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11. Januar 2018 - 16:58DSGV-Präsident – Porträt

Die neue Kraft in Berlin

von Oliver Fischer

Helmut Schleweis hat gezeigt, dass er Menschen und Organisationen zusammenbringen kann. Das dürfte ihm in der neuen Rolle als Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands von großem Nutzen sein.

Auf Berlins Parkett schnell zu Hause: Der neu gewählte DSGV-Präsident Helmut Schleweis beim Neujahrs­empfang des Bundespräsidenten zwischen Frank-Walter Steinmeier und dessen Ehefrau Elke Büdenbender. (Darchinger)
Keine zwei Wochen nachdem Helmut Schleweis zum neuen DSGV-Präsidenten gewählt worden ist, hat er seinen Lebensmittelpunkt von Heidelberg nach Berlin verlegt. Und er hat deutlich gemacht, worauf es ihm und der Gruppe künftig ankommt: auf den Ausbau der digitalen Angebote für einen besseren Kundenservice, auf die Verringerung der regulatorischen Belastungen durch ein besseres Zusammenspiel innerhalb der Gruppe – und auf eine insgesamt bessere Bündelung der Kräfte.
Tatsächlich kennt Schleweis längst die Themen und die Entscheider der Sparkassen-Finanzgruppe. Der langjährige Chef der Sparkasse Heidelberg, der jetzt als erster DSGV-Präsident direkt von einer Sparkasse in dieses Amt gewechselt ist, gilt als besonders erfahrener Kopf der Gruppe. In fast 30 Jahren, in denen der heute 63-Jährige im Vorstand der Sparkasse Heidelberg tätig war und in vielen Gremien der Gruppe arbeitete, hat er sich darum gekümmert, verbesserte Angebote für die Kunden einzuführen, Prozesse zu verbessern, Menschen und Organisationen zusammenzubringen.
Vier Sparkassenfusionen hatte Schleweis gemanagt, in Schwierigkeiten geratene Nachbarsparkassen eingegliedert. Schleweis war einer der ersten, der sich für das Auslagern von IT-Prozessen in gemeinsame Einheiten der Sparkassen aussprach. Als langjähriger Vorsitzender des Anwendungs- und Planungsschusses der Finanz Informatik warb er dafür, dass die Sparkassen das Rad nicht mehrfach erfinden, sondern sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können.
Wenn Prozesse nicht effizient sind, überkomme ihn ein "Störgefühl", sagen ehemalige Kollegen. "Redundanzen bringen ihn auf die Palme." 2007 wurde Schleweis zum Landesobmann in Baden-Württemberg gewählt, drei Jahre später zum Bundesobmann der Vorstände der heute 386 deutschen Sparkassen. In dieser Funktion hat Schleweis sich für die Standardisierung von Prozessen und die zentrale Planung von Projekten eingesetzt. Er gilt als treibende Kraft hinter den neuen, schlankeren Strukturen und Entscheidungswegen der Sparkassen-Finanzgruppe.

Moderator und Koordinator

Dass es mit der breit angelegten Strukturreform nicht getan sei, hatte Schleweis noch in seiner Funktion als Bundesobmann im Gespräch mit der SparkassenZeitung deutlich gemacht. Man werde sich auch mit Redundanzen in den Verbundbeteiligungen beschäftigen müssen: "Ich glaube nicht, dass die heutigen Strukturen für uns Sparkassen zukunftsfähig sind." Als DSGV-Präsident könne und wolle er Konsolidierungsschritte moderieren und koordinieren, erklärte Schleweis jetzt – entscheiden müssten die jeweiligen Eigentümer.
In seiner Heidelberger Heimat hat Schleweis die Träger der Sparkasse offenkundig für sich einnehmen können: Er habe "mit der Sparkasse Heidelberg erheblich dazu beigetragen, dass wir so eine gesunde Wirtschaft in der Region haben", sagte Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner, der auch dem Verwaltungsrat der Sparkasse vorsitzt. Kollegen beschreiben ihren Ex-Chef als klar und fordernd, aber gleichzeitig zugänglich und offen, auch für Kritik.

Ansprechpartner von Politik und Wirtschaft

Die Spitze des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (von links): Joachim Schmalzl, Helmut Schleweis und Karl-Peter Schackmann-Fallis. (Himsel)
Seinen Mitarbeitern schärfte Sparkassenchef Schleweis ein, stets den persönlichen Draht zu ihren Kunden zu halten – auch und gerade bei schwierigen Themen. Als sich die Sparkasse Heidelberg gezwungen sah, zwölf von 68 Filialen zu schließen, waren zuvor sämtlichen Kunden die Hintergründe erläutert und bei Bedarf individuelle Lösungen besprochen worden. Öffentliche Proteste blieben aus, obwohl die politische Gemengelage in der Universitätsstadt als komplex gelten kann: Im Rat sitzen zehn Fraktionen, der Oberbürgermeister ist parteilos. Seine Sparkasse positionierte der ebenfalls parteilose Schleweis als Ansprechpartner der Politik und als Partner der hoch entwickelten Wirtschaft und Wissenschaft der Stadt.
Musterprojekt seiner früheren Sparkasse ist das "Bahnstadt"-Projekt. Auf einem ehemaligen Bahngelände ist, initiiert von Schleweis, ein neuer Stadtteil entstanden, auf dem die größte Passivhaussiedlung der Welt gebaut wird. Motto des Fußballfans und Golfspielers Schleweis: "Geht’s der Region gut, geht es uns gut."
Der neue DSGV-Präsident ist kein "Digital Native", er habe sich das Themenfeld aber "mit inzwischen mehr als 25 Jahren IT-Erfahrung" erschlossen. Er setzt sich für den Einsatz digitaler Anwendungen ein, soweit sie die Bindung zum Kunden erhöhen und ihm das Leben erleichtern. Technik sei aber kein Selbstzweck. Wenn durch Technik die Nähe zum Kunden verlorengehe, würden Sparkassen ersetzbar. Schleweis: "Die Menschen sind es, die die Sparkassenorganisation ausmachen."
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Zur Person: 45 Jahre Sparkassenerfahrung


Helmut Schleweis war von 2002 bis Ende 2017 Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Heidelberg. In der Sparkasse hatte er 1973 seine Ausbildung zum Bankkaufmann begonnen und war rasch aufgestiegen. Von 1982 an leitete er das Vorstandssekretariat, 1988 wurde er stellvertretendes und 1992 ordentliches Mitglied des Vorstands. 1997 rückte Schleweis zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Heidelberg auf, die heute mit einer Bilanzsumme von rund 7,3 Milliarden Euro auf Platz 30 in der Größenrangliste aller deutschen Sparkassen steht. Schleweis ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.
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