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27. März 2017 - 08:30Symposium

Digital(er) werden – Sparkasse bleiben

von Jürgen Janik

Das 2. Symposium "Digitalisierung" der Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe hat wichtige Zukunftsthemen "angepackt". Cyberangriffe, Künstliche Intelligenz, Blockchain, Robo Advisory und End-to-End-Digitalisierung beschäftigen aktuell die gesamte Branche. Die Sparkassen sind in vielen Bereichen bereits gut aufgestellt, das wurde in Bonn deutlich.

Eine Kurzzusammenfassung finden Sie hier.

Einen Schwerpunkt hat Prof. Dr. Dirk Neuhaus (Mitte) beim Symposium "Digitalisierung" auf das Thema Sicherheit gelegt. (S-Hochschule)
Ihr aus Sicht eines Rheinländers schon fast traditionelles Symposium hat die Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe bestens genutzt. Erneut hat Gastgeber und Moderator Dr. Dirk Neuhaus, Professor für Informationssysteme in Finanzdienstleistungsun­ternehmen, interessante Referenten – darunter Vor- und Querdenker – nach Bonn gelockt. Für den Wissenschaftler ist dabei ein zentraler "Knackpunkt" von Digitalisierung das Thema Cyberkrimina­lität und Sicherheit. Denn Sicherheit bedeutet Vertrauen. Besonders gilt das für die von Finanzdienstleistern eingesetzten Geräte. Haben Kunden damit Probleme, droht die Gefahr, dass sie generell das Vertrauen in die Branche, in alle Geschäfte verlieren. Aber auch andere Bereiche, wie Künstliche Intelligenz in Verbindung mit Massendaten, die Blockchain-Technologie oder die End-to-End-Digitalisierung haben für Neuhaus künftig einen hohen Stellenwert.

