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| Kompakt informiert / aktualisiert am 02.10.

PSD2 – was soll's?

Die neue Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 ist inzwischen in Kraft. Vieles ist gut gelaufen, doch aktuell gibt es Kritik. Der Beratungsbedarf der Kunden bleibt groß.

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Millionen Bankkunden mussten und müssen sich umstellen: Überweisungen am heimischen Computer und Onlinekäufe sind seit dem 14.9. etwas komplizierter – werden aber auch sicherer. Beim Onlinebanking und beim Einkaufen im Internet gilt die gesetzliche Pflicht zur „starken Kundenauthentifizierung“. Die Umstellung hat weitgehend funktioniert, informierte die Bafin kurz nach dem Termin.

Fintechs fühlen sich ausgeschlossen

Doch inzwischen regt sich Kritik. Der Fintech-nahe und üblicherweise gut informierte Dienst „Finanz-Szene.de“ berichtet am 2. Oktober über ein „Drama“ der PSD2-Reform, das den Zugang derjenigen Firmen betreffe, die auf Konten zugreifen, obwohl sie keine Banken sind. Diesen Mechanismus habe die PSD2 doch eigentlich erleichtern wollen.

Nun aber zeige ein internes Dokument eines deutschen „API-Fintechs“, dass der Kontenzugriff seit der PSD2-Einführung stark beeinträchtigt sei.

Keine oder kaum Probleme gebe es demnach bei

  • den Volks- und Raiffeisenbanken
  • den Sparkassen
  • der Deutschen Bank
Bei der Commerzbank hingegen funktioniere der Zugriff auf die im Fachjargon „XS2A“ genannte PSD2-Standard-Schnittstelle nur eingeschränkt („impaired“), heißt es weiter. Und bei N26 sei das entsprechende Feld sogar komplett weiß geblieben. Genau so sei bei der Santander oder der Targobank gelaufen.

Von vornherein eine „zweischneidige Angelegenheit“

Es gebe Banken, die die PSD2-Richtlinie sehr Drittanbieter-freundlich umgesetzt haben, resümiert „Finanz-Szene.de“ . Dagegen sei es gerade die Fintech-Bank N26, bei der den Drittanbietern der Kontenzugriff sehr schwer falle beziehungsweise sehr schwer gemacht werde.

Tatsächlich sei die PSD2-Richtlinie von vornherein eine „zweischneidige Angelegenheit“ gewesen. Einerseits sollte sie den Markt öffnen. Andererseits sollte sie aber auch für mehr Sicherheit beim Verbraucher sorgen. Stichwort: „Starke Kunden-Authentifizierung.

„Haben die Regulierer den Widerspruch nicht gesehen?“

„Haben die Regulierer diesen Widerspruch nicht gesehen, als sie die große Marktöffnung ausriefen?“, fragt der Online-Dienst. „Oder haben die Fintechs die Segnungen der PSD2 überschätzt? Oder: War schlicht die ganze Umsetzung Murks?“

Fest steht, dass es weiterhin viele offene Fragen gibt – sowohl bei Kunden – als auch bei Beratern. Antworten finden Sie hier.

 
Mehr Sicherheit und Bequemlichkeit im Onlinebanking. Das verspricht die neue Zahlungsdiensterichtlinie PSD II.

1. Mehr Sicherheit und Service – Info im Überblick

Mit der PSD2-Richtlinie (Payment Services Directive 2) soll der Verbraucher­schutz und die Rechts­sicherheit für Kunden verbessert und der europäische Zahlungs­verkehr modernisiert werden.

Schnelle Info über den Zweck von PSD2.

⇒ Ein Musterinterview für Sparkassen soll Kommunikatoren helfen, das Thema gegenüber den Medien oder Blogs sowie sozialen Diensten zu erläutern. Für Mitarbeiter und Kunden könnte dies ebenfalls interessant sein.

⇒ Eine der wichtigsten neuen Regeln: Beim Onlinebanking wird die Identifizierung mit mindestens zwei unterschiedlichen und voneinander unabhängigen „Faktoren“ verpflichtend. Überblick über die PSD2-Strategien von Banken und Sparkassen.

Wieso Händler mit der Zwei-Faktor-Authentifizierung hadern

2. Kontozugriff von Drittdienstleistern geregelt – Info im Überblick

Von der PSD2-Richtlinie erhoffen sich die Regulatoren auch mehr Wettbewerb zwischen klassischen Kreditinstituten und neuen Zahlungs­dienste­anbietern; sie regelt den Kontozugriff von Drittdienstleistern.

Zukünftig können Kunden wählen, ob sie über die Sparkasse auf ihr Konto zugreifen oder ob sie auf Dienste eines anderen Zahlungs­dienste­anbieters wechseln möchten. Diese Dienste dürfen allerdings nur mit ausdrücklichen Zustimmung der Kunden die entsprechenden Konto­daten abrufen.

⇒ Rund 80 „Erlaubnisanträge“ sogenannter Drittdienstleister sind im Zuge der PSD2-Reforn bereits bei der Bafin eingegangen. Hier sind die 70 Fintech- und Payment-Dienste mit ZAG-Lizenz.

Liste der 24 Fintechs mit PSD2-Lizenz

⇒ Unter anderem Fintech-Vertreter haben ihren Unmut mit den Regelungen zum Ausdruck gebracht. Woran es hakt.

Wieso die Bafin am Zeitplan zu rütteln scheint

Hier geht es zur weiteren Berichterstattung der SparkassenZeitung.