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Dividenden in Rekordhöhe

Gewinnausschüttungen bei den Dax-Werten so üppig wie nie. Doch neben den Dividenden sind für den langfristigen Anlageerfolg weitere Faktoren entscheidend.

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Investoren erwartet in diesem Jahr in Deutschland ein üppiger Dividendenregen. Die Unternehmen der ersten Börsenliga zahlen in diesem Jahr Dividenden in Rekordhöhe. Allein die 30 Dax-Unternehmen schütten zusammengerechnet rund 39,6 Milliarden Euro an ihre Anteilseigner aus. Das ist bemerkenswert, denn der Dax hat im vergangenen Jahr um rund 18 Prozent nachgegeben. Kurzfristig betrachtet können Dividenden in solchen Marktphasen wie ein Risikopuffer wirken und mögliche Verluste der Anleger abfedern.

Auf lange Sicht können Dividenden entscheidend zum Anlageerfolg von Investoren beitragen. Das zeigt ein Vergleich des Euro Stoxx Price Index, in dem keine Dividenden berücksichtigt werden, mit dem Euro Stoxx Net Return Index, bei dem auch die Dividendenzahlungen enthalten sind. Von Anfang 1992 bis Ende 2018 hat sich der Euro Stoxx Net Return Index mehr als doppelt so gut entwickelt wie der Euro Stoxx Price Index. Dividenden können also langfristig über 50 Prozent der Gesamtperformance von Aktieninvestments ausmachen. In Zeiten anhaltender Niedrigzinsen können sie damit einen wichtigen Beitrag zur Wertentwicklung eines Portfolios leisten.

Dividenden bringen Stabilität ins Depot

Sich bei Aktieninvestments auf dividendenstarke Titel zu fokussieren, kann sich auch aus anderen Gründen auszahlen. Im Sinne der „Bird in the hand“-Theorie können hohe Gewinnausschüttungen die Gesamterträge des Portfolios stabilisieren. Hinzu kommt der „Signaling“-Effekt: Eine nachhaltig erwirtschaftete Dividende ist ein wichtiges Qualitätskriterium für eine Aktie. Das Management des Unternehmens signalisiert damit, dass es eine positive Geschäftsentwicklung erwartet.

 
Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Einschätzungen, so die Standardaussage der Börsenexperten. © LBBW AM, Bloomberg

Die Chance ist also hoch, dass Dividendeninvestoren automatisch auf Unternehmen setzen, deren Geschäft sich stabil entwickelt. Dieser Effekt wird auch dadurch verstärkt, dass Dividendenportfolios, falls sie einen Value-Ansatz verfolgen, den etablierten Teil des Aktienmarktes abbilden und so weniger schwankungsanfällig sind als Nischenstrategien.

Interessanter Einstiegszeitpunkt für Dividendeninvestoren

Für Investoren, die von diesen Vorteilen profitieren wollen, könnte sich momentan ein günstiger Einstiegszeitpunkt ergeben. Das impliziert ein Vergleich der Performance von Value- und Growth-Aktien, die sich in Zyklen bewegen. Dividenden-Strategien gehören klassischerweise zu den Value-Ansätzen, die in den vergangenen Jahren eine niedrigere Rendite als erzielten als Growth-Titel.

 
Markus Zeiß' Tipps für Anlegerfragen: Wie stabil waren die Dividendenzahlungen über die letzten Jahre und wie sehr sind sie durch den Cash-Flow gedeckt? © LBBW

So hat zum Beispiel das Growth-Barometer, der Euro-Stoxx-Total-Market-Growth-Index, seinen Gegenspieler, den Euro-Stoxx-Total Market-Value-Index, in der Betrachtung von 2011 bis 2018 hinter sich gelassen. Der Spread könnte allerdings bald wieder zusammenlaufen. Dividendenstrategien mit einem Value-Ansatz werden damit wieder attraktiver.

Nicht allein auf die Höhe der Dividende achten

Wie finden Investoren interessante Dividendenwerte? Es ist ratsam, sich bei der Aktienauswahl nicht allein von der Höhe der angekündigten Dividende leiten zu lassen. Wichtig ist auch ein Blick auf die Dividendenhistorie. Hat das Unternehmen in den vergangenen zehn bis 15 Jahren eine stabile Dividende gezahlt, dann ist das zwar kein Garant dafür, dass sich das Unternehmen auch in Zukunft erfolgreich entwickelt, aber es ist ein wichtiges Indiz dafür.

Ein relevantes Auswahlkriterium ist auch der Dividendendeckungsgrad. Je höher der Deckungsgrad ist und je stärker die Dividenden somit aus dem Cashflow bedient werden, umso nachhaltiger ist die Dividendenpolitik des Unternehmens. Wird die Dividende hingegen aus der Substanz bestritten, gefährdet das den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens, das möglicherweise nicht mehr genügend Mittel für notwendige Zukunftsinvestitionen zur Verfügung hat. Zudem ist ein Blick auf den Verschuldungsgrad des Unternehmens sinnvoll.

Ist ein Unternehmen stark verschuldet und steigen die Zinsen wieder, dann belastet der Schuldendienst die Gewinne. Dass das Unternehmen dauerhaft hohe Dividenden zahlen kann, ist dann eher unwahrscheinlich. Letztlich kommt es auch auf das Entwicklungspotenzial des Unternehmens an. Investoren sollten hinterfragen, wie zukunftsträchtig das Geschäftsmodell des Unternehmens ist. Schließlich nützt die höchste Dividende nichts, wenn sich der Aktienkurs auf Dauer nicht nach oben bewegt.

Für den langfristigen Anlageerfolg kommt es also auf ein ganzes Bündel an Faktoren an. Investoren müssen die Dividendenwerte aber nicht selbst analysieren. Bei einem Investment in einen Dividendenfonds nimmt das Fondsmanagement ihnen die größtenteils zeitaufwändige Aufgabe ab und identifiziert die besten Dividendenperlen für sie. Ein aktives Stockpicking kann dabei erfolgreicher sein als eine reine Fokussierung auf einen Index. So hat zum Beispiel der LBBW Dividenden Strategie Euroland R seit Auflage am 28. Juni 1999 eine Performance von 5,39 Prozent pro Jahr erzielt, während der Euro-Stoxx-Net-Return-Index eine Wertsteigerung von 2,95 Prozent verbuchte. In diesem Fall fiel der Dividendenregen für die Investoren unter dem Strich also besonders üppig aus.