Sparkassen haben tolle digitale Produkte

Alle Themen haben ganz klar auch Einfluss auf das Geschäftsmodell der Sparkassen, verdeutlichte Dr. Joachim Schmalzl, Geschäftsfüh­rendes Vorstandmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV). Für ihn steht außer Frage, dass die Institute "digitaler werden, zugleich aber auch Sparkasse bleiben müssen". Dazu ermunterte Schmalzl die Häuser, offensiver hinzu­schauen, was sich beim Thema Digitalisierung außerhalb tut und was sich davon auf die Sparkassen-Finanzgruppe auswirken könnte: "Wir müssen versuchen, technolo­gische Möglichkeiten wirklich zu verstehen, zu bewerten und dann zu überlegen, was davon in unser Geschäftsmodell passt und was nicht."
Das wird von verschiedenen Seiten gefährdet, etwa durch Fintechs, die besonders im Zahlungsverkehr aktiv sind, weil sie hier – politisch gewollt – auf von der Kreditwirtschaft kostenlos bereitzustellende Schnittstellen zugreifen können, kritisierte Schmalzl in Bonn. Dennoch betonte er auch die Innovationskraft der Fintechs, da durch sie veraltete Strukturen aufge­brochen werden konnten. Deren Stärke sieht er unter anderem darin, gerade Teilthemen auch einmal "auszureizen und auszupro­bieren".
Gleichzeitig hat sich auch das Verhalten der Kunden verändert, von denen viele bereits digital und mobil sind. Digitalisierung kann hier neue Kontaktwege zum Kunden wie durch Videochats ebnen. "Das gute persönliche Verhältnis Kunde/Berater aus der Filiale lässt sich so in die digitale Welt übertragen", konstantierte der Verbandsmanager. Die Technologie eröffnet zudem die Chance, die technikaffine Generation anzusprechen und dauerhaft für Sparkassen zu gewinnen. In den nächsten Jahren wird es aus seiner Sicht vor allem darauf ankommen, möglichst überall dort schon präsent zu sein, wo der Kunde hinkommt.
(BBL)
Schmalzl zeigte anhand einer Statistik (s. Abb. 1) sehr plastisch auf, wie sich bereits zwischen 2014 und 2017 die Transaktionen der Kunden verändert haben. Die stärkste Kommunikation gemessen an Transaktionen erfolgte danach über Apps (plus 163 Prozent). Dahinter folgt mit einem Plus von 31 Prozent die Internet-Filiale. Deutliche Rückgänge gab es am Geldautomaten sowie an SB-Terminals und Kontoauszugs­druckern. Der Kunde denkt demnach schon heute in der Kategorie "mobile first", und die extreme Verlagerung ist bereits eine erste unmittelbar sichtbare Folge. Die Sparkassen-Finanzgruppe hat auf dieses veränderte Kundenverhal­ten unter anderem mit einer nahtlosen, kundenzentrierten Verzahnung aller Kanäle und Services reagiert. Dank OSPlus-Neo gibt es heute:
  • neue Beratungsoberflächen
  • mehr Anschaulichkeit für Kunden
  • einfache und intuitive Bedienung
  • effiziente Prozessdurchführung durch Standardprozesse
  • eine Oberfläche in der Internet-Filiale 6.0 und am Beraterarbeitsplatz.
Auch mit anderen Innovationen ist die Sparkassen-Finanzgruppe ebenfalls am Puls der Zeit. So ist Kwitt vom Start weg zum Marktführer bei P2P-Bezahlverfahren geworden. Bei diesem neuen Handy-zu-Handy-Bezahlsystem gibt es bereits mehr als 320 000 Registrierungen (Stand: Mitte 03/17). Auch E-Safe, ein persönlicher Speicherplatz für Daten, oder Legitimierungs- bzw. Vertrauensdienste sollen den Nutzern der 16 Millionen Onlinezugänge, die es innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe gibt, verstärkt angeboten werden. Um die Basis noch weiter zu verbreiten, könnte man solche Dienste auch für Externe anbieten. "Eine solch hohe Verbreitung gibt es nirgendwo in ganz Europa und wir müssen sie deshalb auch stärker zur Vermarktung nutzen", umriss Schmalzl die Zukunftspläne.
Die können aber nur fruchtbar umgesetzt werden, wenn auch alle Institute bei der Digitalisierung mitmachen. Eine Evidenzstelle, die Mitte des Jahres den Betrieb aufnimmt, soll deshalb vorhandene digitale Ansätze und Projekte transparent und für möglichst viele Institute nutzbar machen: "Gute Ideen aus der Gruppe müssen besser kanalisiert werden", so Schmalzl. Auf diese Weise lassen sich aus seiner Sicht auch mehr dezentrale Innovationen anstoßen.
(BBL)
Digitales Know-how wird künftig im S-Hub gebündelt (Details zum S-Hub siehe im BBL-Beitrag: Digitale Aufbruchstimmung). Aktuell arbeitet das S-Hub-Team daran, die vier auf der FI-Hausmesse im November prämierten Modelle aus dem Hackathon zu pilotieren (beispielsweise eine Sprachsteuerung über Alexa im Internetbanking). Auf den Weg gebracht wird bis Mai auch ein "Digitalisierungs­kompass", das Handbuch Digitaler Mindeststandards (s. Abb. 2). Mithilfe eines digitalen Betriebsvergleichs auf der Basis von zwölf Merkmalen können Häuser künftig eine digitale Ist-Analyse vornehmen, die in einer weiteren Ausbaustufe auch in Soll-Werte münden könnte.
Schmalzl ist optimistisch, dass "die Sparkassen bereit für die Zukunft sind und dabei Sparkasse bleiben". Erreichbar ist das aber nur, so sein Plädoyer in Bonn, wenn alle Mitar­beiter früh und intensiv in digitale Veränderungsprozesse einge­bunden werden. Sie müssen die kulturelle Veränderung, die mit Digitali­sierung einhergeht, verinnerlichen. Nur so lassen sich einerseits vorhan­dene Kunden davon überzeugen, dass Sparkassen jeweils das beste Produkt haben, und andererseits Nichtkunden begeistern.
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  1. Digital(er) werden – Sparkasse bleiben
  2. Kampf um die Sicherheit
  3. Blockchain über Experimentierphase hinaus
  4. Von Künstlicher Intelligenz profitieren
  5. E2E-Digitalisierung als Wegbereiter für optimiertes Kundenerlebnis
  6. Fazit
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