengeführt und als Ganzes der Sicht eines bestimmten Szenarios unterworfen. Anschließend wird in einer integrierten Rechnung die Entwicklung zentraler Kennziffern zu Risikosituation, Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanzstruktur, Solvabilität und Liquidität für die nächsten drei Jahre simuliert. In der aktuellen Mittelfristplanung ist die GBS-Erstveröffentlichung für das OSPlus-Release 20.0 im Sommer 2020 vorgesehen. Simulations­ergebnisse werden damit auch für das interne sowie externe Reporting verfügbar.

Überarbeiteter RTF-Leitfaden vor Umsetzung

Die Methoden und Verfahren für die operative Umsetzung des überarbeiteten RTF-Leitfadens werden derzeit von der SR in Zusammenarbeit mit den Gremien entwickelt. Außerdem wird ein Umsetzungsplan „Neue RTF“ erstellt. Am 24. Mai 2018 hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, Bafin, den überarbeiteten Leitfaden „Aufsichtliche Beurteilung bankinterner Risikotragfähigkeitskonzepte und deren prozessualer Einbindung in die Gesamtbanksteuerung (ICAAP) – Neuausrichtung veröffentlicht.

Bei der Umsetzung der neuen RTF wird die Standardisierung innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe weiter vorangetrieben. Zur Beschreibung der fachlichen Standards für die normative sowie die ökonomische Perspektive wird vor dem Rollout der neuen RTF-Anwendung in OSPlus sukzessive der Praxisleitfaden „Neue RTF“ in mehreren Ausbaustufen veröffentlichen. Um die Institute rechtzeitig auf die operative Umsetzung sowie die ersten Prüfergespräche vorzubereiten, wird es von der SR (neben dem Auslegungspapier des DSGV) voraussichtlich Ende 2018 die erste Ausbaustufe des Praxisleitfadens „Neue RTF“ im Sinne eines Umsetzungsplans geben. Inhalt und Ziele dieses Umsetzungsplans sind unter anderem:
  • Empfehlungszeitpunkt für die Umstellung auf die neue RTF.
  • Zeitplan für den Rollout der neuen RTF-Anwendung in OSPlus, die perspektivisch S-RTF ablösen wird.
  • Übersicht, welche Systeme künftig zur barwertigen/barwertnahen Ermittlung des Risikodeckungspotenzials und der Risikomessung der einzelnen Risikoarten benötigt bzw. von der SR und FI bereitgestellt werden.
  • Rolloutaufwände, die mit der Einführung der neuen Systeme verbunden sind.
  • SR-Empfehlung, wann welches System eingeführt werden sollte.
  • Handlungsempfehlungen für die Übergangsphase: neue RTF und bestehende Systeme.
  • (S-RTF) für den Zeitraum bis zum Rollout der neuen RTF-Anwendung in OSPlus.
  • Hinweise zu Risikohandbuch und Risikoinventur unter den neuen RTF-Regularien.

Neue RTF-Anwendung in OSPlus
Der Rollout der neuen RTF-Anwendung GBS-RTF ist ein zentraler Baustein der Mittelfristplanung. GBS-RTF wird in OSPlus integriert und an den IDH angebunden. Die Anwendung wird die zentrale Lösung in der Sparkassen-Finanzgruppe zur Unterstützung der Institute bei der Durchführung der Risikotragfähigkeitsrechnung gemäß der neuen RTF-Regularien und bei der Sicherstellung der Meldefähigkeit gemäß FinaRisikoV sein.

Der Flächen-Rollout von GBS-RTF ist für das OSPlus-Release 20.0 geplant. Zu diesem Release werden allerdings noch nicht alle anderen Mehrwertdienste (z. B. MPR, LQR) in der Fläche ausgerollt sein. Der Flächen-Rollout von MPR und LQR erfolgt erst im Laufe des Jahres 2021, sodass bis dahin vom Nutzer einzelne Risiko- und Vermögenswerte noch manuell in GBS-RTF einzupflegen sind. Ab 2021 ist dann eine Schnittstelle zwischen GBS-RTF und allen übrigen Mehrwertdiensten, die für die RTF-Rechnung benötigt werden, geplant. CPV und OpRisk sind bereits zum OSPlus-Release 20.0 an GBS-RTF angebunden und beliefern GBS-RTF mit den Risikowerten für das Adress- sowie das Operationelle Risiko.

