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| Sparkassen-Rangliste 2018

Durchweg deutliche Zuwächse bei der Bilanzsumme

Die aktuelle Sparkassen-Rangliste basiert auf der Stichtagsbilanzsumme (Stand: 31. Dezember 2018). Darüber hinaus werden Fusionen, Kundeneinlagen und -kredite sowie die Zahl von Beschäftigten und Sparkassenstellen aufgelistet. Auch der interaktive S-Bilanzmonitor wurde aktualisiert.

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Zum S-Bilanzmonitor 2018 geht es hier.

In den Top10 der Sparkassen-Rangliste hat es gegenüber 2018 keine Veränderung gegeben (s. Abb. 1). Unverändert an der Spitze liegt die Ham­burger Sparkasse (Haspa). Das Institut hat gegenüber 2017 seine Bilanzsumme von 44,12 auf 45,85 Milliarden Euro erhöhen können. Mit weitem Abstand rangieren dahinter: Sparkasse KölnBonn (26,76), Kreissparkasse Köln (26,16), Frankfurter Sparkasse (19,15), Stadtsparkasse München (19,11), Sparkasse Hannover (15,40), Mittel­brandenburgische Sparkasse in Potsdam (13,68), Sparkasse Pforzheim Calw (12,44), Ostsächsische Sparkasse Dresden (12,22) und Nas­sauische Sparkasse (11,85).

Auch im oberen Ranking-Mittelfeld bis Platz 100 gab es meist nur unwesentliche Verände­rungen zwischen ein bis drei Plätzen nach oben oder unten. Zu den Instituten mit einer größeren Platzveränderung zählen unter anderem die Sparkas­se Rhein Nahe, die von Platz 73 im Vorjahr (4,37) auf 66 (4,70) vorge­rückt ist, ferner die Sparkasse Bodensee von Platz 82 (4,11) auf 74 (4,55), die Sparkasse Vorpommern von Platz 93 (3,77) auf 88 (4,07) und die Sparkasse Siegen (bedingt durch die Aufnahme der Stadtsparkasse Hilchenbach) von Platz 101 (3,55) auf 93 (3,94). Die größten Rückgänge in dieser Ranking-Reihenfolge verzeichneten die Weser Elbe Sparkasse von Platz 86 (3,90) auf 92 (3,94), die Sparkasse Fulda von Platz 95 (3,70) auf 101 (3,74), die Sparkasse Westholstein von Platz 96 (3,65) auf 103 (3,73) sowie die Sparkasse Hochfranken von Platz 99 (3,58) auf 107 (3,60).

Am Ende der Sparkassen-Rangliste gab es ebenfalls nur geringe Verschiebungen. Das kleinste Institut bleibt die niedersächsische Stadt­sparkasse Bad Sachsa (0,13), davor rangieren jetzt fünf Kleinstinstitute aus dem Bereich des Sparkassenverbands Hessen-Thüringen – die Stadt­sparkasse Borken (0,18), die Stadtsparkasse Grebenstein (0,22), die Sparkasse Schwalmstadt (0,22) sowie die Sparkasse Battenberg (0,22).

Zahl der Institute/Fusionen
Erkennbar ist die Zahl der Fusionen 2018 zurückgegangen. Die Zahl der Institute hat sich bis zum Stichtag 31. Dezember 2018 nur noch leicht von 390 auf 385 reduziert (Vorjahr: 13). Durch einen zum 01. Januar 2019 wirk­sam geworde­nen Zusam­men­­schluss liegt die Zahl bundes­deut­scher Sparkassen derzeit bei 384. Im einzelnen fusionierten am 1 Januar 2018 die bayeri­schen Sparkassen Ostunterfranken und Schwein­furt. Im Spar­kassen-Ranking liegt die neu gebildete Sparkasse Schweinfurt-Haßber­ge mit einer Bilanzsumme von 4,26 Milliarden Euro nun auf Platz 83. Zum gleichen Datum haben sich in Nieder­sachsen die Kreis­sparkasse Osterholz sowie die Sparkasse Rotenburg-Bremervörde zur neuen Sparkasse Rotenburg-Osterholz zusammengeschlossen (Platz 124, 3,23).

