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27. September 2018 - 10:26Altersvorsorge

Das neue Duell gewinnt die Frau

Eine Kampagne soll Frauen dazu bewegen, mehr Geld für den Lebensabend zurückzulegen. Dadurch wollen die Sparkassen Frauen als Neukunden gewinnen, erklärt Silke Lehm, Leiterin der Marketing-Kommunikation beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband.

Silke Lehm. (Verband)
DSZ: Mein Haus, mein Auto, mein Boot – vor einigen Jahren sorgte dieser Sparkassenspot für Furore. Zwei Männer vergleichen ihre Errungenschaften. Daran knüpft die Sparkassen-Finanzgruppe jetzt mit dem neuen Spot "Geld für später" an. Diesmal ist es aber ein Duell zwischen einem Mann und einer Frau gleichen Alters. Dabei macht die Frau das Rennen. Was ist die zentrale Botschaft der neuen Sparkassen-Kampagne?
Silke Lehm: Die Botschaft lautet kurz und knapp: Unabhängig zu sein ist einfach! Wir wissen, dass der Wunsch nach finanzieller Unabhängigkeit bei Männern und Frauen gleichermaßen ganz oben auf der Prioritätenliste steht. Tatsächlich sind aber drei von vier Frauen von Altersarmut bedroht, Frauen bekommen 53 Prozent weniger Rente als Männer, und knapp 80 Prozent aller Frauen kennen ihr eigenes Rentenniveau nicht. Mit dieser Kampagne wollen wir insbesondere die Frauen auf diese Situation aufmerksam machen. Wir wollen sie dazu animieren, sich frühzeitig mit ihrer finanziellen Situation zu beschäftigen und entsprechend vorzusorgen – was mithilfe der Sparkasse einfach gelingen kann.
DSZ: In der Bankenlandschaft wird die Zielgruppe der Frauen heutzutage recht stiefmütterlich behandelt. Will sich die Sparkassen-Finanzgruppe mit der Kampagne als Berater der Frauen vom Markt abheben?
Lehm: Die Vorsorgebereitschaft der Bevölkerung zu stärken, ist eine unserer Kernaufgaben als öffentlich-rechtliches Kreditinstitut. Wir sehen, dass es Frauen offenbar nicht so gut gelingt, für ihr Alter vorzusorgen. Deshalb ist es wichtig, diese Kundengruppe stärker in den Fokus zu nehmen und sich gerade auch Frauen gegenüber als kompetenter Finanzpartner zu positionieren. Dafür haben wir eine gute Grundlage – 53 Prozent unserer Kunden sind weiblich. Wir erreichen Frauen jeden Alters im ganzen Land und können in rund 10 000 Filialen bundesweit eine flächendeckende Beratung vor Ort anbieten. Zudem halten wir den Zeitpunkt für günstig. Denn der Renten-Gap und die geschlechtsspezifische Gehaltslücke sind aktuell Gegenstand gesellschaftlicher Diskussionen.
DSZ: Konkret?
Lehm: Frauen über 65 Jahre beziehen in Deutschland im Schnitt nur eine halb so hohe Rente wie Männer. Mit jedem neu in die Rente eintretenden Jahrgang wird der Renten-Gap zwar etwas kleiner, aber auch jüngere Frauen werden im Durchschnitt weniger Rente als ihre männlichen Altersgenossen erhalten. Dies liegt zum großen Teil daran, dass die Erwerbsbiografien von Frauen auch heutzutage oft durch Kindererziehungszeiten, Pflegezeiten oder längere Phasen der Teilzeitarbeit unterbrochen sind. Frauen nehmen sich meist eine längere Auszeit vom Beruf oder gehen in Teilzeit, um die Erziehung ihrer Kinder zu übernehmen. Dadurch steht ihnen weniger Rente zur Verfügung. Dabei ist vielen gar nicht bewusst: Setzen sie acht Jahre aus oder arbeiten in Teilzeit – erwarten sie erheblich niedrigere Rentenansprüche.
DSZ: Ist das alles?
Lehm: Nein. Ein weiteres Thema in der öffentlichen Diskussion ist die unterschiedliche Bezahlung zwischen Männern und Frauen. In vielen Betrieben werden Frauen offensichtlich finanziell schlechter eingruppiert. Abhilfe soll hier das neue Lohntransparenzgesetz schaffen, das am Jahresanfang in Kraft getreten ist. Es soll helfen, dass sich die sogenannte Lohnlücke zwischen Frauen und Männern in Unternehmen verkleinert.
DSZ: Sie sprechen in der Kampagne explizit von einem "Renten-Gap". Was müssen die Frauen anlegen, um diesen Unterschied auszugleichen?