Geplanter Umstellungszeitpunkt auf die neue RTF
Die Umstellung auf die neue RTF wird entsprechend der aktuellen SR-/FI-Mittelfristplanung systemseitig voraussichtlich ab dem Jahr 2021 vollständig unterstützt. Da aus aufsichtsrechtlicher Sicht eine frühere Umstellung auf die neue RTF nach gegenwärtigen Erkenntnissen nicht erforderlich ist, sollten Umstellungen auf die neue RTF vor 2021 nur im unvermeidbaren Einzelfall vollzogen werden, da ansonsten mehrfacher Umstellungsaufwand entstehen kann (zunächst bei der individuellen Umstellung und später bei der Umstellung auf den zentral bereitgestellten Standard). Sämtliche Informationen zur neuen RTF-Konzeption gibt es im SR-Portal unter der ID 15835.

Wertorientiertes Marktpreisrisiko (MPR)

Mit MPR wird eine neue OSPlus-Anwendung zur wertorientierten Berechnung von Marktpreisrisiken geschaffen. Die Anwendung MPR ermöglicht künftig die integrierte Risikomessung von Zins-, Spread-, Währungs- und Aktienrisiken in der Sparkassen-Finanzgruppe. Das Projekt „Wertorientiertes Marktpreisrisiko“ ist aus dem fachlichen Methoden-Zielbild Banksteuerung hervorgegangen. Im Projekt erfolgt die Entwicklung einer Anwendung zur integrierten wertorientierten Marktpreisrisikomessung über Portfoliogrenzen hinweg, sodass eine konsistente Risikobewertung im Eigen- und im Kundengeschäft erfolgt. Die Nutzung von Diversifikationseffekten wird möglich sein. Mit der Anwendung MPR stellt die SR ein einheitliches Standardverfahren zur Verfügung, das zentral parametrisiert und validiert wird.

In diesem Zusammenhang wird auch eine neue Anwendung mit erwei­terter Funktionalität zur Analyse des variablen Geschäfts implementiert. Beide Anwendungen werden in OSPlus integriert und verwenden zur alleinigen Datenhaltung den Integrierten Datenhaushalt. Zuliefernde operative Systeme sind OSPlus für das Kundengeschäft und SimCorp Dimension (SCD) für das Eigengeschäft (inklusive Marktdaten und Bewertungen).

Die Anwendung wird zum OSPlus-Release 19.1 als Vorversion mit eingeschränktem Funktionsumfang zur Verprobung durch interessierte Institute in einem kleinen Nutzerkreis umgesetzt. Voraussichtlich zum OSPlus-Release 20.1 werden die verbleibenden Programmbestandteile umgesetzt und es erfolgt die fachliche Produktivsetzung für eine noch festzulegende Anzahl von Instituten (Soft-Rollout). Der Flächen-Rollout von MPR soll 2021 erfolgen. Damit werden durch die neue MPR-Anwendung bis zu sechs bisherige Verfahren in der Finanzgruppe abgelöst.

Neukonzeption Liquiditätsrisiko-Anwendungen (LQR)

Der Flächen-Rollout der neuen Liquiditätsrisiko-Anwendungen (LQR) ist für das OSPlus-Release 21.1 vorgesehen. In diesem Jahr erfolgte die fachliche Neukonzeption von zwei Anwendungen aus dem Bereich Liquiditätsrisiko:
  • LCR-Steuerer: Operative Prognose für Steuerung der Liquidity Coverage Ratio (LCR)
  • Survival Period: Ermittlung und Steuerung der Survival Period (SVP) unter Stressszenarien. Das Verfahren zur Berechnung der SVP soll im Zielbild ab 2022 die heutige Logik (Modul C in sDIS OSPlus) ablösen.
Beide Anwendungen werden täglich und automatisiert mit Daten des Liquiditätsmeldewesens aus dem Integrierten Datenhaushalt versorgt. Darüber hinaus verfügen die Anwendungen über eine gemeinsame Maßnahmenmaske, die die Analyse von Auswirkungen typischer Treasury-Maßnahmen auf beide Kennzahlen erlaubt. Die Anwendungen sind bereits in der technischen Umsetzung bei der Finanz Informatik und werden ab OSPlus-Release 19.1 bereitgestellt. Im ersten Schritt ist eine Pilotierungsphase mit ausgewählten Instituten geplant. Der Flächen-Rollout der Liquiditätsrisiko-Anwendungen (LCR-Steuerer und Survival Period-Tool) ist für das OSPlus-Release 21.1 vorgesehen.

