Zurück
Coronakrise / Studie
Banken in der Zange von Corona und Niedrigzins
Die deutschen Kreditinstitute müssen durch die Doppelbelastung von Coronakrise und Niedrigzinsumfeld mit starken Ertragseinbußen rechnen, berichtet die LBBW.

Die Auswirkungen der weltweiten Eindämmungsmaßnahmen des Coronavirus dürften sich für deutsche Banken merklich in einem Anstieg von Unternehmensinsolvenzen und einer einhergehenden steigenden Kreditrisikovorsorge zeigen, heißt es in der Studie der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Dabei verweisen die Landesbank-Analysten auf die Vorlage der Geschäftsjahreszahlen 2019 Anfang Februar diesen Jahres. In diesen hätten die Finanzvorstände von Deutscher Bank und Commerzbank angedeutet, dass die Kreditrisiko-Prognosen 2020 je nach Entwicklung der Coronakrise angehoben werden müssten.

Zusätzlich bleiben die Sorgen aufgrund der Niedrigzinsen und nach Einschätzung der LBBW resultiere aus diesem Bereich die wahrscheinlich größere Belastung. Deutsche Banken hätten besonders hohe Mindesteinlagen bei der EZB und der Druck auf das Zinsergebnis werde auch so weiter anhalten.

SSM-Beschlüsse auch für kleine Institute relevant

Bei der Annahme einer um 100 Basispunkte steigenden Zinsstruktur über alle Laufzeiten rechnen die Deutsche Bank ihre Zinssensitivität zuletzt mit 1,5 Milliarden Euro und die Commerzbank mit 550 Millionen Euro im ersten Jahr. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass beide Institute kräftige Ertragseinbußen bei einem Rückgang der Zinsen zu verzeichnen haben, so die LBBW.

Im Detail erläutern die Analysten zudem die Beschlüsse von EZB-Rat und SSM. Diese wahren die Systemstabilität, entlasten aber zugleich die Banken, lautet das Fazit. Die Beschlüsse beträfen zunächst nur die direkt beaufsichtigen Großbanken der Eurozone. Es sei aber sehr wahrscheinlich, dass die sich daraus ergebenden Spielräume auch von den nationalen Behörden genutzt werden.

Hier finden Sie weitere Artikel zum Umgang der Sparkassen mit der Coronakrise

18. März 2020