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05. Januar 2018 - 08:30Firmenkunden

Digitale Transformation erschwert Bewerten von Finanzberichten

von Ulrike Olma

Das Umfeld von Unternehmen wird kräftig durcheinandergewirbelt. Neue Technologien gestalten Produktionsprozesse neu, verändern Wertschöpfungsketten und machen erprobte Geschäftsmodelle obsolet. Wirtschaftsprüfer zeigen in einem Trendwatch auf, dass sie aber auch Auswirkungen auf Finanzberichte und Unternehmensbewertung haben.

Eine Kurzzusammenfassung finden Sie hier.

Die digitale Transformation erschwert unter Umständen die Bewertung von Firmenabschlüssen. (chombosan/fotolia)
Die Auswirkungen digitaler Transformation gehen wesentlich über Automatisation und den zunehmenden Verbreitungsgrad des Internets hinaus. Diese haben in der Vergangenheit vor allem einzelne Branchen sowie Unternehmen oder Teile der Prozesse in Unternehmen erfasst. Digitale Transformation verändert dagegen grundsätzlich die gesamte Wertschöpfungskette eines Unternehmens von der Geschäftsidee über das Entwickeln der Produkte oder Dienstleistungen, Einkauf und Produktion bis hin zum Vertrieb und Service. In der Vergangenheit hat Digitalisierung sich begrenzt auf einzelne Teile der Wertschöpfungskette ausgewirkt, indem sie deren Effizienz erhöht hat. Onlinereise­büros haben etwa den Druck auf die Tourismusindustrie vergrößert. Den gestiegenen Margendruck haben sie durch mehr Effizienz  auszugleichen versucht und dabei das grundlegende Geschäftsmodell so gut wie nicht angetastet. Dagegen haben Anbieter wie Airbnb (Vermittlung privater Unterkünfte) eigens spezielle Plattformen entwickelt und dadurch die Struktur des Angebots grundlegend verändert. Sie beginnen das bestehende Geschäftsmodell der Reisebüros schrittweise zu verdrängen.
Digitale Transformation wird sich in der Regel auf Unternehmen auswirken, die in traditionellen Branchen tätig sind. Deren Firmenchefs können seit langer Zeit auf stabile Bedingungen in der Branche vertrauen. Zudem ist die Wertschöpfungskette eingefahren. Kundenstruktur und Vertrieb weisen eine hohe Kontinuität auf. Umsatz wird überwiegend mit dem Kernprodukt erzielt. Das bietet über den reinen Produktnutzen hinaus keine weiteren Vorteile, die etwa über eine Steuerungsoption aufgrund digitaler Sensoren durch das Zusammenspiel mit einem anderen Produkt auf einem mobilen Endgerät möglich wären.
Solche Produkte werden auf eingefahrenen Absatzwegen vertrieben, die der Hersteller in ihrer Ausrichtung entscheidend beeinflusst. Wettbewerber sind vertraut, und Umsätze lassen sich trotz aller unternehmerischen Unsicherheit innerhalb gewisser Schwankungsbreiten prognostizieren. Eine weitere Auswirkung digitaler Transformation ist, dass der Kunde das Produkt oder die Dienstleistung zunehmend an seine eigenen Vorstellungen anpassen kann.
Damit wandelt sich das Business-to-Business(B2B)-Geschäftsmodell. Dessen wesentlicher Faktor ist das Verkaufen des Herstellers an wenige Geschäftskunden. Diese verfügen als Kaufleute einerseits über geringere gesetzliche Schutzrechte, andererseits sind ihnen Hersteller und Produkt bekannt. Werden allerdings B2B- durch B2C(Business-to-Consumer)-Geschäftsmodelle ersetzt oder ergänzt, hat man es vermehrt mit Endkunden zu tun, die über eine geringere Erfahrung mit dem Produkt verfügen. Solche Kunden haben ferner weitaus umfangreichere gesetzliche Schutzrechte, wie Warenumtausch, Kündigung oder stetig steigende Informationsrechte über Produkte und Dienstleistungen. Das endkundenzentrierte Geschäft ist im Vergleich zum Geschäft unter Kaufleuten risikolastiger. Es ist somit komplexer und stellt aufgrund der wachsenden Endkundenzahl Anbieter vor neue Herausforderungen, die nicht mit der Auslieferung des Produkts abgeschlossen sind.
Dabei fehlt es vielen Unternehmern und Geschäftsführern an den erforderlichen Erfahrungen, Geschäftsmodelle an die digitale Transformation anzupassen. Sie müssen vor allem klären, unter welchen Bedingungen sich sowohl ihr spezifischer Markt als auch Anforderungen der Kunden an Produkte und Dienstleistungen entwickeln. Es stellen sich Fragen wie:
  • In welcher Relation stehen künftig Erlöse und Kosten zueinander?
  • Welche Investitionen fallen an?

Gerade Investitionen resultieren angesichts veränderter technologischer Anforderungen und Datenschutzbestimmungen auch aus der Notwendigkeit heraus, zusätzliches Know-how bei Mitarbeitern aufzubauen. Unternehmen treffen aufgrund neuausgerichteter Geschäftsmodelle auf für sie fremde Absatz- und Beschaffungsmärkte. Die grundsätzliche Frage ist deshalb, ob Strategien weiterhin langfristig oder eher mittel- bis langfristig ausgerichtet sowie aufgrund dauerhafter Beobachtungen angepasst werden sollten. Denn durch neue Technologien kann sich das Geschäftsrisiko für Unternehmen erhöhen. Künftige Erträge lassen sich deutlicher schwerer prognostizieren als früher. Jede Unternehmensplanung wird unsicherer und infolgedessen werden sich planbare Horizonte verkürzen.
Im Jahresgutachten zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung 2017/2018 merkt der Sachverständigenrat zum Punkt "Digitalsierung als Chance" an, dass Geschäftsmodelle und Prozesse der Leistungserbringung dann angepasst werden können, wenn sich Unternehmen intensiver vernetzen und Informationen besser nutzen. Sie richten sich stärker an den Bedürfnissen der Nachfrager aus. In der Folge werden etablierte Geschäftsmodelle sowie bisher erfolgreiche Unternehmen von Start-ups und branchenfremden Unternehmen herausgefordert und zu höheren eigenen Innovationsinvestitionen angespornt.
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  1. Digitale Transformation erschwert Bewerten von Finanzberichten
  2. Auswirkungen digitaler Transformation auf Jahresabschlüsse  
  3. Auswirkungen digitaler Transformation auf Lageberichte, Steuerungskennzahlen und steuerliche Ertragswertverfahren
  4. Fazit
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