Übergangslösungen auf der SR-Plattform Caballito
Die Übergangslösung zur LCR-Steuerung ist bereits Ende 2017 bereitgestellt worden. Eine Ausbaustufe mit erweiterten Funktionalitäten (insbesondere der Möglichkeit einer Langzeitprognose der LCR von bis zu einem Jahr) ist aktuell in der Pilotierungsphase. Neu ist die kurzfristige Bereitstellung einer Lösung zur Berechnung der Survival Period auf der SR-Plattform Caballito. Diese Anwendung unterstützt Sparkassen bei der Umsetzung aufsichtlicher Anforderungen aus den MaRisk und ILAAP (siehe DSGV „ILAAP für Sparkassen“). Als Ausgangsdatenbasis wird der Meldebogen C 66.00 aus dem ALMM-Meldewesen verwendet.

In dieser Anwendung wird neben der Möglichkeit der institutsindivi­duel­len Parametrisierung auch eine Musterparametrisierung des Liquiditäts­deckungspotenzials und der Liquiditätsablaufbilanz für alle aufsichtlich geforderten Kategorien von Stressszenarien zur Verfügung gestellt. Damit ist der Ausweis einer aufsichtskonformen SVP mit dem Tool sehr effizient innerhalb weniger Minuten möglich. Die Musterparametrisierung ist derzeit noch in Abstimmung in den Gremien der SR und kann zum aktuellen Zeitpunkt als Unterstützung für einen schnellen Einstieg in die Anwendung verwendet werden.

Darüber hinaus bietet die Anwendung die Möglichkeit, ein Basisszenario im Sinne der ALMM zu parametrisieren. Mit dem Tool können daher die Zusatzzeilen für den Meldebogen C 66.00 erzeugt und für die Meldung verwendet werden. Damit wird die ältere Workaround-Lösung auf Caballito im Bereich Meldewesen zum Meldestichtag Ende März 2019 durch den SVP-Rechner ersetzt. Die Übergangslösungen aus dem Bereich Liquiditätsrisiko findet sich auf Caballito hier. Begleitende Informationen zu den Anwendungen stehen ferner im SR-Portal bereit: LCR-Steuerer ID 15731, SVP-Rechner ID 15892.

CreditPortfolioView und Integrierter Datenhaushalt

 
Noch in diesem Monat gehen die ersten Stufen des Integrierten Datenhaushalts in Betrieb. © Jan Pauls
Die ersten Stufen des Integrierten Datenhaushalts (IDH) werden Ende 2018 bereitgestellt. Davon wird neben dem Meldewesen auch das Risikomanagement profitieren.
Zur Quantifizierung des Adressenrisikos werden zeitgleich CPV und CPV Light mit einem Release an den IDH angebunden. Der Rollout von CPV R5.8/CPV Light R5.8 sowie die Bereitstellung der Datenanlieferung über den IDH an CPV wird stufenweise ab Release 18.1 erfolgen. Dabei dienen die ersten Stufen zunächst der Praxiserprobung der Neuerungen. Der Gesamteinsatz für alle Institute ist für Ende des zweiten Quartals 2019 geplant. Anschließend ist eine Parallelphase bis maximal zum OSPlus-Release 19.1 vorgesehen.

Wesentliches Ziel der Weiterentwicklung ist, prozessualen Aufwand und Fehlerpotenziale bei der Datenanlieferung zu reduzieren. Durch die Umstellung der IT-Architektur mit dem IDH erfolgt eine Ablösung der Datenanlieferung durch die Zentrale Vorverarbeitung Adressenrisiko (ZVAdr) bzw. durch den AS0416-Report. Ein weitestgehend automati­sierter Datentransferprozess ist somit gewährleistet. Darüber hinaus werden zahlreiche fachliche und funktionale Weiterent­wicklungen mit dem neuen Release bereitgestellt. Dazu zählen unter anderem:
  • Automatisierte Anlieferung der Fondsdaten für eine Fonds-Durchschau
  • Automatisierte Anlieferung der S-Kreditbaskets
  • Anpassung Importschnittstelle (u. a. aufgrund der veränderten Datenanlieferung über den IDH)
  • Grundlegende Umstellung der Verbundabbildung (u. a. Wegfall der Verbundrating-Note)
  • Überarbeitung der periodischen Berechnung im Kundenkreditgeschäft (z. B. neue EWB-Komponenten des Bewertungsergebnisses Kredit)
  • Negativzinstauglichkeit
  • Angleichung der periodischen Abbildung des Depot A von CPV Light an CPV
  • Überarbeitung der Neugeschäftsfunktion und Bereitstellung dieser auch für CPV Light.
Für die zuständigen Adressrisiko-Controller können sich in Abhängigkeit von den institutsinternen Prozessen aus der weiterentwickelten Datenhaltung und -anlieferung und dem damit verbundenen Datenqualitätsmanagement im Kontext des IDH Auswirkungen auf das tägliche Arbeiten mit CPV ergeben.

