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| Verband öffentlicher Versicherer / Gastbeitrag

Versicherer investieren nachhaltig

Die Versicherungen der Sparkassen werden der Investoren-Initiative „PRI“ (Principles for Responsible Investment) beitreten und bekennen sich damit zu den Prinzipien für verantwortungsvolles Investieren.

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Bei den öffentlichen Versicherern ist gesellschaftliche Verantwortung seit jeher fest in der DNA verankert. Neben unseren hohen Anforderungen an eine angemessene Liquidität und ein ausbalanciertes Risiko-Rendite-Profil unserer Kapitalanlagen, werden die öffentlichen Versicherer künftig auch verstärkt ökologische, soziale und ethische Grundprinzipien bei ihren Investititionstätigkeiten beachten. Dies machen wir nun mit der Unterzeichnung der PRI transparent.

 
„Kapitalanlagen sind ein wichtiger Treiber für eine nachhaltige Entwicklung“: Autor Roland Oppermann, Vorsitzender des Kapitalanlageausschusses im VöV und Finanzvorstand der SV Sparkassenversicherung. © VöV

Ökologische, soziale und Governance-Aspekte werden berücksichtigt

Die 2005 unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen gegründete Initiative PRI ist auf den Finanzmärkten anerkannt. PRI mit den UN-Partnerorganisationen Global Compact und UNEPFI wurde wurde mit dem Ziel gegründet, das verantwortungsbewusste Management der Kapitalanlagen zu fördern.

Mit der Unterzeichnung werden sich alle elf öffentlichen Versicherungsgruppen dazu verpflichten, ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) – also ökologische und soziale Aspekte sowie Aspekte der guten Unternehmensführung – in ihre Prozesse zur Investitionsentscheidung zu integrieren.

 
Mit gutem Beispiel voran: Die öffentlichen Versicherer wollen bei Ihren Investitionsentscheidungen ökologische und soziale Aspekte sowie Aspekte der guten Unternehmensführung berücksichtigen. © dpa

Lediglich 95 deutsche Unternehmen haben sich bisher angeschlossen

Seit Gründung der PRI-Initiative haben sich lediglich 95 deutsche Unternehmen den Prinzipien angeschlossen. Deshalb gehen die Versicherungen der Sparkassen mit gutem Beispiel voran. Wir hoffen, dass sich noch viele weitere Unternehmen dazu entschließen, ihre Kapitalanlagen nachhaltig auszurichten.

Kapitalanlagebestand von 1.670,4 Milliarden Euro

Die Versicherungsbranche gehört mit einem Kapitalanlagebestand von 1.670,4 Milliarden Euro zu den größten institutionellen Investoren in Deutschland. Den Versicherungsunternehmen der Sparkassen kommt dabei eine besondere Rolle zu, denn gemessen an den Beitragseinnahmen sind sie als Gruppe die Nummer zwei auf dem deutschen Markt und verwalten insgesamt rund 140 Milliarden Euro an Kapitalanlagen.

Als Unternehmensgruppe dieser Größe kommen wir mit der Verpflichtung auf die ESG-Kriterien unserer gesellschaftlichen Verantwortung nach, indem wir das Geld unserer Kunden sicher und rentabel an den globalen Finanzmärkten anlegen und dabei gleichzeitig die nachhaltige Entwicklung fördern.

 
Klima-Ikone Greta Thunberg spricht in Berlin: Kapitalanlagen sind Treiber für nachhaltige Entwicklung, die nicht erst seit Beginn der „Fridays-for-Future“-Bewegung in aller Munde ist. © dpa

Kunden erwarten nachhaltiges Investieren

Ich bin der Überzeugung, dass wir damit auch ganz im Sinne unserer Kunden handeln. Denn Kapitalanlagen sind ein wichtiger Treiber für eine nachhaltige Entwicklung, die nicht erst seit Beginn der „Fridays-for-Future“-Bewegung wieder in aller Munde ist. Mit Investitionen in Unternehmen, die bei ihrer Produktion auf umweltschädliche Stoffe verzichten und für gute Arbeitsbedingungen sowie faire Löhne ihrer Mitarbeiter sorgen, werden natürliche Ressourcen geschont und soziale Verantwortung übernommen.

Nachhaltiges Investieren bedeutet – kurz gesprochen – so zu investieren, dass die Bedürfnisse der heutigen Generation befriedigt werden, ohne dabei die Ressourcen zukünftiger Generationen zu gefährden.

Sicherheit, Liquidität und Rendite bleiben Säulen der Anlage

Asset Owner stehen am Anfang der Investitionskette und geben entsprechende Signale über die Vermögensverwaltung bis hin zu den Unternehmen und in die Industrie. Auch für die Stabilität und Wertentwicklung der Geldanlage selbst ist es wichtig, ESG-Kriterien integriert zu betrachten.

Sicherheit, Liquidität und Rendite werden nach wie vor die zentralen Grundsäulen in der Kapitalanlage der Versicherungen der Sparkassen bilden. In Folge der Unterzeichnung der PRI werden wir unsere unternehmensindividuellen Investmentstrategien weiterentwickeln und die bestehenden Anlagekriterien um Aspekte der Nachhaltigkeit ergänzen.

In unserem gemeinsamen Kapitalanlagenausschuss wird die Integration der ESG-Kriterien in die Investitionsentscheidungen ein ständiger Punkt auf der Agenda sein. Ich sehe den großen Vorteil, dass wir uns innerhalb der Gruppe austauschen und von den Erfahrungen der anderen Unternehmen lernen können. Auf diese Weise können wir den Integrationsprozess optimieren und unsere Nachhaltigkeitsperformance der Kapitalanlagen stetig steigern.

 
Hauptversammlung eines Unternehmens (Symbolbild): Die öffentlichen Versicherer wollen künftig als aktive Anteilseigner auftreten. © dpa

Mit der Unterzeichung der PRI bekennen sich die Versicherungen der Sparkassen zu den

Sechs Grundprinzipien für verantwortliches Investieren:

  1. Wir werden ESG-Themen (Environmental, Social, Governance) in die Analyse- und Entscheidungsprozesse im Investmentbereich einbeziehen.
  2. Wir werden aktive Anteilseigner sein und ESG-Themen in unserer Investitionspolitik und -praxis berücksichtigen.
  3. Wir werden Unternehmen und Körperschaften, in die wir investieren, zu einer angemessenen Offenlegung in Bezug auf ESG-Themen anhalten.
  4. Wir werden die Akzeptanz und die Umsetzung der Prinzipien in der Investmentbranche vorantreiben.
  5. Wir werden zusammenarbeiten, um unsere Wirksamkeit bei der Umsetzung der Prinzipien zu steigern.
  6. Wir werden über unsere Aktivitäten und Fortschritte bei der Umsetzung der Prinzipien Bericht erstatten.

Der Autor Roland Oppermann ist Vorsitzender des Kapitalanlageausschusses im Verband öffentlicher Versicherer und Finanzvorstand der SV Sparkassenversicherung.