Ebenfalls zum Jahresbeginn haben sich die nordrhein-west­fälische Stadt­sparkasse Bad Oeynhausen und die Stadtsparkasse Porta West­falica zur Sparkasse Bad Oeynhau­sen-Porta Westfalica zusam­men­ge­schlossen. Dieses neue Institut weist für 2018 eine Bilanzsumme von rund 1,34 Milliarden Euro aus und steht damit im Ranking auf Platz 278. Ebenfalls in Westfalen gab es zum Jahresbeginn 2018 die Fusion der Sparkas­se Soest und der Sparkasse Werl zur neuen Sparkasse SoestWerl. Mit ihrer gemeinsamen Bilanzsumme von 2,57 Milliarden Euro liegt das Institut im Ranking nunmehr auf Platz 158.

Zum 01. Mai 2018 ist die bisher selbstständige Stadtsparkasse Hilchenbach von der Sparkasse Siegen aufgenommen worden. Deren Bilanzsumme ist damit auf etwa 3,94 Milliarden Euro gestiegen (Platz 93). Den vorläufigen Fusions­schluss­punkt haben zum 01. Januar 2019 die Sparkasse Gummersbach-Berg­neustadt sowie die Sparkasse der Homburgischen Gemeinden gesetzt. Die ursprünglichen Häuser hatten 2018 eine Bilanzsumme von 1,37 Milliarden Euro (Gummersbach, Platz 272) und 0,835 Milliarden Euro (Hombur­gi­sche Gemeinden, Platz 328).

Durchschnittsbilanzsumme steigt um 3,6 Prozent

 
© BBL
Die Bilanzsumme aller deutschen Sparkassen summierte sich damit Ende 2018 auf rund 1,243 Billiarden Euro (2017: 1,2). Bundesweit betrug das Bilanzsummenwachstum damit 3,6 Prozent. Pro Institut ergab sich in 2018 im Mittel eine Bilanzsumme von 3,23 Milliarden Euro (2017: 3,077). 123 Sparkassen (2017: 125) und damit rund 32 Prozent aller Institute lagen bundesweit über dieser durch­schnitt­lichen Betriebs­größe. 59 Sparkassen, davon drei ostdeutsche, übersprangen die Fünf-Milliarden-Euro-Marke. 102 Institute hatten eine Bilanzsumme zwischen 2,5 und fünf Milliarden Euro. 198 Institute wiesen eine Bilanzsumme zwischen 500 Millionen und 2,5 Milliarden Euro aus. Bundesweit hatten 21 Institute eine Bilanzsumme von 250 bis unter 500 Millionen Euro und fünf Institute von unter 250 Millionen Euro.

Kundeneinlagen/-kredite
Die Kundeneinlagen sind in 2018 ebenfalls weiter gewachsen und liegen jetzt bei rund 950 Milliarden Euro (2017: 911). Das entspricht einem Plus von 4,3 Prozent und übertrifft noch einmal das Wachstum der Vorjahre. Die durchschnittliche Einlage pro Institut beträgt somit knapp 2,47 Milliarden Euro. Spareinlagen machten davon rund 287,7 Milliarden Euro (- 0,9 Prozent) aus, Sichteinlagen dagegen 610,7 Milliarden Euro (+ 8,0 Prozent).

Den Einlagen standen Kredite an Kunden in Höhe von rund 823 Milliar­den Euro gegenüber (2017: 793,6). Der Zuwachs lag hier bei etwa 3,7 Prozent. 419,7 Milliarden gingen danach an Unter­nehmen (+ 5,5 Prozent), 348 Milliarden Euro an Privatpersonen (+ 2,8 Prozent). Auf private Wohnungsbaukredite entfallen 303,4 Milliarden Euro, die damit um 10,5 Milliarden Euro (+ 3,6 Prozent) gesteigert werden konnten. Das Neukreditgeschäft mit Unternehmens­kunden hat sich von 83,7 (2017) auf 89,2 Milliarden Euro (2018) erhöht. Der Rest der Kredite verteilt sich auf Öffentliche Haushalte und Sonstige Kredit­nehmer.

