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| Yes-Marktstart

Persönliche Daten schnell und sicher weitergeben

Weit mehr als 200 Sparkassen sind dem digitalen Identitätsanbieter Yes beigetreten. Alles Wissenswerte zum Thema erläutert SFP-Produktmanagerin Laura Truschinski im Interview mit der Evidenzstelle.

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Frau Truschinski, wie hat der Marktstart von Yes geklappt?
Laura Truschinski: Yes ist in der Sparkassen-Finanzgruppe am 11. Juni 2019 in den Echtbetrieb gestartet. Alle Sparkassen, die die Administration und die Testphasen erfolgreich abgeschlossen haben, bitten wir daher, ab sofort den Identitätsdienst für ihre Kunden in der IF6 sichtbar zu schalten. Der Livegang von Yes geht zunächst mit einer reaktiven Kundenkommunikation einher. Das heißt, Sparkassen werden in einem ersten Schritt gebeten, ihre Berater und Mitarbeiter im Thema Yes zu schulen, um aussagefähig gegenüber Kundenanfragen zu sein. In der zweiten Stufe wird ab 2020 mithilfe einer umfassenden Kundenkommunikation auch externe Aufmerksamkeit auf den Yes-Identitätsdienst gelenkt.

Welche Funktionen bietet der Yes-Identitätsdienst derzeit schon an?
Truschinski: Mit dem neuen Dienst der Sparkassen-Finanzgruppe können sich die Kunden barrierefrei auf den Portalen der Yes-Partner registrieren und einloggen. Dabei geben sie ihre persönlichen Daten schnell und sicher weiter. Zugleich können sie ab der ersten Nutzung in ihrem Onlinebanking einer Übersicht entnehmen, wann sie bei welchem Händler welche Daten zu welchem Zweck weitergegeben haben. So sehen sie auf einen Blick, wer über ihre personenbezogenen Daten verfügt.

Betrifft das auch sensible Daten?
Truschinski: Ja, auch sensible Daten können von Beginn an im Rahmen einer Yes-Transaktion sicher und zuverlässig weitergeben werden. Eine starke 2-Faktor-Authentifizierung sichert die Übertragung besonders vertrauensvoller Daten mithilfe einer zusätzlichen TAN ab.

Welche kommunikativen Unterlagen stellt das SFP den Sparkassen zur Verfügung?
Truschinski: Im Rolloutleitfaden, der im Umsetzungsbaukasten des DSGV zu finden ist, stellt das SFP mit der Mitarbeiterbroschüre und dem Produktflyer zu Yes ein umfassendes Paket für die Information und Schulung von Beratern und Mitarbeitern in den Instituten zur Verfügung. Kunden können mithilfe der bereitgestellten Endkunden-FAQ und durch das zentral vererbte IF6-Contentmodul über Yes informiert werden. Wir arbeiten darüber hinaus an der Konzeption und Umsetzung weiterer Informationsmaterialien, die den Sparkassen sukzessiv für die Kommunikation zur Verfügung gestellt werden. Es ist unser gemeinsames Ziel, das Grundrauschen für den Identitätsservice auch in diesem Jahr weiter zu erhöhen. So sollte es uns gelingen, bereits im laufenden Jahr interessierte Kunden kompetent über die Möglichkeiten des neuen Identitätsdienstes zu informieren. Im kommenden Jahr folgt dann die kundenwirksame Einführungskampagne, mit der wir Yes breit im Markt einführen.

Welche Voraussetzungen müssen für einen erfolgreichen Marktstart von yes gegeben sein?
Truschinski: Der Yes-Identitätsdienst ist ein neuartiger und innovativer Service, der am Markt angeboten wird. Der Erfolg von Yes hängt dabei von zwei wesentlichen Faktoren ab:

1. Der Dienst muss einer breiten Anzahl an Kunden uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Daher ist es wichtig, dass möglichst alle Sparkassen Yes anbieten. Neben den Sparkassen und Volksbanken können sich natürlich auch alle weiteren Kreditinstitute Yes anschließen. Je mehr Banken teilnehmen, desto schneller wird Yes ein Erfolg und etabliert sich als Marktstandard.
2. Um einen attraktiven Service am Markt darzustellen, muss der Yes-Identitätsdienst verschiedene Funktionen abbilden, die auf Partnerseiten von Kunden genutzt werden können. Hierzu ist es notwendig, dass zahlreiche yes-Partner aus unterschiedlichen Branchen den Yes-Button auf ihren Websites implementieren und die Lösung aktiv bewerben.
Die Projektteams von DSGV, SFP und Yes.com arbeiten mit Hochdruck daran, weitere Sparkassen für die Teilnahme an Yes zu gewinnen und das Partnernetz kontinuierlich auszubauen. Beides sind Grundvoraussetzungen für die offensive Kundenkampagne im kommenden Jahr.

Können Kunden von Sparkassen, die Yes nicht im Einsatz haben, den Identitätsdienst trotzdem nutzen?
Truschinski: Ja, denn an dieser Stelle tritt künftig die Regulatorik der PSD2 in Kraft. Ein Kontoinformationsdienst, also ein sogenannter Third-Party-Provider oder TPP, darf und wird künftig all jene Kunden bedienen, deren Institute nicht an Yes teilnehmen. Wenn also ein Kunde einer nicht teilnehmenden Bank oder Sparkasse den Yes-Button zum Abschließen eines Geschäfts drückt, darf der TPP all jene Daten, die zum Abschluss des Geschäftes notwendig und durch die PSD2 reguliert sind, beim Institut des Kunden abfragen und im Namen des Kunden an den Partner weitergeben. Bei jenen Daten, die nicht durch die PSD2 reguliert sind, wird der Kunde in einen weiteren Prozess geschickt, etwa an einen Video-Legitimationsdienst. So ist gewährleistet, dass jeder Kunde in Deutschland den Yes-Button klicken kann und in einen ordentlichen Prozess geschickt wird.

Welche Partner stehen den Kunden zum Start zur Verfügung?
Truschinski: Institute können die Funktionalitäten von yes bereits bei den Partnern LV1871, Smartsteuer und der Versicherungskammer Bayern testen. Darüber hinaus stehen auch Aldi-Talk sowie die Provinzial Rheinland in den Startlöchern. Im kommunalen Bereich hat das Yes-Team mit der Firma Governikus einen wichtigen Partner gewonnen, um Yes künftig auch im öffentlichen Sektor als Identifikationsdienst zu platzieren. Wir arbeiten aktuell an einer Übersicht der Partner, die laufend aktualisiert wird und stehen im engen Kontakt mit den Kollegen von Yes.com, die die Implementierung des Yes-Buttons auf den Partnerseiten steuern. Sobald wir eine solche Übersicht anbieten können, werden alle Sparkassen per Rundmail informiert.

Und ab wann erfolgt die Aktivierung der Yes-Partner?
Truschinski: Die Aktivierung erster Yes-Partner erfolgt sukzessiv bis Ende des Jahres, da jeder Yes-Partner individuell an das Yes-System angeschlossen und technisch aktiviert werden muss. Dies erfolgt analog zum technischen Livegang der teilnehmenden Sparkassen.