Zur ersten Vorbereitung empfiehlt die SR, sich mit dem grundlegenden Aufbau des IDH und der neuen Fonds-Schnittstelle auseinanderzusetzen. Beachtet werden sollten in diesem Zusammen­hang die Informationen unter ID 15711 und ID 15874 im SR-Portal. Die fachlichen Erläuterungen zur Datenanlieferung an CPV/CPV Light wird die SR im Rahmen einer Release-Information Anfang des zweiten Quartals 2019 im SR-Portal veröffentlichen. Weiterhin werden die Nutzer rechtzeitig im Vorfeld des Gesamteinsatzes durch den jeweiligen Regionalverband über die Neuerungen informiert. Erste technische Informationen der FI zur neuen Datenanlieferung über den IDH finden sich im Rundschreiben 320/2018 vom 07. September 2018, Anlage 4.01.05 zum Release 18.1.

OpRisk-Schätzverfahren in OSPlus

Mit dem OSPlus-Release 18.1 erfolgt die Integration des OpRisk-Schätzverfahrens in die vorhandene OSPlus-Anwendung zum Management operationeller Risiken. Ziel dieser Integration, alle Verfahren zur Erfassung und Messung operationeller Risiken in einem System bereitzustellen, um eine konsistente Datenverarbeitung auf Grundlage einer einheitlichen Datenbasis zu erreichen. Das OpRisk-Schätzverfahren bietet nun zusätzlich eine Möglichkeit zur standardisierten Bestimmung operationeller Risiken für die Risikotrag­fähigkeit unter Einbezug vorhandener Anwendungen. Die bisher genutzte Berechnungshilfe zum OpRisk-Schätzverfahren in Caballito, welche als Übergangslösung genutzt worden ist, wird durch die neue technische Umsetzung in OSPlus abgelöst.

Mit der Integration des OpRisk-Schätzverfahrens in OSPlus wird die Berechnung der Risikowerte für operationelle Risiken vollständig automatisiert, da unmittelbar auf die vorhandenen Daten der bestehen­den Schadensfalldatenbank zugegriffen wird. Weiterhin wird die Sicherstellung der Einheitlichkeit und Nachvollziehbarkeit der genutzten Daten sowie Ergebnisse dadurch optimiert. Außerdem verbessert sich die Nutzerfreundlichkeit beim Einsatz und der Auswertung des OpRisk-Schätzverfahrens im Vergleich zur Übergangslösung in Caballito erheblich – vor allem da das manuelle Einlesen von Daten nicht mehr notwendig ist.

Bereits vor dem Release hatten die Sparkassen die Möglichkeit, ihre aufgetretenen OpRisk-Schadensfälle ebenso wie künftig mögliche Risikoszenarien in OSPlus zu erfassen, an die SR im Rahmen des OpRisk-Datenpoolings weiterzuleiten und von der Rückspielung der anonymisierten Schadensfälle und Szenarien zu profitieren.

IDH-Anbindung des OpRisk-Schätzverfahrens
Zur weiteren Verbesserung des Managements operationeller Risiken ist für 2019 die technische Anbindung an den Integrierten Datenhaushalt (IDH) geplant. Dadurch wird die bessere Verknüpfung – z. B. mit Reporting, Meldewesen, Gesamtbanksimulation und Risikotragfähigkeit – vorbereitet. Nach der Integration des OpRisk-Schätzverfahrens in OSPlus ist für 2021 ein weiteres umfassendes OpRisk-Release geplant, in dem die Überarbeitung und Verbesserung des Verfahrens im Fokus stehen sollen. Dabei werden vor allem die fachliche Weiterentwicklung, Nachjustierung und Optimierung des Handlings der Anwendung angestrebt. Des Weiteren sollen die Verfahren zur Szenarioschätzung zu einer einheitlichen Ex-ante-Methode überführt werden. Weitere Informationen zum OpRisk-Schätzverfahren und zu allen weiteren OpRisk-Themen finden sich im SR-Portal unter „Operationelle Risiken“.

Fazit und Ausblick

Die SR-Mittelfristplanung Banksteuerung wird jedes Jahr überprüft und – wo nötig – jeweils für die folgenden drei Jahre angepasst. Grundlagen sind das fachliche Methoden-Zielbild sowie die Anforderungen der Nutzer und der Aufsicht. Insgesamt wird eine weitestmögliche Automatisierung der Prozesse in der Banksteuerung sowie eine höhere Standardisierung der Verfahren angestrebt.

Autorin
Barbara Witte ist Bereichsleiterin Kundenmanagement bei der S Rating und Risikosysteme GmbH in Berlin.