Beschäftigte
Im Jahresdurchschnitt 2018 waren bei den bundesdeutschen Sparkas­sen 209.588 Mitarbeiter (2017: 216.117) beschäftigt. Die Zahl der Mitarbeiter ist damit von 2017 zu 2018 um über 6.500, aber geringer als im Jahr zuvor gesunken. Betriebswirtschaftlich gesehen verfügte 2018 ein Institut im bundesweiten Durchschnitt über 545 Beschäftigte. Die höchste Zahl von Beschäftigten verzeichnete die Hamburger Sparkasse mit 5.186 Mitarbeitern, gefolgt von der Kreissparkasse Köln mit 3.969 und der Sparkasse KölnBonn (3.962). Fusionen und Filialschließungen haben vorrangig zu Personalreduk­tionen geführt. Auf der DSGV-Bilanzpresse­konferenz präsentierte Zahlen zeigen zudem, dass sich der Prozentsatz der Teilzeitbeschäftigen Jahr für Jahr weiter erhöht und mittlerweile bei 38,7 Prozent an der Gesamtbeschäftigtenzahl liegt.

Filialen
Zum Stichtag 31. Dezember 2018 gab es in Deutschland 13.016 (2017: 13.316) Sparkassenstellen (einschließlich SB). Die Zahl der Filialen ist damit bundesweit um weitere 300 gesunken. Das dichteste Filialnetz unterhält nach wie vor die Haspa mit 194 Filialen (+/- 0), gefolgt von den Kreissparkasse Köln (176, -2), der Nassauischen Sparkasse (145, +3), der Ostsächsischen Sparkasse Dresden (138, +/- 0), der Sparkasse KölnBonn (136, -1) sowie der Mittelbrandenburgischen Sparkasse in Potsdam (132, -3). Als eines der wenigen Häuser bundesweit hat damit die Nassauische Sparkasse ihr Filialnetz leicht aufgestockt.

S-Bilanzmonitor bietet Bilanzdaten 2018 digital

Wie gewohnt finden Sie unten wieder unsere traditionelle Sparkassen-Rangliste als Pdf-Datei zum direkten Download. Mit dem Erscheinen der Sparkassen-Rangliste 2018 ist auch unser S-Bilanzmonitor aktualisiert worden, der hier zu erreichen ist. Sämtliche wichtigen Bilanzdaten aus 2018 gibt es damit auch wieder online im landkartenbasierten, virtuellen Modus, den viele Leser ja schon seit einigen Jahren nutzen. Gelistet sind aktuell 386 Institute, da die jüngste Fusion (im Januar 2019) in Gummersbach noch nicht berücksichtigt, aber bereits die Daten der Berliner Sparkasse enthalten sind (sie sind noch nicht vollständig kompatibel zur DSGV-Sparkassen-Rangliste).

Im Gegensatz zum Pdf lassen sich hier die Daten nach eigenen Wünschen zusammenstellen und abrufen. Verfügbar sind: Bilanzsumme, Kundeneinlagen, Spareinlagen, Kundenkredite, Mitarbeiterzahl sowie Filialen einschließlich SB. Neben der interaktiven Karte gibt es für Interessierte eine Ausgabeliste. Je nach gewähltem Kartenausschnitt findet man dort alle Institute mit ihren Daten. Standardmäßig eingestellt ist die Bilanzsumme, absteigend sortiert. Über eine Menübox können auch die anderen Bilanzdaten, etwa Kundenkredite oder Zahl der Mitarbeiter, abgerufen werden. Eine umgekehrte Sortierung (aufsteigend) kann je nach Bedarf ebenfalls ausgewählt werden (roter Pfeil).

Durch einen Klick auf eine Einzelsparkasse öffnet sich zudem ein Fenster, das übersichtlich alle Daten zum jeweiligen Institut enthält. Über die integrierte URL kann auch zur Homepage der jeweiligen Sparkasse geklickt werden. Ebenfalls möglich ist eine Suche nach einem oder mehreren Verbandsgebieten. Eine bestimmte, vom Nutzer individuell einstellbare Region lässt sich mit allen Werten der dortigen Institute ebenfalls einstellen. Integriert worden ist im S-Bilanzmonitor auch eine Suchfunktion. Seine Entwicklungsgeschichte und seine Funktionen können Sie hier nachlesen.

Autor
Jürgen Janik ist Redakteur der Betriebswirtschaftlichen Blätter in Mannheim und verantwortlich für das Konzept des S-Bilanzmonitors.