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| Kompakt informiert / aktualisiert am 28.11.

PSD2 – was soll's?

Die neue Zahlungsdiensterichtlinie ist längst in Kraft, die Diskussionen dauern aber an. Sind die Bigtechs die eigentlichen Gewinner?

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Seit September greifen die Vorschriften der EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD2. Neben der Zwei-Faktor-Authentifzierung fürs Onlinebanking müssen die Finanzinstitute eine einheitliche Schnittstelle bereithalten, um zertifizierten Drittanbietern den Zugriff auf Kontodaten zu ermöglichen. Die EU-Kommission will mit der Richtlinie innovative Dienste von Fintechs beflügeln. Die Umstellung habe weitgehend funktioniert, hatte die Bafin auch kurz nach dem Umstellungstermin am 14. September verkündet.

Bigtechs als „eigentliche Gewinner“

„Google, Facebook und Apple sind die eigentlichen Gewinner“, zitiert nun der IT-Infodienst Heise Martin Schmidberger, den Leiter des Bereichs Kundeninteraktionen bei der ING-Diba. Dieser hatte auf dem „Datentag Datenteilungspflicht“ der Stiftung Datenschutz in Berlin gesprochen.

Dank der Schnittstellen könnten die Tech-Riesen „wie eine Bank agieren, ohne eine zu sein“, wird Schmidberger weiter zitiert. Damit sei es möglich, „alle Services durch aggregierte Kontakte“ abzubilden. Der Wettbewerb verlagere sich damit hin zu „Non-Banks“. Ganz in diesem Sinne habe Google bereits angekündigt, ins Bankgeschäft einsteigen zu wollen. Auch der große Vergleichsdienst Check24 besitze bereits eine Banklizenz, um einschlägige Dienstleistungen „mit Reisen oder Versicherungen zu verknüpfen“.

Die Fintechs jedenfalls seien kaum der Gewinner der Neuregelung, da ihnen der „zentrale Zugang zum Kunden“ fehle. Sie täten sich als Nischen-Player schwer, die erforderliche Einwilligung vom Kunden für den Datenzugang zu bekommen.

Fintechs fühlen sich ausgeschlossen

Bereits Anfang Oktober hatte der Dienst „Finanz-Szene.de“ über ein „Drama“ der PSD2-Reform berichtet, das gerade den Zugang derjenigen Firmen betreffe, die auf Konten zugreifen, obwohl sie keine Banken sind.

Es sei gewissermaßen die PSD2 selber, die die PSD2 verhindere, so „Finanz-Szene.de“. Wenn zum Beispiel ein Kunde in seiner Multibanking-App fünf Konten und Depots von fünf unterschiedlichen Banken integriert habe – und diese Banken nun bei jedem Einloggen und jeder Transaktion die „starke Kundenauthentifizierung“ verlangten, sei klar, dass die „User Experience“ des Multibanking-Ansatzes leide.

„Haben die Regulierer diesen Widerspruch nicht gesehen, als sie die große Marktöffnung ausriefen?“, fragt der Autor des Beitrags. „Oder haben die Fintechs die Segnungen der PSD2 überschätzt? Oder: War schlicht die ganze Umsetzung Murks?“

Fest steht, dass es weiterhin viele offene Fragen gibt – sowohl bei Kunden als auch bei Beratern. Antworten finden Sie hier.

 
Mehr Sicherheit und Bequemlichkeit im Onlinebanking. Das verspricht die neue Zahlungsdiensterichtlinie PSD II.

Mit der PSD2-Richtlinie (Payment Services Directive 2) sollen der Verbraucher­schutz und die Rechts­sicherheit für Kunden verbessert und der europäische Zahlungs­verkehr modernisiert werden.

Schnelle Info über den Zweck von PSD2.

⇒ Ein Musterinterview für Sparkassen soll Kommunikatoren helfen, das Thema gegenüber den Medien oder Blogs sowie sozialen Diensten zu erläutern. Für Mitarbeiter und Kunden könnte dies ebenfalls interessant sein.

⇒ Eine der wichtigsten neuen Regeln: Beim Onlinebanking wird die Identifizierung mit mindestens zwei unterschiedlichen und voneinander unabhängigen „Faktoren“ verpflichtend. Überblick über die PSD2-Strategien von Banken und Sparkassen.

Hier geht es zur weiteren Berichterstattung der SparkassenZeitung.