Zurück
Modernisierung / mit Bildergalerie
Aller guten Dinge sind drei
In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Sparkassenverlag erneuert die Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien ihr gesamtes Filialnetz.

Wenn es auch kein Urknall war – ein Knall stand doch am Anfang: Im Oktober 2017 versuchten Einbrecher, den Geldautomaten der Geschäftsstelle in Mücka zu sprengen. Es entstand ein Schaden in mittlerer sechsstelliger Höhe. Eine „Initialzündung“? Nicht ganz, schließlich lag das Vorhaben schon in der Schublade, nicht nur diese, sondern sukzessive alle 31 Filialen bis 2025 zu sanieren und zu modernisieren. Als Partner für die Planung und Umsetzung wählte die Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien die DSV-Gruppe.

In den Filialen soll die Kunden künftig ein modernes einheitliches Erscheinungsbild erwarten, eine offene Wohlfühlatmosphäre, daneben aber auch Diskretion. Warme Farben, beleuchtete regionale Motive an den Wänden und sogenannte Begegnungstische sollen zum Verweilen und zum Austausch einladen, sagt Pressesprecherin Bettina Richter-Kästner. Zum Nulltarif gebe es das alles nicht. Doch die Strategie sei einfach: Die Flächensparkasse, deren Geschäftsgebiet den Landkreis Görlitz umfasst, will in die Kundenbeziehung investieren.

Der Deutsche Sparkassenverlag (DSV) schlug der Sparkasse vor, mit der „Filial­konzeption in drei Schritten“ Standards für die verschiedenen Geschäftsstellen-Typen zu erarbeiten und diese in einem Corporate-Design-Handbuch festzuhalten. Das seit 2016 erprobte Konzept des Deutschen Sparkassenverlags arbeitet mit drei Modulen: Zunächst werden gemeinsam mit dem Projektteam der Sparkasse Zielbild und Rahmenbedingungen erarbeitet. Dann wird an dreidimen­sionalen Architekturmodellen geplant. Schließlich präsentiert man die Ergebnisse dem Vorstand, samt detaillierter Kostenschätzung und Zeitplanung.

Bei der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien definierte man drei Typen von Geschäftsstellen: Selbstbedienungs-Standorte, Filialen und Beratungscenter. Wo sollte es einen Empfang geben, wo könnte man auf eine Kasse verzichten, sollten Arbeitsplatz und Beratungsplatz überall getrennt sein? Das Projektteam diskutierte eine Vielzahl von Anforderungen an Raum und Gestaltung – von der Schaufensterdekoration über den Arbeitsschutz bis hin zum Einsatz von Medientechnik.

Mitarbeiter am Planungstisch

Dann stieg man in die Planungsphase ein, an der Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen bis hin zum Vorstand beteiligt waren und ihre persönliche Sicht einbringen konnten. Hier wurden die definierten Punkte anhand dreier exemplarischer Filialen auf Praxistauglichkeit erprobt: Mücka (kleine Filiale), Eibau (mittelgroße Filiale) und Weißwasser (Beratungscenter). Dabei half ein dreidimensionaler Planungstisch im Maßstab 1:25, der den Beteiligten ein Gefühl für Raum und Sichtachsen vermittelte.

Anschließend erstellte der DSV ein Corporate-Design-Manual, in dem die variablen Ausstattungskomponenten inklusive der Außenkennzeichnung definiert wurden. Auch in der Umsetzungsphase unterstützte der DSV im Projektmanagement und in der Baubegleitung.

Der aktuelle Stand? Die kleine Filiale in Mücka und die mittelgroße Filiale in Eibau (unser Bild oben) sind fertig. In Anlehnung an den Eibauer Prototypen sind im Oktober und Dezember 2019 bereits zwei weitere Geschäftsstellen in Kodersdorf und Bad Muskau eröffnet worden. Der Umbau des ersten Beratungscenters (in Weißwasser) beginnt noch in diesem Jahr.

Die ersten Rückmeldungen der Kunden seien sehr positiv, sagt Pressesprecherin Richter-Kästner. Und auch aus Sicht der Mitarbeiter seien die Anforderungen an Raumanordnung und Diskretion gelungen umgesetzt. Grundsätzlich sei die Modernisierung des Geschäftsstellennetzes der Versuch, den vielen mobilen Services von Direktfiliale und Sparkassen-App im realen Raum zu entsprechen – und eben auch dort am Puls der Zeit zu sein.

 

Silvia Besner
– 9. März 2020