Anzeige
| Ausblick 2020

Eine Frage der Auswahl

Im kommenden Jahr wird das Wachstum weltweit sinken und die Aktienmärkte dürften schwächeln, so die LBBW. Anleger benötigen gute Beratung.

Anzeige

Die Prognosen der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) für das kommende Jahr klingen wenig verlockend. Das Wirtschaftswachstum für Deutschland werde bei 0,6 Prozent liegen, im Euro-Raum bei 1,5 Prozent und für die USA bei 1,5 Prozent. Die Negativzinsen in Europa werden andauern und die Aktienmärkte werden seitwärts tendieren.

 
Esist zum Verzweifeln, aber die Märkte sind insgesamt überteuert. Gewinne sind laut LBBW wohl eher möglich, wenn Anleger bestimmte Branchen oder Einzeltitel übergewichten. © dpa

Auch an den Alternativmärkten sieht es nicht besser aus. Bei Rohstoffen würden die schlechten Perspektiven der Weltwirtschaft sowie die Handelsstreitigkeiten belasten. "Die Preise werden sich vermutlich 2020 tendenziell seitwärts bis abwärts entwickeln", heißt es in der Prognose.

An den Immobilienmärkten sieht es kaum besser aus. Zwar sei noch mit steigenden Preisen zu rechnen, doch die Dynamik lasse merklich nach. "Auf die längere Frist dürfte die Frage von entscheidender Bedeutung sein, wie sich das Bevölkerungswachstum und vor allem die Zuwanderung nach Deutschland weiterentwickeln", schreiben die Landesbank-Experten weiter.

Dax wird auf der Stelle treten

Beim Aktienmarkt ernüchtern die Index-Prognosen zum Jahresende 2020. Für den Dax wird ein Wert von 13.500 angegeben, für den Euro Stoxx 50 liegt diese Schätzung bei 3750 Zählern. Aktuell rangieren die beiden Indizes bei rund 13.150 respektive 3700. Grund dafür sind gestiegene Kurse der Aktienmärkte trotz schwacher Gewinnentwicklung der Unternehmen.

Die geringe Fantasie für Anleger wird von der LBBW mit äußerst zurückhaltender Vorsicht kommentiert: "Unter Berücksichtigung der bestehenden Konjunktur- und Gewinnschwäche und relativ zur jeweils eigenen Historie erscheinen die wichtigsten Aktienmärkte insgesamt gesehen als leicht ambitioniert bewertet".

Stockpicking und Branchenauswahl gefragt

Die positive Botschaft für Aktienanleger ist, dass alle vergleichbaren Anlagemärkte weniger attraktiv aussehen. "An Aktien führt kaum ein Weg vorbei", heißt es in der Prognose der Landesbanker. Gerade im Vergleich zu Anleihen seien Aktien inzwischen so attraktiv "wie selten zuvor". Auf mittlere Sicht sollten die Dividendenpapiere wohl Renditen von um die sieben Prozent pro Jahr abwerfen, heißt es weiter.

Unter den Branchen bevorzugen die LBBW-Analysten Versorger, Technologie und Pharma. Weniger attraktiv seien Autowerte, Banktitel oder Aktien aus dem Bereich Handel oder Nahrungsmittel. Die Top-Ten der Einzelwerte sind: Axa, Airbus, Deutsche Telekom, Eon, Engie, Fresenius, OMV, Sanofi, SAP und Telefonica.