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Dollar-Finanzierungen
Europas Banken decken sich mit Dollars ein
Banken im Euroraum haben sich bei der EZB angesichts der Viruskrise kräftig mit der Weltleitwährung Dollar eingedeckt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) verlieh den Geldhäusern am Dienstag insgesamt 4,12 Milliarden Dollar und damit deutlich mehr als am Vortag, wie die Währungshüter mitteilten. Am Montag hatten sich die Institute lediglich 20 Millionen Dollar gesichert. Die weltgrößten Zentralbanken hatten in der vergangenen Woche vereinbart, Geldhäusern bis Ende April täglich Dollar mit einer Laufzeit von sieben Tagen anzubieten. Damit wollen sie verhindern, dass es wegen der Viruspandemie bei Dollar-Finanzierungen zu Engpässen kommt.

Zu der Gruppe der Notenbanken gehört neben der EZB die US-Notenbank Federal Reserve, Kanadas Zentralbank, die Bank von Japan, die Bank von England und die Schweizerische Nationalbank. Mit der Vereinbarung soll erreicht werden, dass Banken und Firmen in den jeweiligen Regionen weiterhin zu günstigen Konditionen an die US-Währung kommen. Die Flucht vieler Anleger in den „sicheren Hafen“ Dollar hatte zuletzt zu einem deutlichen Kursplus der US-Währung geführt.

Besonders in Japan ist momentan bei den Banken die Nachfrage nach Dollar hoch. Die Institute sicherten sich dort im Rahmen von Zwei-Dollar-Geschäften der Bank von Japan am Dienstag insgesamt eine Rekordsumme von 89,3 Milliarden Dollar.

Das liegt deutlich über dem bisherige Höchstwert von 50,2 Milliarden Dollar, der bei derartigen Geschäften während der Finanzkrise am 21. Oktober 2008 erreicht worden war. Zu dem Anstieg dürfte auch beigetragen haben, dass in Japan die Nachfrage nach Liquidität vor dem 31. März immer hoch ist. Denn dann endet für viele Unternehmen das Fiskaljahr. (rtr)

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24. März 2020