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| Kaufquotient Juli

Kauflaune lässt nach

Die Sparkassenkunden haben im Juli etwas mehr Aktien verkauft als gekauft. Das ergab der monatlich ermittelte Kaufquotient der DWP Bank.

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Für den Kaufquotienten werden sämtliche Käufe und Verkäufe von Privatanlegern in den 160 DAX-Werten berücksichtigt, erläutert der Wertpapierabwickler DWP. Grundlage seien alle Transaktionen der Sparkassen, die über die Bank abgewickelt werden. Zudem werden nur Werte berücksichtigt, deren monatliches Handelsvolumen über zwei Millionen Euro liegt. Ein Kaufquotient über 1 bedeutet, dass ein Wert mehr gekauft als verkauft wurde. Bei einem Kaufquotienten unter 1 überwogen die Verkäufe.

Für den Monat Juli lag der Gesamtwert mit 0,95 knapp unter der neutralen Linie. Obwohl der Dax in den vier Handelswochen mehr als anderthalb Prozent zulegte, hielten sich die Sparkassenkunden mit Käufen zurück. Insbesondere in den Kalenderwochen 27 und 30 überwogen die Verkäufe, während in den zwei Wochen dazwischen die Zukäufe leichtes Oberwasser hatten.

 
Die Top-Werte des Monats werden angeführt von Nebenwerten aus MDax, SDax und TecDax.

Der Baukonzern Hochtief war der Top-Wert des Monats. Der Konzern hat im ersten Halbjahr auch dank seiner Beteiligung am spanischen Mautstraßen-Betreiber Abertis einen Gewinnsprung verbucht. Zudem weise der um 8,4 Prozent auf 49,4 Milliarden Euro gestiegene Auftragsbestand auf ein noch stärkeres zweites Halbjahr hin, teilte Hochtief mit. "Die zweite Jahreshälfte ist in unserer Branche tendenziell stärker. Wir sind voll auf Kurs, unsere Guidance für das Geschäftsjahr 2019 zu erreichen – unterstützt durch einen soliden Auftragsbestand und den positiven Ausblick für unsere drei Geschäftsbereiche", sagte Konzerchef Marcelino Fernández Verdes.

Ebenfalls gefragt war die Aktie von Krones. Dabei ist der weltgrößte Abfüllanlagen-Bauer im zweiten Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust lag vor Steuern bei 3,6 (2018: Gewinn 56,5) Millionen Euro, wie Krones mitteilte. Der Umsatz trat mit 906 (899) Millionen Euro praktisch auf der Stelle, der Auftragseingang war rückläufig. Die Anleger glauben wohl an die Prognosen der Konzernführung. Im zweiten Halbjahr soll das Ergebnis wieder besser ausfallen.

 
Unter den Flops waren dagegen zwei Blue Chips: RWE und VW können die Anleger derzeit nicht überzeugen.

Der Energieriese RWE zählte dagegen zu den Flops des Monats, möglicherweise zu unrecht. Denn der Konzern steht vor einem Umbau zu einem der größten Ökostromkonzerne Europas. Dank guter Geschäfte im Energiehandel hob RWE seine Jahresprognose Ende Juli an. Der Bereich habe im ersten Halbjahr ein um Sondereffekte bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von vorläufig etwas über 400 Millionen Euro erzielt und werde im Gesamtjahr wohl deutlich über 300 Millionen Euro landen, teilte RWE mit.

Ein weiterer Flop unter den großen Dax-Werten war die Aktie des VW-Konzerns. Der Skandal um die millionenfache Manipulation von Dieselabgasen im Unternehmen hat weltweit eine Flut an Ermittlungen ausgelöst. Umweltbehörden, Staatsanwälte, Autokäufer, Aktionäre und deren Anwälte wollen, dass der weltgrößte Autobauer und seine Manager dafür zur Rechenschaft gezogen werden. Mit unzähligen Klagen fordern Aktionäre und Autobesitzer Schadenersatz, Sparkassenkunden verkauften die Aktie konsequent. (rsh, rtr)