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Tankstellen: Debitkarte überholt Bargeld

An den Tankstellen in Deutschland haben die Kunden im vergangenen Jahr rund 36 Prozent des Umsatzes mit Debitkarten gezahlt. Sie liegen damit erstmals vor Bargeld, auf das nur noch 34,9 Prozent Umsatzanteil entfallen.

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Dies sind Ergebnisse der Jahreserhebung 2019 „POS und Zahlungssysteme auf Tankstellen in Deutschland“ der Unternehmensberatung Stolte Consult. Inhaber Jens Stolte präsentierte die Zahlen Mitte Januar beim Leit-Kongress der Mineralölbranche, dem Uniti Cards und Automationsforum in Hamburg.

Autofahrer bezahlen Sprit & Co. mit Debitkarten

Die Girocard konnte laut Studie vom gesamten Debitkarten-Umsatz 81,9 Prozent für sich verbuchen, ein Zuwachs von 3,1 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig sei der Umsatzanteil von ec-Lastschrift von 17,1 Prozent auf 11,2 Prozent zurückgegangen. Dies sei laut Stolte eine Folge der Rückkehr von Aral von der ec-Lastschrift zur Girocard. Diesem Beispiel seien seitdem immer mehr Mineralölgesellschaften gefolgt. Den restlichen Debitkarten-Umsatz teilten sich die Mastercard Debitmarke Maestro mit 3,4 Prozent Umsatzanteil (2018: 2,5 Prozent), die Debit Mastercard mit unverändert 1,0 Prozent sowie die Visa Debitmarke V Pay mit 0,9 Prozent (2018: 0,6 Prozent).

 
© Stolte Consult
 
© Stolte Consult

Der weitere Rückgang des Bargeldanteils sei laut Stolte Consult aus zwei Grün­den bemerkenswert: Zum einen, weil der Absatz von Kraftstoffen 2019 rückläufig gewesen sei; zum anderen, weil gleichzeitig im Shop-Geschäft, in dem bisher wegen vieler Kleinbetragszahlungen eher Bargeld dominiert habe, wiederum eine Steigerung zu verzeichnen gewesen sei. Offenbar bezahlen also die Kunden auch ihre Zeitung und ihren Kaffee immer häufiger bargeldlos.

Auch Kreditkarten legen zu

Kreditkarten konnten laut der Erhebung im vergangenen Jahr ihren Umsatzanteil von 9,9 Prozent auf 11,3 Prozent deutlich ausbauen. Dies könnte laut Stolte darauf zurückzuführen sein, dass Kreditkarten seit der Einführung von Apple Pay und Google Pay insgesamt intensiver genutzt werden. Vom Kreditkartenumsatz an Tankstellen seien 2019 gut 50,7 Prozent auf Mastercard entfallen (2018: 52,4 Prozent), 43,0 Prozent auf Visa (2018: 41,6 Prozent) und 6,3 Prozent auf American Express (2017: 5,9 Prozent).

 
© Stolte Consult

Trucker- und Flottenkarten kämen zusammen auf 17,6 Prozent (2018: 16,1 Prozent). Auf Stationskarten und sonstige Zahlungen seien 0,4 Prozent entfallen (2018: 3,5 Prozent). Die europäische Zahlungsdiensterichtlinie PSD 2 hat laut Stolte das Geschäft mit Stationskarten fast komplett lahmgelegt und zu diesem deutlichen Rückgang geführt.

Girocard mobile verdoppelt Akzeptanz

Bei der Akzeptanz von Mobile-Payment-Verfahren (und damit auch Kontaktlos-Zahlungen) fällt die rasante Verbreitung der Girocard kontaktlos auf: Sie wurde 2019 an etwas mehr als 8000 Tankstellen akzeptiert, das bedeutet fast eine Verdopplung gegenüber 2018 (4302 Tankstellen). Zwar kommen Apple Pay und Google Pay (Mastercard kontaktlos, Visa kontaktlos) insgesamt auf rund 12.300 Tankstellen, der Zuwachs im Vergleich zu 2018 hat sich aber spürbar abge­schwächt (11.900).

 
© Stolte Consult

An der Studie beteiligten sich Unternehmen, die zusammen rund 13.100 Tankstellen betreiben und damit mehr als 90 Prozent aller Stationen in Deutschland repräsentieren.