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Payment
Neue Ära im weltweiten Zahlungsverkehr
Die Nachfrage nach digitalen Zahlungsoptionen ist so groß wie nie. Weltweit werden bargeldlose Transaktionen von 2020 bis 2025 im Schnitt um mehr als 18 Prozent zu einem Volumen von 1,8 Billionen wachsen. Das prognostiziert der „World Payments Report 2021“.

Im Zahlungsverkehr beginnt eine neue Ära, die den Fokus auf Kundenerlebnisse richtet. Gründe für diese Entwicklung liegen zum einen in der schnelleren Transformation der Payment-Branche durch die Coronapandemie und zum anderen im steigenden Bedürfnis der Menschen nach digitalen Angeboten. So lautet ein Kernergebnis des aktuellen „World Payments Report“, den das Beratungsunternehmen Capgemini kürzlich veröffentlicht hat. 

Vor allem im asiatisch-pazifischen Raum sei die Nachfrage nach digitalen Zahlungsmöglichkeiten riesig. Wie Capgemini berichtet, sind in diesem Zusammenhang auch die Erwartungen an schnelle Transaktionsabwicklungen, Echtzeitüberweisungen, elektronisches Geld (E-Money), Ausfallsicherheit und an ein Kundenerlebnis mit „Wow-Faktor“ gestiegen.

Fast 45 Prozent der Befragten würden häufig (mehr als 20 Transaktionen pro Jahr) mobile Geldbörsen, sogenannte Wallets, verwenden. Bei der Umfrage im Jahr 2020 hätten dies mit 23 Prozent noch deutlich weniger Befragte angegeben. Im Firmenkundenbereich würden nach Schätzungen von Capgemini die weltweiten bargeldlosen Transaktionen von 121,5 Milliarden im Jahr 2020 auf fast 200 Milliarden im Jahr 2025 ansteigen. 

„Da inzwischen digitale Zahlungen und mobile Geldbörsen eher die Regel als die Ausnahme sind, müssen Zahlungsdienstleister Wege finden, um die Wünsche der Verbraucher nach Schnelligkeit und Benutzerfreundlichkeit zu erfüllen. Außerdem müssen Banken ein komplementäres Partnerschafts-Ökosystem aufbauen, um mit dem schnellen Wandel Schritt zu halten und die nächste Generation des Bezahlens zu ermöglichen“,

erklärt Andreas Fredrich, Experte für den Zahlungsverkehr bei Capgemini in Deutschland.

Zahlverfahren der nächsten Generation fördern bargeldlos 
Capgemini zufolge wird erwartet, dass die Ausgaben im Jahr 2021 gegenüber 2020 ansteigen werden und damit auch 2021 wieder bargeldlose Transaktionen zunehmen. Sofortzahlungen, elektronisches Geld und die Zahlungsmethoden der nächsten Generation wie Buy Now Pay Later (BNPL), unsichtbare und biometrische Zahlungen sowie Kryptowährungen würden die Zunahme an bargeldlosen Transaktionen beschleunigen. 

Nach acht Jahren eines zweistelligen Wachstums habe sich der globale Anstieg an bargeldlosen Transaktionen von 16,5 Prozent im Jahr 2019 auf 7,8 Prozent im Jahr 2020 verlangsamt. Das sei auf die zögerliche Haltung der Menschen bei unsicheren Marktbedingungen aufgrund der Pandemie zurückzuführen. Der „World Payments Report“ prognostiziert dennoch, dass die weltweiten bargeldlosen Transaktionen im Durchschnitt um 18,6 Prozent im Zeitraum von 2020 bis 2025 wachsen werden. Bis Ende 2025 erwarte man voraussichtlich ein Volumen von 1,8 Billionen bargeldlosen Transaktionen.

In Deutschland sei das Volumen der bargeldlosen Zahlungen von 2019 auf 2020 um 8,6 Prozent auf insgesamt über 26 Milliarden Transaktionen gewachsen. Den größten Anteil davon hat Capgemini zufolge das Lastschriftverfahren mit 11,6 Milliarden. 

Digitales Bezahlen boomt in Asien
Die Revolution des digitalen Zahlungsverkehrs finde vor allem in der Region Asien-Pazifik statt. Bis 2025 würde in dieser Region mehr als die Hälfte der weltweiten bargeldlosen Transaktionen getätigt, was eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 28 Prozent im Zeitraum 2020 bis 2025 darstelle. 

Mehr als eine halbe Milliarde Europäer hätten angegeben, dass sie im Jahr 2021 online einkaufen werden (25,5 Prozent davon grenzüberschreitend). In Europa würden zukünftig der mobile Zahlungsverkehr und der grenzüberschreitende Online-Handel an Fahrt aufnehmen. Von 2020 bis 2025 geht der „World Payments Report“ von einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 13 Prozent aus, was über 400 Milliarden bargeldlose Transaktionen im Jahr 2025 darstelle. In Nordamerika werde sich das Volumen des bargeldlosen Zahlungsverkehrs voraussichtlich stabilisieren, da das Wachstum bei den Kartentransaktionen stagniere und mobile Zahlungen nur langsam angenommen würden.

Der „World Payments Report 2021“ bietet Einblicke in 44 Zahlungsverkehrsmärkte in verschiedenen geografischen Regionen. Für die weltweite Makrosicht wurden fünf Regionen definiert: Europa, Nordamerika, Asien-Pazifik, Lateinamerika und Naher Osten und Afrika (MEA), gruppiert nach geografischen und wirtschaftlichen Kriterien sowie der Ausreifung des bargeldlosen Zahlungsmarktes.
 

Angelina Hascher, S-Payment GmbH (Titelbild: iStock/Kyrill Smyslov)
– 22. Oktober 2021