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| FI-Connect 2019

Es geht um die Zukunft

Rund 1000 Vorstände und Führungskräfte haben sich auf der neuen Management-Digital-Konferenz der Sparkassen-Finanzgruppe informiert. Das Veranstaltungskonzept hat funktioniert.

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Die von der Finanz Informatik (FI) im zweijährigen Turnus veranstaltete FI-Connect ist eine Plattform für Innovationen, Wissen und Erfahrungsaustausch in der Sparkassen-Finanzgruppe. In diesem Jahr fand die FI-Connect am 13. und 14. November im Congress Center der Messe Frankfurt statt. Das Themenspektrum war breit gefächert. Im Fokus der Management-Veranstaltung stand die Digitalisierung als derzeit größte Herausforderungen für den Verbund.

Verbund ist Stärke bei der Digitalisierung

 
„Nutzen Sie die Gelegenheit, sich zu vernetzen“: Franz-Theo Brockhoff, Vorsitzender der Geschäftsführung der FI, eröffnet die Management-Veranstaltung. © FI

„Nutzen Sie die Gelegenheit, um sich über die neuesten Technologie-Trends wie künstliche Intelligenz zu informieren. Vor allem aber, um sich zu vernetzen“, mit diesen Worten eröffnete Franz-Theo Brockhoff, Vorsitzender der Geschäftsführung der FI, die Management-Veranstaltung. „Bei den Herausforderungen der Digitalisierung ist der Verbund unsere Stärke. Ich möchte dafür werben, trotz der herausfordernden Gesamtsituation, die Chancen zu sehen und gemeinsam anzugehen“, appellierte er an das Management aus der Sparkassen-Finanzgruppe.

Die gemeinsame Stärke der Sparkassen-Finanzgruppe unterstrich auch der Präsident des Sparkassenverbands Niedersachsen und Aufsichtsratsvorsitzende der FI, Thomas Mang. Er stellte heraus, dass IT und Banking in Zeiten der Digitalisierung nicht mehr voneinander zu trennen seien. Er betonte außerdem, dass es wichtig sei, alle Menschen in der Sparkassen-Finanzgruppe mit auf den Weg der Digitalisierung zu nehmen.

FI will das Beratungsgeschäft vorantreiben

Im Fokus der Veränderungen stehen die Sparkassenkunden. Vor diesem Hintergrund führte Franz-Theo Brockhoff aus, dass die FI sich in der nächsten Zeit auch darauf konzentrieren werde, das Beratungsgeschäft voranzutreiben. Außerdem gelte es die IT dafür einzusetzen, Kosten zu sparen und Regulatorik umzusetzen. Indem IT-Infrastruktur-Services zentralisiert werden, wird Komplexität aus den Instituten genommen. Das ermöglicht den Instituten, sich noch mehr auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren.

Die aktuellen Herausforderungen der Digitalisierung aus Sicht der Aufsicht beleuchtete Felix Hufeld, Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), in seiner Keynote. Die Distributed-Ledger-Technologien (DLT) sowie die künstliche Intelligenz (KI) erfordern neue Antworten und auch Ansätze der Aufsicht.

In Richtung Sparkassen-Finanzgruppe unterstrich er, dass er das Grundformat „Verbund“ als wichtig erachtet, insbesondere, weil die Sparkassen in ihrer rund 200 Jahre währenden Geschichte bei Veränderungen immer den Nutzen für möglichst viele Menschen im Blick hatten. Dies sei in heutigen Zeiten sehr wichtig. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Sparkassen den digitalen Wandel gestalten können.

Bafin-Präsident Hufeld befürwortet Spitzeninstitut

 
Sehen Chancen bei einem gemeinsamen Vorgehen: Bafin-Präsident Felix Hufeld, DSGV-Präsident Helmut Schleweis und FI-Chef Franz-Theo Brockhoff. © FI

Über die Perspektiven der regulierten Kreditwirtschaft im Zeitalter von Digitalisierung und Niedrigzinsen diskutierten anschließend der Bafin-Präsident, Helmut Schleweis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), und Franz-Theo Brockhoff. Der aktuelle Handlungsdruck wurde dabei ebenso unterstrichen wie die Chancen eines gemeinsamen Vorgehens.

Dieses bezieht sich nicht nur auf den Verbund, sondern auch auf säulenübergreifende Initiativen der Deutschen Kreditwirtschaft zur Schaffung leistungsfähiger und attraktiver digitaler Angebote, zum Beispiel für den Zahlungsverkehr. Deutlich wurde dabei auch, dass eine asymmetrische Regulierung, wie sie etwa die PSD2 bewirkt hat, den Wettbewerb zulasten der Institute verzerre. Auch das Thema Spitzeninstitut wurde noch einmal kurz erörtert, wobei Felix Hufeld den DSGV-Präsidenten motivierte, seinen ambitionierten Weg weiterzugehen.

