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| LBBW-Research

Schuldscheinmarkt weiter gewachsen

2019 war wieder ein starkes Jahr am Schuldscheinmarkt. In diesem Jahr werde das Wachstum geringer ausfallen, sagen Analysten der Landesbank Baden-Württemberg.

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Der deutsche Schuldscheinmarkt (SSD) hat im zurückliegenden Jahr noch einmal an die sehr erfolgreichen Jahre 2016 und 2017 angeknüpft und mit rund 27 Milliarden Euro Emissionsvolumen im Neugeschäft abgeschlossen.

„2019 war wieder ein sehr starkes Jahr am Schuldscheinmarkt“, sagt LBBW-Analystin Barbara Ambrus. Nach den hohen Volumen der Vorjahre mit teilweise sehr langen Laufzeiten sei 2020 ein geringeres Marktwachstum mit 20 bis 25 Milliarden Euro Neugeschäft zu erwarten.

In den vergangenen zwölf Monaten überstieg das Gesamtvolumen neu emittierter Darlehen den Vorjahreswert um 16 Prozent. Die Zahl der Darlehensnehmer blieb aber mit 135 Unternehmen unter Vorjahr. Darunter waren erneut rund 50 Debüttransaktionen, was die anhaltende Attraktivität von Schuldscheinen untermauert.

ZF Friedrichshafen: Größte Transaktion aus der Autobranche

Die größte Transaktion des vergangenen Jahres war der Schuldschein von ZF Friedrichshafen für die Übernahme des Nutzfahrzeugherstellers Wabco. Mit 2,1 Milliarden Euro ist es der zweitgrößte je ausgegebene Schuldschein, nach dem 2,2 Milliarden Euro schweren ZF-SSD von 2015.

 
Gläsernes Auto der Zahnradfabrik Friedrichshafen (ZF). Das Unternehmen hat den größten Schuldschein des vergangenen Jahres ausgegeben. © dpa

Auch auf dem Schuldscheinmarkt hat sich das Thema Nachhaltigkeit laut LBBW-Research inzwischen fest etabliert. Der Anlagenbauer Dürr und der Holzfaserhersteller Lenzing refinanzierten sich mit Schuldscheinen, die an das jeweilige Nachhaltigkeits-Rating der Unternehmen gebunden sind. Die rege Nachfrage bei der Lenzing-Transaktion wurde sogar mit einem Volumen auf Benchmark-Niveau bedient.

Bezogen auf das Gesamtvolumen von 27 Milliarden Euro machten Großtransaktionen mit 500 Millionen Euro Darlehensvolumen und mehr dabei rund ein Drittel aus. Eine Milliarde Euro umfasste der Green-Schuldschein von Porsche. Die Gewobag nahm 2019 mit zwei Schuldscheinen sogar mehr als eine Milliarde Euro ein und stellte mit bis zu 45 Jahren Laufzeit dabei sogar einen neuen Rekord auf dem Schuldscheinmarkt auf.

Durchschnittsvolumen 2019: 200 Millionen Euro

Neben diesen herausragenden großen SSD nutzten wie in den vergangenen Jahren viele Unternehmen aus dem weiteren Mittelstand die Gelegenheit, sich mit Schuldscheinen für 50 bis 100 Millionen Euro zu refinanzieren: „Insgesamt ist das Volumen im vergangenen Jahr wieder kräftig gestiegen“, beobachtete Ambrus: Im Durchschnitt erreichte es 200 Millionen Euro und lag damit fast auf dem Niveau von 2016. Damals waren durchschnittlich 216 Millionen Euro ausgegeben worden.

Im vierten Quartal trat am Schuldscheinmarkt eine Beruhigung ein. Das Neuemissionsvolumen erreichte 4,7 Milliarden Euro und blieb damit um gut 40 Prozent unter dem Vorjahresquartal. Die Anzahl der SSD sank um fast die Hälfte von 51 auf 27. „Viele Unternehmen hatten bereits ausgiebig das zweite und dritte Quartal für neue Finanzierungen genutzt“, erläutert die Analystin. Überdies habe es Verschiebungen in das erste Quartal 2020 gegeben.

Die LBBW hat im Jahr 2019 ihre Spitzenposition bei der Arrangierung und Platzierung von Schuldscheinen erfolgreich ausgebaut. Insgesamt war sie wieder an mehr als 50 Transaktionen federführend beteiligt. Das Volumen betreuter Transaktionen stieg auf 12,6 Milliarden Euro.