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10. Juli 2017 - 08:30Sparkassen-Rentabilität 2016

Deutliche Bewertungserlöse im Kreditgeschäft

von Dirk Moormann

Ertragsseitig spürbar rückläufigen operativen Erfolgen stehen in der Kreditrisikovorsorge Bewertungserlöse gegenüber. Bei Eigenanlagen sind keine Bewertungsmaßnahmen erforderlich. Insgesamt 4,7 Milliarden Euro haben die 403 deutschen Sparkassen (Stand: 12/16) den Vorsorgereserven zugeführt und können damit ihre Risikotragfähigkeit nochmals deutlich stärken.

Zum Ausblick auf 2017 geht es hier.

Sparkassen konnten 2016 ihre Risikotragfähigkeit nochmals stärken. (dpa)
Das Betriebsergebnis der deutschen Sparkassen vor Be­wertung hat sich auf 0,90 Prozent der Durchschnittsbilanzsumme (DBS) nach 0,95 Prozent der DBS in 2015 verringert. Das Bewer­tungsergebnis steigt leicht auf 0,40 Prozent der DBS (2015: 0,39 Prozent der DBS). Der Jah­resüberschuss erhöht sich bei spürbar geringe­rem neutralen Aufwand leicht auf 0,18 Prozent der DBS (2015: 0,17 Prozent der DBS).

Die Rentabilitätskennzahl Cost-Income-Ratio vor Bewertung (CIR vor Bewertung) hat sich ge­genüber 2015 um 0,8 Prozentpunkte auf 65,0 Prozent erhöht. Die Kennzahl Cost-Income-Ratio nach Bewertung (CIR nach Be­wertung) hat sich dage­gen um 0,8 Prozentpunkte auf 64,8 Prozent verbessert. Wird die alternative Bezugsgröße bilanzielles Kundengeschäftsvo­lumen (bKGV) zur Ergebnisrela­tivierung herangezogen, ergibt sich für 2016 ein Betriebsergeb­nis vor Bewertung von 0,65 Prozent des bKGV (2015: 0,70 Prozent). Der Bewertungsaufwand liegt unverändert gegenüber dem Vorjahr bei 0,29 Prozent des bKGV. Der Jahresüberschuss ist mit 0,13 Prozent des bKGV gegenüber 2015 ebenfalls un­verändert geblieben.

