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| Umsetzungsbaukasten 03/19

Regulatorische Banksteuerung transparenter

Die „aktuelle Übersicht über Entwicklungen in der regulatorischen Banksteuerung“ hat im vergangenen Monat ihre Zugriffszahlen im Umsetzungsbaukasten deutlich gesteigert. Sie wird von dem DSGV vierteljährlich erstellt und mit Faktenblättern ergänzt - um den Sparkassen einen Überblick zu bieten.

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© BBL
Die Intensität regulatorischer Anforderungen im Bereich der Banksteue­rung ist seit der Finanzkrise der Jahre 2007 und 2008 deutlich gestiegen. Für die Institute und die kreditwirtschaftlichen Verbände kann es sehr anspruchs­voll sein, den Überblick über die hohe Zahl der für sie relevanten Standards, Leitlinien, Gesetze, Verordnungen, Rundschreiben etc. zu bewahren. Der DSGV veröffentlicht daher vierteljährlich eine Übersicht zu den jeweils aktuellen Entwicklungen in der regulatorischen Banksteuerung. Sie dient unter anderem dem Fachrat Banksteuerung als Entscheidungs­grund­lage zur Einleitung frühzeitiger Maßnahmen zur Umsetzungsunter­stützung der Institute. Entsprechend der Ausrichtung des Fachrats kon­zentriert sich die Übersicht auf die für Sparkassen relevanten regulatorischen Anforderungen. Die zusätzlich die Landesbanken betreffenden regulatori­schen Anforderungen bewertet der DSGV in Zusammenarbeit mit den Regulatory Offices und den Risikodezernenten der Landesbanken.

Die Übersicht zu den aktuellen Entwicklungen in der regulatorischen Banksteuerung enthält viele relevante Themen. Zu jedem Thema in der Übersicht beschreibt ein Faktenblatt (sogenanntes „Fact Sheet“) auf einer Seite übersichtlich die wesentlichen aktuellen Inhalte und die abzusehenden Entwicklungen.

Die Übersicht wird auf MS-Excel-Basis den Instituten der Sparkassen-Finanzgruppe zur Verfügung gestellt. Diese unterscheidet vier nach Verbindlichkeit abgestufte Kategorien:
  • Die für die Institute verbindlichen Veröffentlichungen des euro­päischen und deutschen Gesetzgebers sowie der relevanten Aufsichtsbehörden und Aufseher (zum Beispiel Europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA, Europäische Zentralbank EZB, Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht Bafin) finden sich grundsätzlich in den Kategorien 1 und 2.
  • Veröffentlichungen des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht (Basel Committee on Banking Supervision – BCBS) sind dagegen zunächst nur Empfehlungen. Diese und Konsultationspapiere nationaler oder europäischer Institutionen wie der EU-Kommission werden in den Kategorien 3 und 4 aufgeführt.
Ein Regulierungsvorhaben wandert im Zeitverlauf in den Kategorien nach oben.

Beispiel für ein Veröffentlichungsverfahren

Der BCBS hat am 8. Juni 2015 ein Konsul­tationspapier zu Zinsände­rungsrisiken von Anlagebuchpositionen (Interest Rate Risk in the Banking Book – IRRBB) veröffentlicht (Kategorie 4). Nach der Konsultation ist am 21. April 2016 für das IRRBB der Standard BCBS 368 veröffentlicht worden(Kategorie 3). Die EU- Kommission hat diesen Standard in ihrem am 23. November 2016 veröffentlichten Vorschlag zur Änderung der Eigenkapitalrichtlinie (Capital Requirement Directive – CRD IV) aufgegriffen (Kategorie 3). Diese CRD-Änderung ist in den vergangenen Jahren auf europäischer Ebene beraten worden und wird voraussichtlich im zweiten Quartal 2019 vom EU-Parlament verabschiedet. Die EBA hat die finalen Leitlinien zum IRRBB am 19. Juli 2018 auf diese noch nicht abgeschlossen CRD-Änderung ausgerichtet (Kategorie 2, die Entwurfsfassung war zuvor Kategorie 3 zugeordnet). Die Bafin ihrerseits wird demnächst einen offiziellen Rundschreiben­entwurf zur Konsultation stellen, welcher die Umsetzung dieser EBA-Leitlinien in die deutsche Verwaltungspraxis zum Inhalt hat. Der Bafin-Entwurf wird dann der Kategorie 2 zugeordnet, das fertiggestellte BaFin-Rundschreiben der Kategorie 1.

Allein dieser Implementie­rungsstrang einer einzelnen Regelung von der internationalen Regelungssetzung hin zur nationalen Umsetzung zeigt die Komplexität beispielhaft auf. Grundsätzlich sind die Einträge der Kategorien 3 und 4 für strategische Entscheidungen maßgeblich. Unmittelbare Umsetzungsaktivitäten können sich vor allem an den Einträgen der Kategorien 1 und 2 ausrichten.

Neben dieser Kategorisierung zur Verbindlichkeit einzelner Regelungen für Institute erfolgt in der Übersicht eine Bewertung der Einträge hinsichtlich der Anzahl betroffener Sparkassen (wenige bis fast alle Institute), der Auswirkungen auf die Kapital- oder Liquiditätsausstattung, der allgemeinen fachlichen und prozessualen Implikationen sowie bezüglich der IT-Relevanz (gering bis hoch).

Damit sich die Institute frühzeitig über die aktuellen Entwicklungen in der regulatorischen Banksteuerung informieren und damit auseinanderset­zen können, stellt der DSGV die zuvor beschriebene Übersicht als MS-Excel-Datei zum Download im Umsetzungsbaukasten bereit. Mit Hilfe der eingebauten Sortierfunktionen sowie individuellen Ergänzungen erweitern die Institute die Übersicht zu einer individuellen Checkliste. Neben der Übersicht können auch die einzelnen Faktenblätter im Umsetzungsbaukasten abgerufen werden. Bei Bedarf gibt es weiterfüh­ren­de Informationen.

Zuständige DSGV-Ansprechpartner: Dr. Martin Lippert und Patrick Vollrath

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) unterstützt die Institute und Institutionen der Sparkassen-Finanzgruppe mit den im Rahmen der strategischen Planung gemeinsam erarbeiteten Projektergebnissen. Das zentrale Medium in der Projektlandschaft, das gezielt Informationen über geplante, laufende und abgeschlossene Projekte bereitstellt, ist der Umsetzungsbaukasten (UBK).

Unter www.umsetzungsbaukasten.de können autorisierte Nutzer neben dem Projektsteckbrief des DSGV regionale Projektinformationen aufrufen. Spätestens mit Abschluss des Projekts werden dessen Ergebnisse (z. B. Konzepte, Rollout-Leitfäden [Rolf], Kommunikations- und Schulungsunterlagen des DSGV) im Umsetzungsbaukasten (Rubrik: Ergebnisse/Umsetzungshilfen) eingestellt und stehen den Nutzern dort zum Download zur Verfügung.

In den Betriebswirtschaftlichen Blättern präsentieren wir Ihnen monatlich eine Liste mit Projekten, deren Nachfrage durch die Nutzer des UBK im Vergleich zum Vormonat deutlich gestiegen ist.