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| Konjunktur

Produktion steigt, Exporte sinken

Industrie, Bau und Energieversorger legten zuletzt zu, die Ausfuhren sanken aber um 2,3 Prozent, teilt das Bundeswirtschaftsministerium mit.

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Die deutschen Unternehmen haben trotz Handelsstreits und wackliger Konjunktur ihre Produktion kräftig gesteigert. Industrie, Bau und Energieversorger fuhren ihre Herstellung im November zusammen um 1,1 Prozent hoch und damit so stark wie seit anderthalb Jahren nicht mehr, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag mitteilte. Die Konjunkturschwäche in der Industrie sei aber noch nicht überwunden.

Die unerwartet guten Industriedaten stießen bei Fachleuten zwar auf ein positives Echo, Experten sehen aber noch keine Wende zum Besseren: „Machen wir uns nichts vor: Die Lage in der deutschen Industrie ist nach wie vor unbefriedigend“, sagte LBBW-Ökonom Jens-Oliver Niklasch.

Das zeigen vor allem die Daten zum Export. Die Ausfuhren sanken im November um 2,3 Prozent zum Vormonat und damit so kräftig wie seit April 2019 nicht mehr. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet für 2020 mit einem leichten Schrumpfen der Exporte.

Schwieriges Jahr für Autobauer

Die deutsche Industrie dürfte ihre Produktion im Januar, Februar und März drosseln, wie aus einer Ifo-Umfrage hervorgeht. Der Index des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo für die Produktionserwartungen der Industrie stieg im Dezember leicht, bleibt aber unter der Nulllinie. Die Entwicklung in einzelnen Branchen sei sehr unterschiedlich. „Den hellsten Lichtblick lieferte die chemische Industrie.“ Auch die Hersteller von Gummi- und Kunststoffwaren berichteten Positives.

Dagegen verschlechterten sich die Produktionserwartungen in der Autobranche, im Maschinenbau und in der Metallerzeugung. „Das wird ein schwieriges Jahr für die Autobauer“, sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe zu Reuters.

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran dürfte nach Einschätzung der Kieler IfW-Forscher die Konjunktur noch nicht merklich belastet haben. „Eine Verschärfung könnte aber spürbare Auswirkungen haben, nicht zuletzt weil dadurch die Ölpreise deutlich anziehen würden und sich die Unsicherheit spürbar erhöhen würde“, sagte IfW-Experte Nils Jannsen. rtr