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| Geldpolitik

Die Normalität kehrt nicht zurück

Die Europäische Zentralbank wird in diesem Jahr nicht an der Zinsschraube drehen. Zu diesem Ergebnis kommt die Dekabank in ihrem aktuellen EZB-Kompass. Eine EZB-Bankenumfrage bestätigt: Eine geldpolitische Trendwende ist nicht in Sicht.

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Die Dekabank hat in ihrem EZB-Kompass maßgebliche Daten für künftige geldpolitische Entscheidungen ermittelt. Laut Kompass wird sich die Geldpolitik in der Eurozone in absehbarer Zeit wahrscheinlich nicht normalisieren. Schlechtere Konjunkturdaten, schlechtere Finanzierungsbedingungen und eine geringere Inflation sprächen dafür, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Einlagensatz in diesem Jahr nicht mehr anheben werde, heißt es bei der Dekabank.

 
Die EZB sieht eine nachlassende Kreditvergabe bei den Geschäftsbanken. © dpa

Die Deka-Experten halten es aber für unwahrscheinlich, dass die EZB ihre umstrittenen Anleihekäufe wieder aufnehmen könnte. Eine „erneute Lockerung der Geldpolitik“ legten die Daten nicht nahe, erklärt die Deka. Unter den Konjunkturdaten sei im Jahresvergleich der Rückgang der Industrieproduktion besonders auffallend.

Daten der EZB bestätigen die Analyse der Dekabank. Laut einer gestern veröffentlichten Bankenumfrage der Notenbank könnten Konjunktur und Kreditvergabe schwächer werden. Aufgrund der eingetrübten Wirtschaftsprognose dürften Unternehmen in den nächsten Monaten schwerer an Bankdarlehen kommen als zuletzt.

Allerdings gab es laut EZB im vierten Quartal 2018 noch keine nennenswerten Veränderungen im Bereich der Unternehmens- oder Immobilienkredite. Lediglich bei Verbraucherkrediten setzten die befragten Banken höhere Standards. In den einzelnen Ländern fielen die Daten durchaus unterschiedlich aus. So waren Banken in Italien weitaus vorsichtiger bei der Vergabe von Firmenkrediten als die Institute in Deutschland. In Deutschland gab es Ende 2018 sogar einen Anstieg bei Firmen- und Immobilienkrediten. Für die kommenden Monate wird aber mit einem Rückgang gerechnet.