Holle sieht Bündelung bei einem Dienstleister als Vorteil

Levin Holle, Abteilungsleiter Finanzmarktpolitik im Bundesministerium für Finanzen, startete seinen Vortrag zu den Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung für den Europäischen Finanzmarkt mit einem Lob an die Anwesenden. Diese hätten es geschafft, ihre IT bei einem IT-Dienstleister wirksam zu bündeln. Dies sei eine gute Voraussetzung, um die Zukunft zu meistern.

In seinen Ausführungen unterstrich er die Notwendigkeit, auf europäischer Ebene politisch zu handeln, um im globalen Wettbewerb europäische Stärken wie etwa den Datenschutz oder auch einen wettbewerbsfähigen Markt für grenzüberschreitende Zahlungsverkehrsdienste etablieren zu können. Dabei sehe er Deutschland gut aufgestellt, um ein führender digitaler Standort zu werden.

Sparkassen sollen sich für neue Kooperationen öffnen

Allerdings müsse dazu Geschwindigkeit aufgenommen werden. In Richtung der Sparkassen unterstrich er deren Bedeutung für das Gelingen dieses Ziels, da sie in der Finanzwirtschaft die größte Kundenbasis im größten europäischen Wirtschaftsraum vertreten. Er appellierte an die Anwesenden, diesen Weg fortzusetzen und sich für neue Kooperationen zu öffnen.

Einen Blick über den Tellerrand der Finanzwirtschaft erlaubten Vorträge aus der Wirtschaft. Jennifer Bailey, Vice President of Internet Services bei Apple, gab ein Update zu Apple Pay und dem Wallet-Ökosystem. Dabei standen – Apple-typisch – vor allem Komfort, Datenschutzaspekte und das generelle Nutzererlebnis im Mittelpunkt.

Sabine Bendiek, Vorsitzende der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland, lenkte den Blick auf die ethische Dimension der digitalen Transformation und dabei insbesondere der KI. Sie unterstrich, dass Menschen den Erfolg von Veränderungen ausmachten und nannte Fairness, Zuverlässigkeit und Sicherheit, Datenschutz, Inklusion und Transparenz bei der Entscheidungsfindung und das Übernehmen von Verantwortung als wesentliche ethische Prinzipien bei der Entwicklung von KI.

Leitfragen zur Klärung des „Daten-Dilemmas“

Andreas Weigend, ehemaliger Cheftechnologe von Amazon und Autor, beleuchtete die Komplexität des richtigen Umgangs mit Daten. Er zeigte dabei das Spannungsfeld zwischen dem Wunsch nach Privatsphäre und dem nach personalisierten Dienstleistungen auf. Zudem skizzierte Weigand Leitfragen, mit denen sich dem von ihm so genannten „Daten-Dilemma“ beikommen lässt.

Abgerundet wurde das Vortragsprogramm des ersten Tages durch Professor Ulrich Walter, Physiker, ehemaliger Astronaut und Lehrstuhlinhaber für Raumfahrttechnik an der TU München. Als Zukunftsforscher riet er den Sparkassenmanagern, nicht danach zu streben, die Zukunft vorherzusagen, sondern vielmehr, die Zukunft mitzugestalten.

Neues Konferenz-Konzept hat sich bewährt

Der zweite Tag der FI-Connect bot den Teilnehmern eine neue Digitalkonferenz mit einer Mischung aus Vorträgen, Dialogrunden und einer Ausstellung. Den Auftakt bildete eine Talkrunde.

 
Fordern „Gemeinsam-mehr“ (von links): Joachim Schmalzl, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des DSGV, DSV-Chef Michael Stollarz, FI-Chef Brockhoff und Kai Ostermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leasing. © FI

Über die Potenziale einer engeren Zusammenarbeit im Verbund diskutierten Kai Ostermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leasing, Joachim Schmalzl, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des DSGV, Michael Stollarz, Vorsitzender der Geschäftsführung der DSV-Gruppe, und FI-Chef Brockhoff. Motto: „Gemeinsam-mehr“.

Anschließend informierten sich die Teilnehmer in vier Foren über

⇒ Kundenwünsche im digitalen Zeitalter – und wie diese sich erfüllen lassen

⇒ Daten im Spannungsfeld zwischen Geschäftserfolg und gesetzlichen Rahmenbedingungen

⇒ New Work sowie

⇒ Marktpotenziale durch künstliche Intelligenz – und wie diese sich erkennen und ausschöpfen lassen.
(Details finden Sie am Ende dieses Beitrags.)

