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| Kaufquotient September

Spätes Erwachen

Der September war zwar ein guter Monat für den Dax. Die Laune entwickelte sich aber erst in der zweiten Monatshälfte, so dass sich Käufe und Verkäufe die Waage halten.

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Der September schien zunächst ein Verkaufsmonat zu werden. Die Sparkassen-Privatanleger in den 160 Dax-Werten trennten sich von Papieren und nahmen vor allem in den Kalenderwochen 36 und 37 Gewinne mit.

 
Die Liste der Top-Werte im September 2019. © dwp-Bank

Das Blatt wendet sich erst in der zweiten Monatshälfte, als deutlich wurde, dass der Index aus seinem Zwischentief von 11.939 Punkten zu Monatsbeginn herausfinden würde. Das bewog etliche Kunden, zuzukaufen und umzuschichten.

Der Kaufquotient der Dax-Familie stieg laut Zahlen der dwp-Bank von 0,86 Anfang September auf 1,18 zu Monatsende, es wurde also zuletzt mehr gekauft als verkauft. Doch kam die Wende offenbar zu spät, denn der Quotient für den Gesamtmonat liegt mit 1,01 im fast neutralen Bereich.

 
Wacker Chemie im bayerischen Burghausen erwarb eine 25-Prozent-Beteiligung an einem britischen Unternehmen für Batteriematerialien, was das Wacker-Papier beflügelte. Hoffentlich reifen die Blütenträume. © dpa

Immerhin legte der Dax im Vergleich zum Vormonat um mehr als 440 Punkte auf 12.380 oder fast 3,7 Prozent zu. Börsenliebling war das Papier von Wacker Chemie. Am 12. September hatte der Konzern bekanntgegeben, 25 Prozent der Anteile von Nexeon erworben zu haben.

Das britische Spezialunternehmen entwickele, produziere und vertreibe Materialien auf Basis von Silicium, mit dem sich die Leistungsfähigkeit von Lithium-Ionen-Batterien deutlich steigern lasse, teilt Wacker Chemie auf seiner Homepage mit.

Offenbar war das die Nachricht aus der Batterieforschung, auf die Anleger gewartet hatten. Der rasante Kursanstieg der Wacker-Aktie hält noch an. An zweiter Stelle bei den Top-Werten steht mit einem Kaufquotient von mehr als drei das Papier von E.ON SE.

Schlusslichter sind die Papiere von Henkel und dem Traditionsunternehmen Thyssen Krupp, das aus seiner tiefgreifenden Führungs- und Strukturkrise nur schwer herausfindet. bec

Für den Kaufquotienten werden sämtliche Käufe und Verkäufe von Privatanlegern in den 160 DAX-Werten berücksichtigt. Grundlage sind alle Transaktionen der Sparkassen, die über die dwpbank abgewickelt werden.

Es werden nur Werte berücksichtigt, deren monatliches Handelsvolumen über 2 Millionen Euro liegt. Ein Kaufquotient über 1 bedeutet, dass ein Wert mehr gekauft als verkauft wurde. Bei einem Kaufquotienten unter 1 überwogen die Verkäufe.