Anzeige
| Versicherer

Digitale Transformation schreitet voran

Der strategische Umbau der Provinzial Nordwest setzt sich fort. Als Nachfolgeprojekt des Programms Nordwest hat Vorstandschef Wolfgang Breuer neue Ziele für den Münsteraner Versicherungskonzern vorgestellt.

Anzeige
"Die Kundenerwartungen an Versicherer ändern sich rasant", sagte Wolfgang Breuer, Vorstandsvorsitzender des Versicherungskonzerns Provinzial Nordwest, bei der Präsentation der Jahresbilanz und kündigte ein neues Strategieprogramm mit 15 übergreifenden Themenfeldern an: "Wir werden konsequent alle Prozesse aus der Kundenperspektive auf den Prüfstand stellen", sagte Breuer.

Ziel sei es, ein organisatorisch verankertes Kundenmanagement zu etablieren und digitale End2End-Kundenreisen mithilfe innovativer Techniken voranzutreiben. Provinzial-Nordwest-Pressesprecherin Annette Bäcker erläutert, der Konzern wolle automatisierte Services für den Endkunden ausbauen: "Auf unseren Onlineportalen für Privatkunden gibt es beispielsweise digitale Features, um Adressen und Bankverbindungen zu ändern. Solche Anwendungen sollen weiterentwickelt werden."

 
Zentrale der Provinzial Nordwest in Münster. Beim neuen Strategieprogramm werden alle Prozesse aus Kundenperspektive neu bewertet. © dpa
Erst Ende 2018 hatte die Provinzial Nordwest ein vor drei Jahren gestartetes Strategieprogramm mit mehr als 50 Projekten erfolgreich abgeschlossen. Vorstandschef Breuer erläutert: "Mit dem größten Strategieprogramm der Konzerngeschichte haben wir unsere Ausrichtung als Versicherer der Regionen nachhaltig gestärkt und schlanke Konzernprozesse mit einer standortübergreifenden digitalen Arbeitsorganisation etabliert." Das Nutzenpotenzial von 50 Millionen Euro pro Jahr werde "vollumfänglich realisiert" und wirke sich bereits positiv auf das Konzernergebnis aus.

 
"Die Erwartungen von Kunden an Versicherer ändern sich rasch", sagt Wolfgang Breuer, Vorstandsvorsitzender der Provinzial Nordwest. © Provinzial

Die gebuchten Bruttobeitragseinnahmen des Versicherers seien im Geschäftsjahr 2018 um 113 Millionen Euro auf 3,4 Milliarden Euro angestiegen - ein Plus von 3,4 Prozent, sagte Breuer. Das Wachstum in der Schaden- und Unfallsparte betrage 2,8 Prozent, unter Einbeziehung der Pensionskassen und -fonds um 2,2 Prozent. Die gebuchten Bruttobeiträge in der Lebensparte wuchsen insgesamt um 4,1 Prozent auf rund 1,46 Milliarden Euro nach 1,41) Milliarden Euro im Vorjahr: "In einem herausfordernden Umfeld haben alle im Innen- und Außendienst an einem Strang gezogen, Kundinnen und Kunden für die Provinzial Nordwest begeistert und die umfassende strategische Neuaufstellung gemeinsam umgesetzt", hob der Vorstandschef hervor.

Wetterextreme machen sich in der Bilanz bemerkbar

"Überaus erfolgreich" nannte Breuer die Beitragsentwicklung im Geschäftsfeld Wohnungsunternehmen. Als einziger Versicherer im deutschen Markt biete die Provinzial Nordwest ihren Kunden ein System zur digitalisierten Schadenanlage, Verarbeitung und Abrechnung an. Den "hervorragenden Einsatz unserer Vertriebspartner" lobte Breuer besonders im Zusammenhang mit einem im September 2018 erstmals angebotenen Kfz-Produkt mit Leistungserweiterungen und Zusatzpaketen, das beim Endkunden gut angekommen sei. Das habe "zu einem sehr guten Jahresendgeschäft mit einem Stückzahl-Zuwachs in der Kraftfahrtversicherung geführt".

Die Bruttoschadenaufwendungen im selbst abgeschlossenen Geschäft stiegen im Konzern vor allem wegen des Orkantiefs Friederike im Januar 2018 um 17 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro, nach 1,17 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Combined Ratio bleibe aber dennoch im guten Marktschnitt: "Wir erwarten für das Geschäftsjahr trotz eines solch schadenintensiven regionalen Mega-Ereignisses mit dem Orkan Friederike ein ordentliches positives versicherungstechnisches Ergebnis", sagte Breuer. Das spreche für Stabilität und Gesundheit der Provinzial Nordwest.