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| DWP Kaufquotient

Sparkassenkunden setzen wieder auf Aktien

Bei guter Börsenentwicklung haben die Sparkassenkunden im Februar wieder verstärkt in Aktien angelegt.

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Der Deutsche Aktienindex (Dax) hat in den vier Handelswochen im Februar 204 Punkte beziehungsweise 1,8 Prozent an Wert gewonnen. Die gute Börsenentwicklung hat Sparkassenkunden zu Käufen bei Dividendentiteln bewogen. Laut dem monatlich berechneten Kaufquotienten der DWP-Bank überwog die Zahl der Aktienkäufe die der Verkäufe in allen vier berücksichtigten Wochen im Zeitraum vom 28. Januar bis zum 22. Februar.

 
Die vier Handelswochen im Überblick: Laut DWP-Kaufquotient haben die Käufer aktuell die Oberhand.

Der monatlich ermittelte Index berücksichtigt Transaktionen der Sparkassen in den 160 Dax-Werten, die über die DWP-Bank abgewickelt wurden. Werte über eins signalisieren ein Übergewicht an Käufen, bei niedrigeren Quotienten überwiegen die Verkäufe. Für Februar lag der Quotient bei 1,56. Weder Brexit, noch Trump, noch Handelsstreitigkeiten konnten die Laune der Investoren entscheidend dämpfen.

Es ist eine optimistische Sicht, Kritiker meinen, dass Risiken ausgeblendet werden. Die Konjunktursorgen haben an der Börse noch den Effekt gehabt, dass Anleger auf stützende Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) spekulieren.

Unter den Top-Ten-Werten auf der Kaufseite finden sich mit Evonik, Telefonica und Freenet eher Werte aus der zweiten Reihe des Marktes. Bei Evonik treibt der Konzernumbau die Kursfantasien der Anleger und Analysten an. Der Essener Konzern will sich stärker auf das Geschäft rund um die Spezialchemie konzentrieren und verkauft sein Plexiglas-Geschäft für etwa drei Milliarden Euro an den Finanzinvestor Advent. Mit den Einnahmen will Evonik das margenstärkere und konjunkturunabhängigere Spezialchemie-Portfolio ausbauen.

 
Tops und Flops des Monats kommen vor allem aus der zweiten Reihe der Börsenwerte.

Bei Telefonica Deutschland droht zwar eine Strafe der EU-Kommission, doch Anleger sehen wohl eine zu große Abstrafung beim Börsenkurs und griffen zu. Die EU-Wettbewerbshüter mahnten Telefonica wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Auflagen ab, die die Kartellwächter bei der Übernahme des Konkurrenten E-Plus im Jahr 2014 erlassen hatten.

Beim Telekommunikationskonzern Freenet hat die Erholung beim Börsenkurs längst eingesetzt und Anleger erwarten, dass sich die Entwicklung nun stabilisiert. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte der Konzern seinen Umsatz und Gewinn steigern. Für 2019 strebt Freenet stabile Umsätze und mit 420 bis 440 Millionen Euro einen bestenfalls unveränderten Ebitda-Gewinn an.

Auf der Flop-Liste des Monats finden sich mit Pfeiffer Vacuum, Nordex und Dialog Semiconductor drei Tec-Dax-Werte. Dabei hat gerade Techkonzern Pfeiffer Vacuum im vergangenen Jahr mit einem Umsatzrekord und Gewinnsprung besser abgeschnitten als erwartet. Die Verkäufe der Sparkassenanleger lassen sich aber eventuell mit dem starken Kursanstieg der Aktie erklären, so dass die momentan guten Nachrichten inzwischen alle im Kurs eingepreist sind.