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| DSGV-Risikofachtagung 2019

Nachhaltigkeit braucht Haltung

Nachhaltigkeit sollte keine „Einmalaktion“ sein, sondern dauerhaft in die Geschäftsstrategie von Sparkassen eingebettet werden. Gelingt das, eröffnen sich meist auch neue Vertriebschancen.

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Wer, wenn nicht die Sparkassen, können die Kunden und die Gesellschaft von ihrem Geschäftsmodell auch im Umfeld der aktuell diskutierten Themen der Nachhaltigkeit überzeugen? Die klare Antwort des Autors auf diese Eingangsfrage seines Vortrags auf der Risikofach­ta­gung: Wer seit Generationen vor Ort für die Menschen und ihr Geld da ist, wer Transformation der Wirtschaft und der deutschen Regionen aus der vorindustriellen Welt zur Gründungszeit der Sparkassen, über Kaiser, Weltkriege und Weltwirtschaftskrisen begleitet und ein gut Teil mitgestaltet hat, der schultert chancenbasiert auch die Herausforde­rungen, die sich aus Digitalisierung, Klimawandel und Nachhaltigkeit ergeben.“

Wichtig ist gerade beim Thema Nachhaltigkeit, die Chancen, die mit einem planvollen Agieren in diesem Umfeld verbunden sind, nicht aus dem Auge zu verlieren. Zwei ehemalige Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) haben hier die Richtung skizziert.

Prof. Horst Köhler, Bundespräsident a.D., hat aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums der Dekabank 2018 bemerkt, dass sich „gerade die Sparkassen fragen lassen müssen, für welches Wohlstandsmodell sie stehen wollen, dass allen Menschen auf diesem Planeten ein Leben in Würde ermöglicht“.

Auch Helmut Schleweis sieht das ähnlich, denn anläss­lich des 26. Deutschen Sparkassentags hat der amtierende DSGV-Präsident den Instituten verstärkte Anstrengungen im Bereich Nach­hal­tigkeit empfohlen, um schließlich auch „die Vertriebschancen, die wir hier haben“ bestmöglich zu nutzen.

Nachhaltigkeitsfilter für Eigenanlagen implementieren

 
Johannes Behrens-Türk hat mit der Dekabank einen Nachhaltigkeitsfilter für die Eigenanlagen von Sparkassen entwickelt. © Himsel
An diese Gedanken anknüpfend bündeln sich die Empfehlungen an die Sparkassen in einen zentralen Punkt: Was wirklich wichtig für die Spar­kasse ist, muss sich in der Geschäftsstrategie wieder­finden. Hier ist der Platz, sowohl die grundsätzliche Haltung des Instituts zum Thema Nach­haltigkeit darzulegen wie auch konkrete Maßnahmen zur Umsetzung zu adressieren.

Ein guter, vielleicht auch erster Schritt, um allen Stakehol­dern zu zeigen, dass Nachhaltigkeit im eigenen Tun beginnt, wäre, einen Nachhaltig­keitsfilter für die Eigenanlagen zu implementieren. Hier sind viele Spar­kassen bereits sehr gut unterwegs, wie der jährliche erhobene Nachhal­tigkeitsbefund für die am „Deka Treasury Kompass“ teilnehmenden Spar­kassen zeigt.

Aber auch an diesem Punkt gibt es noch Luft nach oben. Interessierte Institute unterstützt die Dekabank etwa dabei, einen ganz individuel­len Nachhaltigkeitsfilter für die Eigenanlage der Sparkassen zunächst zu definie­ren und anschließend zu implementieren (Weitere Infos zum Thema Nachhaltigkeit bei der Dekabank finden Sie hier).

Die Dekabank selbst managt ihre Eigenanlagen seit 2014 mit einem eigenen Filter. Er setzt auf Ausschlusskriterien bei den Themen Rüstung, Korruption und Umweltschutz und wird von der Nachhaltigkeits-Ratingagentur Imug testiert.

Autor
Johannes Behrens-Türk ist Leiter Nachhaltigkeitsmanagement der Dekabank in Frankfurt/M.

Der Beitrag basiert auf dem überarbeiteten Vortrag auf der DSGV-Fachtagung „Risikocontrolling und -management“ 2019. In nächster Zukunft veröffentlichen die BBL an dieser Stelle weitere Vorträge der Tagung sowie die wichtigsten Ergebnisse der Arbeitskreise. Bisher veröffentlicht:

Karl-Peter Schackmann-Fallis: Banksteuerung hat Lotsenfunktion für die Zukunft.