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| LBBW-Studie

Blockchain wird Rückgrat der Digitalisierung

Die Blockchain-Technologie wird zum Rückgrat der entstehenden digitalen Ökosysteme. So lautet das Fazit einer aktuellen LBBW-Studie, die auch die Auswirkungen auf die Finanzbranche explizit in den Fokus nimmt.

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Digitale Großunternehmen haben ein Netzwerk von digitalen Produkten und Dienstleistungen rund um den Benutzer geknüpft, heißt es in der Studie der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Die Produkte und Dienstleistungen seien wiederum miteinander verbunden. Die Ökosysteme hätten drei Merkmale: "Sie entwickeln Netzwerkeffekte, sie dienen als ein Portal für andere Märkte, und sie generieren und nutzen große Datenmengen", so die Landesbank-Experten weiter.

Das Problem digitaler Ökosysteme sei, dass sie zulasten der Wettbewerber und unter Umständen auch der Nutzer gehen könnten, gerade dann wenn es sich um geschlossene Systeme handele. Das Arbeiten in einer digitalen Serviceumgebung erfordere Änderungen "auf allen Ebenen der Organisation", so die LBBW. Die Bedeutung digitaler Ökosysteme gewinne für Banken an Bedeutung. Für die erfolgreiche Teilnahme an Ökosystemen seien "interdisziplinäre und Sozialkompetenzen der Mitarbeiter bedeutsam", schreiben die Autoren der Studie weiter.

 
Die Blockchain-Technologie wird zwar vor allem mit Kryptowährungen wie Bitcoin verbunden, bietet aber weit mehr Möglichkeiten als digitale Geldschöpfungen. © dpa

Die LBBW untersucht in der Studie ferner die Grundstruktur zum Aufbau eines digitalen Ökosystems. Die zunehmenden Interaktionen von Ökosystemen der Finanz- und der Realwirtschaft würden dazu führen, dass diese Bereiche perspektivisch zusammenwachsen werden, lautet eine Prognose der Studie.

Blockchain biete bei all diesen Entwicklungen den Vorteil, dass die Technologie dezentrale Plattformen ermögliche, über digitale Tokens neue Finanzierungsformen und Zahlungsmodalitäten zulasse sowie digitale Identitäten beziehungsweise auch digitale Notariatsformen schaffe. Die Blockchain stelle damit das Bindeglied zwischen physischer und digitaler Welt sowie zwischen Realwirtschaft und Finanzwirtschaft dar, urteilen die Autoren.

Auf die Aufgaben, die heute den Finanzinstituten gestellt werden, habe dies zunächst aber keine Auswirkung, stellen die LBBW-Experten klar. Das Einwerben und die Allokation von liquiden Mitteln, mithin die Kreditvergabe, bleibe die originäre Aufgabe von Banken. Dennoch würde die Technologie die Marktstruktur verändern. Gerade kostspielige Services großer Banken würden künftig kostengünstiger und leichter zugänglich werden.