Vertieft wurden diese und die Kernthemen der FI an den Messeständen der sogenannten Experience Area. Das Angebot wurde sehr gut angenommen. Ebenfalls gut besucht war der Cyber Truck von IBM. Dort informierte das Unternehmen über den neuesten Stand zur Abwehr von Cyber-Angriffen.

Der Einsatz neuer Technologien benötigt auch Grenzen

 
Schlusspunkt einer gelungenen Veranstaltung: Der Vortrag von Ranga Yogeshwar. © FI

Der Physiker, Wissenschaftsjournalist und Autor Ranga Yogeshwar zeigte in seinem Vortrag zum Thema „Mensch-Maschine: Wer programmiert wen?“ die KI in praktischen Beispielen auf und wies neben den Chancen auch auf Grenzen der digitalisierten Zukunft hin.

Diese liegen insbesondere dort, wo digitale Technologien unser Gesellschafts-, unser Werte- und auch unser Sozialsystem berühren. Die Sparkassen mit ihrer gesellschaftlichen Verantwortung seien auch in dieser Hinsicht gefordert. Yogeshwar motivierte die Teilnehmer zu einem entschiedenen Handeln in dieser Richtung und schloss mit den Worten: „In mir haben Sie dabei einen Verbündeten!“

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Im Einzelnen: Die Inhalte der Digitalkonferenz

⇒ Im Forum 1 „Kundenwünsche erfüllen im digitalen Zeitalter“ sprachen Peter Boße, Bereichsleiter IT, und FI-Verbundbeauftragter Marco Ratschiller, beide Versicherungskammer Bayern, zum Thema: „S-Versicherungsmanager: Kundenbedürfnisse erkennen und nutzen“.

Danach stand ein Vortrag mit dem Titel „Vom Hackathon zum realen Produkt“ auf dem Programm, gehalten von Bernd Wittkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Star Finanz, mit dem Gewinnerteam des Symbioticon 2019 (4. bis 6. November 2019).

Michael Koßmehl, Leiter des Innovationlab der Frankfurter Sparkasse, erläuterte das Konzept „friends in banks – mittels Algorithmus den richtigen Berater matchen“. Er verdeutlichte, dass die Digitalisierung nicht nur Abläufe automatisiert, sondern moderne Methoden eröffnet, die Kundenbeziehung zu stärken.

 
Gut besucht: Die Vorträge in den vier Foren der Digitalkonferenz . © FI

⇒ Im Forum 2 ging es um Daten im Spannungsfeld zwischen Geschäftserfolg und gesetzlichen Rahmenbedingungen“. André M. Bajorat, Gründer Payment & Banking, Mitglied im Fintech-Rat, hielt einen Vortrag zum Thema „Open Banking – welche Chancen stecken darin und wo stehen wir gerade?“.

Björn Conrad, CEO, Sinolytics, widmete sich der Causa „Big Data in China – von Fintechs bis Social Credit System“. IT-Sicherheitsexperte Linus Neumann gab Einblicke zu der Frage „Sicher im Netz unterwegs – wie ich meine Daten schützen kann.“

New Work: Schöne neue Arbeitswelt?! – unter dieser Headline wurden im Forum 3 Erfahrungen ausgetauscht. Hier eröffnete Eliza Manolagas, Referentin Organizational Development, ING, die Vortragsreihe mit ihrer Rede zum Thema „ING – bunte Zettel, klares Ziel, schnelles Scheitern: eine Bank wird agil“.

Danach trat Andreas Steinle, Geschäftsführer, Zukunftsinstitut Workshop GmbH, ans Rednerpult und sprach über das Thema: „Wie der Megatrend New Work die Arbeit neu erfindet – Das Ende des Managements (wie wir es kennen)“.

Den Abschluss in diesem Forum bildete Ibrahim Evsan, Experte für Digitalisierung, Connected Leadership, mit seinem Beitrag „Future Work – Trends und Entwicklungen für die Sparkassen in einer digitalen globalen Welt“.

⇒ Im Forum 4 beschäftigten sich die Teilnehmer mit dem Thema Künstliche Intelligenz – Marktpotenziale erkennen und nutzen“. Elmar Pritsch, President Connected Mobility Solutions, Robert Bosch, erläuterte den Zuhörern „Vernetzte Lösungen für eine neue Ära der Mobilität“.

IBM-Manager Alessandro Curioni gab wertvolle Einblicke zur Problematik „The Future of Computing: Enabling AI from Bits to Neurons to Qubits“. Schließlich sprach Michael Klar, Bereichsleiter Digital Excellence der Otto Group, über „Keine KI ist keine Option – Wie Daten und KI die Geschäftsprozesse der Otto Group revolutionieren.“

Auf Ständen und in der Experience Area wurden Produkte und Leistungen der FI vorgestellt.