Erfolgskomponenten in der Einzelanalyse

Erträge trotz deutlich steigender Provisionserlöse geringer
Der Zinsüberschuss verringert sich um 3,7 Prozent auf 22,2 Milliarden Euro oder 1,92 Prozent der DBS (2015: 2,03 Prozent). Bei wei­terhin deutlichem Wettbewerbsdruck sind die Margen im Kundeneinla­genge­schäft inzwischen in allen Einlagekategorien rückläufig. Aufgrund anhaltender Niedrigzinsen werden Margen primär nur noch im variablen Ge­schäft erzielt. Die anhaltenden Umschichtungen in variable Produkte ber­gen allerdings im Falle eines schnellen Zinsan­stiegs die zu­nehmen­de Gefahr eines kurzfristigen, starken Vo­lumensabflusses bzw. einer großvolumigen Umschich­tung in margenschwäche­re längere Laufzeiten.
Die im Zuge der zins- und kon­junktur­bedingt unverändert stei­genden Kreditnach­frage leicht stei­genden Margen im Kreditge­schäft können den Rückgang der Passivmargen jedoch nicht mehr kompensieren. Der Beitrag der Erlöse aus der Fristentransformation nimmt in 2016 weiterhin leicht ab. Durch den Anstieg der Zinssätze für Laufzeiten ab sechs Jahren im 4. Quar­tal und der daraus resultierenden steileren Zinsstruktur wird der Rückgang der Transformationser­löse insgesamt etwas abgemil­dert.
Bei den Provisionen haben die Sparkassen 2016 von posi­tiven Impulsen insbesondere aus dem Giroverkehr sowie nach wie vor aus der Immobilienvermittlung profitiert. Der Provisionsüberschuss erhöh­t sich dadurch im abgelaufenen Jahr 2016 insgesamt spürbar um 3,1 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro oder 0,62 Prozent der DBS (2015: 0,61 Prozent der DBS).1 Unverändert größter Erlösbringer in diesem Segment ist der Giro­verkehr mit nahezu 50 Prozent Er­lösanteil.
Erlöszuwächse konnten im abge­laufenen Geschäftsjahr im Darle­hensgeschäft (plus 13,0 Prozent), im Giro­verkehr und Kartengeschäft (plus 6,4 Prozent) sowie im Ver­mittlungsgeschäft (plus 1,7 Prozent), vor allem bei Immobilien (plus 5,7 Prozent) erzielt werden. Rückgänge gab es dagegen im Auslandsgeschäft (minus 7,7 Prozent) und Wertpapiergeschäft (minus 3,2 Prozent).
Aufwendungen seit 2010 erstmals wieder gesunken
Der Verwaltungsaufwand der Sparkassen hat sich gegenüber 2015 um 0,9 Prozent auf 19,2 Milliarden Euro (2015: 19,4 Milliarden Eu­ro) reduziert und damit verbessert. Die Quote sinkt damit auf 1,66 Prozent der DBS. Der Personalaufwand ging da­bei um 90 Millionen Euro oder von 0,7 auf 1,06 Prozent der DBS zurück. Durch den anziehenden Perso­nalrückgang konnten die zusätz­lichen Belastungen aus dem neu­en Tarifabschluss in 2016 mehr als kompensiert werden.
Der Sachaufwand ist 2016 um 70 Millionen Euro o­der von 1,1 auf 0,60 Prozent der DBS gesunken. Aufwandsentlastend wirkten dabei neben geringeren Aufwänden für Grund­stücke und Gebäude sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung auch niedrigere Ausgaben für Werbung, Outsourcing und Bürobedarf. Dies zeigt, dass der­zeit sämtliche Ausgaben­posten der Sparkassen auf dem Prüf­stand stehen. Aufwandserhöhend waren demgegenüber stärkere Ausgaben für die IT sowie die Bankenabgabe.
(BBL)
Betriebsergebnis vor
Bewer­tung geringer
Das Betriebsergebnis vor Be­wertung verringert sich trotz steigender Provisionserlöse und rückläufiger Verwaltungsauf-wendungen bei sinkenden Zinserlösen gegen­über 2015 um minus 4,1 Prozent (minus 440 Millionen Euro) auf 10,4 Milliarden Euro (0,90 Prozent der DBS, 2015: 0,95 Prozent der DBS). Abbildung 1 zeigt die Entwicklung des Betriebsergebnisses vor Bewer­tung sowie der darin enthaltenen Erträge und Aufwendungen in einem Fünf-Jahres-Vergleich. Der Bewertungsaufwand erhöht sich 2016 insgesamt leicht um 110 Millionen Euro (plus 2,6 Prozent) auf 4,6 Milliarden Euro oder 0,40 Prozent der DBS. Im Wertpapiergeschäft ergeben sich für 2016 weder Ab- noch Zu­schreibungen, nachdem im Vor­jahr noch Bewertungsaufwendungen von 0,5 Milliarden Euro (0,04 Prozent der DBS) angefallen waren. Güns­tig ausgewirkt hat sich dabei das zum Bi­lanzstichtag nahezu durchgängig rückläufige Zinsniveau in den längeren Laufzeiten.
Wie bereits 2015 sind bei der Risikovor­sorge im Kredit­geschäft die Zu­schreibungen hö­her als die Auf­lösungen, sodass sich 2016 Bewertungs­erlöse von 0,3 Milliarden Euro (0,03 Prozent der DBS) (2015: 0,2 Milliarden Euro bzw. 0,02 Prozent der DBS ergeben. Sowohl die solide Konjunk­turentwicklung mit konstanten bis leicht anziehenden Wachs­tumsraten als auch die vollstän­dig be­reinigten Kreditportfolien tragen zu dieser sehr er­freulichen und ungewöhn­lichen Entwicklung bei.
Allerdings mehren sich die Stim­men, die – insbesondere in den Ballungszentren – bei anhaltend nach oben gerichteten Immobi­lienpreisen künftigen Wertbe­richtigungsbedarf sehen. Die Vorsorgere­serven werden auf insgesamt minus 4,7 Milliarden Euro (minus 0,40 Prozent der DBS) dotiert.
Betriebsergebnis aufgrund eines sinkenden Zinsüberschusses nach Bewer­tung geringer
Bei Rückgang des operativen Er­gebnisses und leicht höheren Bewertungsaufwendungen ver­ringert sich das Betriebsergebnis nach Bewertung um 560 Millionen Euro (8,8 Prozent) auf 5,8 Milliarden Euro (0,50 Prozent der DBS).
(BBL)
Cost-Income-Ratio vor
Bewer­tung mode­rat er­höht
Bei höheren Provisionserlösen und sinkenden Verwaltungsaufwendun­gen erhöht sich die CIR vor Bewer­tung bei gleichzei­tig spürbarem Rückgang im Zinsertrag im Jahr 2016 nur moderat auf 65,0 Prozent nach 64,2 Prozent in 2015. Nach wie vor gibt es zwischen den Sparkassen bei ihrer CIR vor Bewertung deutliche Unterschiede. Die Ver­teilung ergibt sich aus Abbildung 2. Dabei haben 2016 immerhin noch 69 Institute, die einen Anteil von 19 Prozent an der kumulierten DBS repräsentieren, eine Cost-Inco­me-Ratio von 60 Prozent oder bes­ser erreicht.
(BBL)
Cost-Income-Ratio nach
Bewer­tung ver­bessert
Die CIR nach Bewertung hat sich – nach 65,6 Prozent im Jahr 2015 – spür­bar auf 64,8 Prozent verbessert. Ursächlich für die verglichen mit der CIR vor Bewertung positive Entwicklung der Kenn­zahl sind das ausgeglichene Bewertungsergebnis bei Wertpapieren sowie die Zuschreibungen bei der Risi­kovorsorge für das Kreditgeschäft. Die Verteilung der CIR nach Be­wertung auf die Sparkassen zeigt Abbildung 3.
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  1. Deutliche Bewertungserlöse im Kreditgeschäft
  2. Ausblick 2017
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