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10. November 2017 - 07:00Gambia

Von Fahrrad zum Motorrad

von Manuela von Göler, Sparkassenstiftung, Carina Bauer, Sparkassenstiftung

Der gambische Banker Jamin S. Jarjou ist vom Fahrrad zum Motorrad gewechselt. Sein Kundestamm ist deutlich gewachsen, seit die Sparkassenstiftung im Januar über den afrikanischen Finanzmanager berichtet hatte.

Im Januar noch mit Fahrrad unterwegs, nun auf dem Motorrad: der Banker Jamin S. Jarjou aus Gambia. (Stiftung)
Erinnern Sie sich an Jamin S. Jarjou, den fahrradfahrenden Geschäftsführer einer Kreditkooperative aus Gambia? Anfang des Jahres berichtete die Sparkassenstiftung an dieser Stelle über seinen Arbeitsalltag und die rund 900 Kunden in neun Dörfern, für die der 33-Jährige täglich rund 80 Kilometer mit dem Fahrrad zurücklegte. Damals träumte Jarjou von einem Motorrad, um seine Kunden öfter besuchen und intensiver bedienen zu können. Das Motorrad ist jetzt endlich da – ein Glücksfall, denn sein Kundenstamm ist weitergewachsen
Derzeit betreut Jarjou in seinem Geschäftsgebiet, dem Foni Berefet District im Südwesten Gambias, 13 Dörfer mit rund 10 000 Einwohnern und arbeitet fleißig daran, seinen Kundenstamm weiter auszubauen.
Beim Sparen zählt der persönliche Kontakt. Deshalb ist er über seinen Umstieg von Fahrrad auf Motorrad sehr glücklich. Jetzt kann er das Geld seiner Kunden einfacher einsammeln und Ihnen somit mehr Möglichkeiten zum Sparen geben. Deren durchschnittliche Spareinlage hat sich in den vergangenen Monaten auch prompt von umgerechnet etwa 80 auf 85 Euro erhöht. Drei Millionen Dalasi, also rund 54 000 Euro hat Jarjou in den vergangenen Monaten von seinen Kunden eingesammelt.
Nicht nur auf das Sparverhalten seiner Kunden wirkt sich Jarjous Motorrad positiv aus: Besonders wichtig ist der regelmäßige und enge Kundenkontakt auch für die Rückzahlung von Kleinkrediten. Immer mehr Kunden nehmen solche bei Jarjou auf – keine Selbstverständlichkeit, denn nicht jeder in der Gemeinde hat gelernt, was ein Kredit überhaupt ist. Jarjou ist aber auch hier engagiert bei der Sache und leistet einen Beitrag zu der finanziellen Bildung seiner Kunden.

Bildung ist das A und O

Das hat Jarjou während seiner Seminare bei Naccug (National Association of Cooperative Credit Unions of The Gambia) gelernt. Der Verband der gambischen Kreditgenossenschaften bietet seinen Mitgliedern ein umfassendes Bildungsangebot. Gut für Jarjou, der direkt nach seinem Schulabschluss als Geschäftsführer in der Foni Berefet Credit Union anfing und sein gesamtes bankfachliches Know-how durch das Seminar-Angebot des Verbands erworben hat.
Um dieses Angebot weiter ausbauen und mehr Menschen zur Verfügung stellen zu können, errichtet Naccug derzeit mit Unterstützung der Sparkassenstiftung für internationale Kooperation ein eigenes Seminargebäude. Im nächsten Jahr sollen ein Trainingsmanager und ein Trainingsofficer eingestellt werden, um weitere professionelle Seminare zu entwickeln und durchzuführen.
Auch bei dieser inhaltlichen Professionalisierung vertraut der Verband auf die Expertise der Sparkassenstiftung. Das jährlich von dieser angebotene "Train-the-Trainer-Seminar" ist für den Ausbau des Seminar-Porfolios für Naccug ebenso hilfreich wie die Unterstützung bei der Entwicklung von Dienstleistungsangeboten im Bereich der finanziellen Bildung.
Die Business Games der Sparkassenstiftung spielen hierbei eine große Rolle. Das Micro Business Game, ein haptisch basiertes Brettspiel für Kleinstunternehmer, das seine Teilnehmer in die Rolle eines Fruchtladenbesitzers versetzt, ist in Afrika ein erfolgreiches Instrument, um zu vermitteln, wie Erfolg und Nachhaltigkeit eines Start-ups oder Kleinunternehmens verbessert werden können.
Auch die neueste Simulation der Sparkassenstiftung kommt bei den Seminarteilnehmern sehr gut an: das Farmers Business Game. Es macht kleine und mittelständische Farmer mit verschiedenen Aspekten der Agrarfinanzierung und Faktoren für finanzielle Stabilität vertraut und sensibilisiert sie für den sinnvollen Einsatz von Finanzdienstleistungen.

Weiterer Meilenstein: Strom für die Credit Union

Nicht nur in Sachen "bankfachliches Wissen" profitiert Jarjou von Naccug. Dank der Unterstützung des Verbands ist seine im Jahr 2004 errichtete Credit Union seit einigen Monaten auch an das Stromnetz angeschlossen. Ein wahrer Meilenstein, denn dadurch ist es nun erstmals möglich, Arbeitsprozesse zu digitalisieren und IT zu nutzen.
Hierfür entwickelte Naccug eine eigene Software, die auf die Bedürfnisse der kleinen Credit Unions abgestimmt ist. Kostenlos und einfach in der Nutzung, speichert sie alle eingegebenen Umsätze und übernimmt auf einen Klick das Reporting.
"Es ist eine große Arbeitserleichterung für mich", erklärt Jarjou. "Aber im Moment funtioniert der Laptop nicht." Bis dieser wieder einsatzbereit ist, wird auf das alte Prinzip zurückgegriffen: Seine Assistentin trägt die Einzahlungen manuell ein. Jarjou kann nach Hause gehen und sich seiner Hauptaufgabe widmen. Nach wie vor ist das nicht die Geschäftsführung seiner Credit Union, sondern die Arbeit als Farmer. Er ist und bleibt ein Manager, auf den seine Gemeinde stolz sein kann.

Kooperation mit Gambia

Die Sparkassenstiftung für internationale Kooperation unterstützt den gambischen Kreditgenossenschaftsverband Naccug beim Auf- und Ausbau eines zentralen Bildungssystems für alle Kreditgenossenschaften des Landes. Ziel ist es, gemeinsam Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für Mitarbeiter zu entwickeln und eine Trainergruppe aus den Reihen des Verbandes und einzelner Credit Unions zusammenzustellen. Für das Partnerschaftsprojekt mit Naccug greift die Sparkassenstiftung auf ihre Erfahrungen in Ghana zurück: Dort unterstützt sie seit 2010 die Akademie der Spar- und Kreditkooperativen beim Betrieb und Lehrangebot.
Mehr Informationen zur Projektarbeit und den Business Games der
Sparkassenstiftung in Afrika und weltweit unter www.sparkassenstiftung.de
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