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| Deka

Fonds setzt auf Familienunternehmen

Die deutschen Familienunternehmen sind Jobmotoren der heimischen Wirtschaft, ein Fonds der Deka setzt auf speziell diese Unternehmen in seinem Anlageuniversum.

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Die 500 größten Familienunternehmen bauten ihre Mitarbeiterzahl in Deutschland zwischen 2007 und 2016 um 23 Prozent auf 2,54 Millionen aus, geht aus der am Montag veröffentlichten Untersuchung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und des Instituts für Mittelstandsforschung (ifm) hervor. Die 27 Dax-Unternehmen, die keine Familienunternehmen sind, kamen demnach nur auf ein Plus von vier Prozent auf 1,55 Millionen.

Deutlich wird an der Zahl 27, dass nicht alle Familienunternehmen privat, sondern einige auch börsennotiert sind. Die Dekabank hat vor wenigen Wochen einen neuen europäischen Aktienfonds aufgelegt, der sich speziell auf „familiengeführte und -kontrollierte Unternehmen konzentriert“. Die Definition, ab wann ein Unternehmen als Familienunternehmen gilt, beschreibt der Asset-Manager der Sparkassen sehr genau.

Das sei der Fall, wenn „mindestens 20 Prozent der Stimmrechte oder zehn Prozent der Stimmrechte und ein Aufsichtsrats- oder Vorstandsposten in Familienhand sind“, heißt es bei der Dekabank. So ergebe sich „ein Anlageuniversum von 800 Unternehmen ohne Sektorenbeschränkung“.

 
Die Aktie von Henkel hat im Verlauf der vergangenen zehn Jahre ihren Wert mehr als vervierfacht. © dpa

„Familienunternehmen sind in schwierigen Zeiten der Stabilitätsanker der deutschen Volkswirtschaft“, sagte Brun-Hagen Hennerkes, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Familienunternehmen, die die aktuelle ZEW-Studie in Auftrag gegeben hat. Auch gemessen am Umsatz wuchsen die 500 Unternehmen stärker als die 27 nicht familiengeführten Dax-Konzerne, so die Studie. Sie steigerten ihren konzernweiten Umsatz im Untersuchungszeitraum um 36 Prozent. Die Dax-Konzerne kamen auf ein Wachstum von 29 Prozent.

„Familienunternehmen denken in Generationen und nicht in Quartalen. Für sie steht die konsequente Umsetzung von langfristigen Wachstumsstrategien im Vordergrund und nicht die kurzfristige Gewinnmaximierung“, sagt der Deka-Fondsmanager Philipp Schmiederer. „Das ist gerade in Zeiten volatiler Märkte eine Stärke und damit verlässliche Investitionsbasis für den Fonds.“ Zudem seien Familienunternehmen meist konservativer finanziert und hätten weniger Schulden. Das mache sie krisenresistenter und gebe ihnen die Möglichkeit, ihre Gewinne effektiver und vor allem auch antizyklisch zu investieren.

90 Prozent der Unternehmen in Deutschland werden den Angaben zufolge von Familien kontrolliert, 86 Prozent sind eigentümergeführt. Im Dax sind die 30 größten börsennotierten Unternehmen gelistet. Darunter befinden sich mit Beiersdorf, Henkel und Merck drei Konzerne, die als Familienunternehmen gelten. (rtr, rsh)