Lehm: Das lässt sich pauschal nicht beantworten, da die individuelle Situation jeder Frau unterschiedlich ist. Wir haben im Rahmen der Kampagne einen "Renten-Rechner" entwickelt. Mit diesem ist es möglich, die eigene voraussichtliche Rente zu berechnen. Den "Renten-Rechner" stellen wir auch allen Sparkassen zur Verfügung, um ihn auf ihren Webseiten einzubinden.
DSZ: Finanzielle Unabhängigkeit wird für die Frauen zunehmend wichtig und hat den größten Einfluss auf ihre Zufriedenheit. Dennoch überlassen Frauen den Vermögensaufbau den Männern. Warum eigentlich?
Lehm: Dies liegt sicher einerseits an tradierten Familienstrukturen. Bislang kümmerte sich häufig derjenige um die Finanzen, der das meiste Geld nach Hause brachte. Heute steuern aber auch die Frauen mit ihrem Verdienst einen relevanten Teil zum gemeinsamen Haushalt bei. Deswegen sollen sich Frauen und Männer in einer Partnerschaft am besten gemeinsam mit ihren Finanzen beschäftigen. Wir wissen aber, dass sich Frauen generell weniger für Finanzthemen interessieren. Sie beschäftigen sich nicht gern damit und schätzen auch ihr Finanzwissen deutlich geringer ein als Männer. Zudem neigen Frauen dazu, zuerst für alle anderen zu sorgen, bevor sie an sich denken. Da haben etwa die Ausbildung der Kinder oder größere Anschaffungen für die Familie Priorität. Die eigene Vorsorge rückt in den Hintergrund.
DSZ: Durch die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank sinkt die Bereitschaft der Bundesbürger, Geld zu sparen. Und wenn, liegt es auf kaum rentierten Tagesgeldkonten. Soll der Spot die Frauen dazu bewegen, nur ihr Sparverhalten zu überdenken oder zu einer aktiven Anlagestrategie zu wechseln?
Lehm: Beides. Einige Sparformen sind angesichts der aktuellen Zinssituation unattraktiv. Trotzdem ist es wichtig, etwas auf die hohe Kante zu legen. Deshalb sollte man über eine passende Geldanlage nachdenken. Fondssparen oder Wertpapiere können hier sinnvoll sein. Gemeinsam mit dem Sparkassenberater kann man den für sich passenden Anlagemix zusammenstellen.
DSZ: Altersvorsorge ist eigentlich kein geschlechterspezifisches Thema. Holt die Kampagne auch die Männer ab?
Lehm: Wir haben die Kampagne auf Frauen zugespitzt, da hier aus unserer Sicht die größte Relevanz besteht. Aber auch Männer werden mitangesprochen. Denn die Niedrigzinsphase verleitet Frauen und Männer gleichermaßen, ihre Vorsorge- und Sparbereitschaft zu vernachlässigen. Ziel der Kommunikations-Offensive ist es, dass die Sparkassen Neukunden, insbesondere Frauen, gewinnen und bestehende Kundenbeziehungen vertiefen.
DSZ: Von der alleinerziehenden Mutter bis zur Karrierefrau – Frauen stecken in unterschiedlichen Lebenssituationen. Wie gehen Sie in der Kampagne darauf ein?
Lehm: Die Kampagne bedient viele Medienkanäle, über die wir unterschiedliche Zielgruppen differenziert ansprechen können. Der TV-Spot soll dabei helfen, bei Frauen und Männern erst einmal Aufmerksamkeit zu erzielen. Mit der Referenz zum bekannten Spot "Mein Haus, mein Auto, mein Boot" kann das gut gelingen. Aber auch durch die Art der Auseinandersetzung im Spot: Während der Mann bekannt übertrieben mit seinen Errungenschaften protzt, punktet die Frau durch geschmackvolle und persönliche Einblicke in ihre Besitztümer.
DSZ: Und in den sozialen Medien?
Lehm: Hier können wir auf konkrete Lebenssituationen deutlich stärker eingehen und sehr fokussiert verschiedene Zielgruppen ansprechen. Von 25 bis 54 Jahren, ob berufstätig oder noch in der Ausbildung – durch unsere Social-Media-Ansprache können wir einzelne Zielgruppen genau erreichen. Dafür haben wir entsprechende Inhalte und aufmerksamkeitsstarke Posts vorbereitet. Zusätzlich arbeiten wir mit Influencern zusammen.
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